Anforderungen an die Krisenkommunikation in Zeiten von Twitter & Co

Die Zeit, die Unternehmen zur Verfügung steht, um in Krisen mit der Presse und Öffentlichkeit zu kommunizieren sinkt in Zeiten der sozialen Medien wie Twitter & Co dramatisch.

Eine schöne Fallstudie hierzu stellt der amerikanische Krisen-PR Berater Bill Salvin in seinem Blog zur Verfügung. In dieser Case Study geht es um den vermeintlichen Absturz einer Frachtmaschine der U.S. Air Force am 23. März 2009. Die dargestellte Timeline zeigt die Ereignisse in der ersten Stunde nach dieser Falschmeldung und wie durch schnelle Reaktion eine weitere Verbreitung der Meldung verhindert werden konnte.

Voraussetzung hierfür ist jedoch eine laufende Beobachtung der sozialen Medien zu Meldungen über das eigene Unternehmen und die Produkte sowie eine schnelle aktive Kommunikation als Reaktion in den klassischen und neuen sozialen Medien.

Twitter & Co werden auch in Deutschland immer beliebter und populärer und müssen daher in die Krisenkommunikationskonzepte eingebunden werden.

Übrigens:

für die schnelle Kommunikation twittern auch die bcm-news.

Neue BCM-Standards in den USA

Es gibt aktuelle neue Entwicklungen bei den BCM-Standards in den USA. Auf der einen Seite erfährt der amerikanische BCM Standard der National Fire Protection Association NFPA 1600 eine grundlegende Überarbeitung. Das Technical Committee des NFPA arbeitet derzeit an der NFPA 1600 2010 Edition, die im April 2010 veröffentlicht werden soll.

Überarbeitet werden insbesondere die Inhalte des Standards zum Programm-Management, zur Business Impact Analyse und zur BC Planung. Detailliertere Informationen zur Überarbeitung des Standards gibt es in diesem Podcast. Umfangreiche weiterführende Informationen und Links zum BCM-Standard NFPA 1600 und dessen Weiterentwicklung gibt es auf diesen Seiten.

Auf der anderen Seite haben ASIS International (ASIS) und das britische BSI gerade die gemeinsame Entwicklung eines neuen amerikanischen BCM-Standards auf Basis des BS 25999 angekündigt. Dieser neue Standard soll ebenfalls eine nationale und internationale Zertifizierung des BCM-Systems erlauben. ASIS wird ein Technical Committee einrichten, das die Entwicklung des neuen Standards betreibt, gemeinsam mit Vertretern des BSI und der Industrie. Erst im April diesen Jahres hatte ASIS den eigenen BCM Standard “ASIS Organizational Resilience: Security, Preparedness, and Continuity Management Systems – Requirements with Guidance for Use American National Standard” veröffentlicht. bcm-news hatte hierüber ausführlich berichtet.

Der Wettlauf um die vorderen Plätze bei der Entwicklung eines ISO-Standards für Business Continuity scheint entbrannt zu sein. Auch ist die BCM-Zertifizierung ein international wachsender und lukrativer Markt. Dies gilt im Moment insbesondere für den angelsächsischen und asiatischen Raum. In Deutschland stehen wir bei dieser Entwicklung derzeit eher am Seitenrand und schauen zu. Meine persönliche Erwartung ist jedoch, dass mittelfristig insbesondere die Service Provider unter zunehmenden Druck kommen, einen objektiven Nachweis für ihr Business Continuity Management System, vergleichbar mit dem Qualitäts- und Sicherheitsmanagementsystem, zu erbringen. Die Zertifizierung des BCM ist dann natürlich das Mittel der Wahl für diesen Nachweis.

Zu diesem Thema verweise ich auch gerne auf den Kommentar von Uwe Naujoks, unserem international erfahrenen Zertifizierungs-Experten, auf meinen letzten Artikel zu BCM-Standards in den bcm-news.

320.000 Haushalte im Rhein-Main-Gebiet ohne Fernsehen, Telefon und Internet

Gestern waren 320.000 Haushalte im Rhein-Main-Gebiet von Fernsehen, Telefon und Internet abgeschnitten. Ursache war ein Kurzschluss beim Anbieter Unitymedia. 56.000 Telefon- und 59.000 Internet-Anschlüsse waren gestört.

Triple Play und Voice over IP, von den Anbietern heftigst beworben, sind ein Single Point of Failure, was vielen Kunden erst in solchen Momenten bewusst wird. Daher gibt es bei mir nach wie vor klassisches Festnetz und für jeden Service einen anderen Anbieter. Unser privater Notfall im Februar diesen Jahres hat dies wieder bestätigt. Wenn das Internet nicht mehr geht möchte ich wenigstens telefonieren können. Der Verlust des Fernsehprogramms hingegen hinterlässt aus meiner persönlichen Sicht heutzutage keine grossen intellektuellen Lücken mehr. Da ist eher das Programm immer öfter der Notfall.

Bodensee-Wasserversorgung nach anonymen Schreiben unter verstärktem Objektschutz

Bei der Bodensee-Wasserversorgung ist ein anonymes Schreiben eingegangen, in dem sich der Verfasser zu dem Giftanschlag auf eine Wasserentnahmestelle in Sipplingen im Jahr 2005 bekennt.

Der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung leitete zusätzliche Kontrollen ein. Auch der Objektschutz an der größten Trinkwasserentnahmestelle in Sipplingen wurde verstärkt.

Vor vier Jahren wurden dort in 65 Meter Tiefe zwei Kanister mit Pflanzenschutzmitteln entdeckt. Die Täter konnten bislang nicht ermittelt werden.

Die Bodensee-Wasserversorgung versorgt rund vier Milionen Einwohner Baden-Württembergs über ein 1.700 km langes Leitungssystem mit Trinkwasser. Insbesondere der Großraum Stuttgart hängt an dieser Wasserversorgung. Über zwei Leitungen werden täglich bis zu 670 Millionen Liter Wasser mittels Pumpanlagen vom Bodensee nach Norden befördert. Wenn Sie einmal an unseren wunderhübschen Bodensee und meine Heimat kommen, sollten Sie sich die Zeit zu einer Besichtigung der Bodensee-Wasserversorgung nehmen. Es lohnt sich und ist wirklich beeindruckend (= Werbung).

Die Trinkwasserversorgung gehört zu den kritischen Infrastrukturen (Kritis) und ist durch ihre Infrastruktur (Leitungsnetze und Speicher) besonders verwundbar.

bcm-news im Vergleich mit der BILD

Was hat die Bild-Zeitung mit den bcm-news zu tun? Bislang konnte ich keinen engeren Zusammenhang zwischen der Zeitung mit den großen Buchstaben und den kleinen bcm-news entdecken. Doch jetzt wirds ernst. Genau dies ist jetzt Thema in den bayerischen Realschulen der achten Klassen.

Im August hatte ich Post von VG Wort bekommen, mit der überraschenden Nachricht, dass ich jetzt Autor in einem Schulbuch bin. Wilde Spekulationen bei mir und den Lesern waren die Folge, da das Buch noch nicht auf dem Markt war. Jetzt kann das Rätsel aber gelöst werden:

Die Schüler dürfen meinen nüchternen Artikel zu dem Stromausfall in Karlsruhe mit dem blumigen Artikel der BILD zu diesem Ereignis vergleichen. In dem Artikel der BILD reicht der Spannungsbogen von dramatisch "Aufzüge blieben stecken ..." bis zu romantisch "... wurden in vielen Wohnungen Kerzen entzündet". Garniert mit einem Bild mit viel Blaulicht.

Die Schüler dürfen / müssen diese beiden Artikel jetzt hinsichtlich

  • Thema
  • sprachliche Unterschiede
  • Wirkung auf den Leser im Hinblick auf Lesefluss und Lebendigkeit
  • äußere Gestaltung
  • Fotos und ihre Aufgabe

vergleichen.

Leider werde ich wohl nie erfahren, was den Schülern hierzu so einfällt und wie die bcm-news im Vergleich zur BILD in den Augen der Schüler abschneiden. Neugierig wäre ich aber schon, das gebe ich ehrlich zu.

Größtes erdbebensicheres Gebäude der Welt in Istanbul eröffnet

Das größte erdbebensichere Gebäude der Welt wurde jetzt am internationalen Flughafen Sabiha Gökçen Airport in Istanbul erööfnet. Das Gebäude ist nicht direkt mit der Erde verbunden sondern sitzt auf 300 Isolatoren, die eine Bewegung des gesamten Gebäudes bei einem Erdbeben zulassen. Es ist dieselbe Technologie, die für Gebäude in der ebenfalls von Erdbeben bedrohten San Francisco Bay Area genutzt wird. Das neue Gebäude am Istanbuler Airport soll einem Erdbeben der Stärke 8.0 widerstehen können. Weiterlesen…

Hörtip: "Die Influenzapandemie und das Medikament Tamiflu"

Am kommenden Montag, 23. November, sendet der Rundfunksender WDR5 um 20:05 eine interessante Sendung zum Thema Pandemie und Tamiflu:

In den nächsten Jahren wird es zu einer Influenzapandemie mit Millionen von Toten kommen, sagt die Weltgesundheitsorganisation. Sie scheint es ernst zu meinen: Seit 2004 bereiten sich große Teile der Weltgemeinschaft auf diese Pandemie vor. Nationale Notfallpläne werden erstellt und das antivirale Medikament Tamiflu wird in großen Mengen eingelagert.

Michael Lissek fragt, wie es zu der Warnung der WHO kam und welche Folgen diese hat. Wird Tamiflu überhaupt gegen einen noch unbekannten Pandemie-Virus schützen können? Oder ist die Bevorratung dieses Medikaments nicht doch eher ein pharmakologisches Tauschobjekt gegen medieninduzierte Todesfurcht?

Leider kann ich die Sendung nicht hören, da ich im Flieger sitze. Über Rückmeldungen oder einen Mitschnitt würde ich mich sehr freuen!

Hier die Frequenzen von WDR5:

WDR 5 Frequenzen
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BCM-Forum powered by bcm-news

Es gibt hier in den bcm-news den Menüpunkt "Forum". Wozu ein Forum und was bietet dieses Forum?

Was dieser Blog nicht sehr gut leisten kann ist die Kommunikation und Diskussion zu Themen rund um BCM und ITSCM. Das Forum soll genau hierfür einen Rahmen schaffen. In einer vertrauten und vertraulichen Umgebung. Daher ist das Forum und dessen Inhalte nicht öffentlich. Der Zutritt erfolgt über die Einladung durch bestehende Mitglieder oder durch die Freischaltung des Online-Mitgliedsantrags. Den einen oder anderen Beitrag, der nicht für die breite Öfentlichkeit bestimmt ist, werde ich auch dort veröffentlichen. Neben den Diskussionsforen gibt es die Möglichkeit, Dateien abzulegen, Links zu speichern und zwischen den Mitgliedern zu mailen.

Über einen eigenen Menüpunkt sind die bcm-news sowie die Newsticker-Seiten schnell zu erreichen. Zudem sind bei diesem Provider (www.groupsite.com) weitere internationale BCM-Gruppen gehostet (z. Bsp. BCMIX mit über 2.600 internationale Mitglieder), zu denen nach der Erst-Anmeldung schnell über das Menü gewechselt werden kann.

Das Forum ist über den Menüpunkt "Forum" hier in den bcm-news zu erreichen oder direkt mit dem Link http://www.bcm-net.de.

Das BCI-Regionalforum Stuttgart hat eine eigenes Sub-Forum nur für die Stuttgarter Mitglieder. Direkt zu erreichen unter www.bci-stgt.de.

Herzlich willkommen.