138 Tote nach Cholera-Ausbruch in Haiti [Update]

Update:

Die Lage in Haiti wird immer dramatischer. Die Regierung in Haiti hat den medizinischen Notstand ausgerufen. Fast 200 Menschen sind bereits an Cholera gestorben und mehr als 2.000 Menschen sind infiziert. Cholera ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Verunreinigtes Trinkwasser und Nahrung sind häufige Infektionsquellen. Unbehandelt führt Cholera durch Austrocknung zum Tod. Ein schnelles und massives Eingreifen durch die internationalen Hilfsorganisationen ist notwendig, bevor die Infektionswelle die Flüchtlingslager mit hunderttausenden Menschen erreicht.

Der Präsident Haitis, Rene Preval, bestätigte heute gegenüber der Presse, dass die 138 Todesopfer in der Zentralregion Haitis Opfer der Cholera wurden. Nach dem schweren Beben im Januar diesen Jahres, bei dem 300.000 Menschen ums Leben kamen und 1,2 Millionen odachlos, ist dies eine weitere Katastrophe für dieses Land. Obwohl Hunderte von Hilfsorganisationen nach dem Erdbeben in Haiti tätig wurden, hat noch lange nicht jede Familie wieder ein Dach über dem Kopf. Insbesondere in den schwer zugänglichen Gebieten ist nach fast einem Jahr noch immer wenig bis gar keine Hilfe angekommen. Die schlechten hygienischen Zustände führen nun zu dieser weiteren Tragödie.

Bei Zeit online gibt es eine Fotostrecke aus Haiti, die aber das ganze Elend nicht zu vermitteln mag.

Auch im Hochtaunuskreis gab es in jüngster Zeit einen Todesfall auf Grund von Cholera bei einem Kind, das mit seiner Familie kurz zuvor aus Pakistan zurückgekehrt war.

Verdacht auf Cholera bei verstorbenem Kind [Update]

Update:

Der Verdacht auf Cholera hat sich bestätigt. Die Geschwister und Kontaktpersonen kamen in Quarantäne. Die drei älteren Geschwister sind ebenfalls erkrankt. Die Dauer der Quarantäne beträgt fünf Tage. Es ist der erste Todesfall auf Grund von Cholera in Deutschland seit 10 Jahren.

Bei einem im städtischen Klinikum Frankfurt Höchst verstorbenen Kind besteht Verdacht auf Cholera. Das Kind war mit seinen Geschwistern und Eltern am Mittwoch aus Pakistan zurückgekehrt. Das Gesundheitsamt hat alle Kontaktpersonen ermittelt und unter Quarantäne gestellt.

Quelle: FAZ

Norovirus legt FĂŒnf-Sterne-Hotel in Glasgow lahm

In einem der letzten Posts habe ich über einen Fall von Norovirus-Infektionen in den Allgäuer Alpen und der ausführlichen  Anlayse des Falls durch das RKI berichtet. Dass der hoch ansteckende Norovirus das Zeug dazu hat, ein Unternehmen in Kürze lahmzulegen hat er jetzt in einem Fünf-Sterne-Hotel in Glasgow bewiesen. 58 Gäste und 17 Mitarbeiter des Hilton-Hotels haben sich an dem Virus angesteckt und litten an Brechreiz und Durchfall. Das Hotel dürfte weitgehend lahmgelegt worden sein. Bis der Infektionsherd identifiziert und beseitigt ist dürften weitere tiefgreifende Einschränkungen des Geschäftsbetriebs die längerwirkenden Folgen sein.

Quelle: Ärzte Zeitung

RKI-Bericht zu einem Norovirus-Ausbruch in den AllgÀuer Alpen

Im aktuellen Epidemiologischen Bulletin 28/2010 des Robert Koch Instituts wird ein interessanter Fall einer Norovirus-Infektionswelle auf einer Hütte in den Allgäuer Alpen beschrieben. Die H1N1-Pandemie ist glücklicherweise ohne die befürchteten massiven Auswirkungen an uns vorübergegangen. Können wir jetzt die Pandemiepläne in die Schublade legen und zur Tagesordnung übergehen? Leider nein. Die Schweinegrippe ist nicht das einzige Risiko, das zu kritischen Personalausfällen in Unternehmen führen kann. Das Norovirus ist ein latentes Risiko für jedes Unternehmen, das in kurzer Zeit zu massiven Personalausfällen führen kann. Es gab bereits mehrere Norovirus-Infektionswellen in Krankenhäusern, Hotels und auf Ausflugsschiffen. Auch Unternehmen können von einer solcher Epidemie betroffen werden. Dann fällt in kurzer Zeit eine große Anzahl an Mitarbeitern aus. Fällt dies auch noch ausgerechnet in die Urlaubszeit oder in die Peak-Season des Business, dann kann es ganz schnell kritisch werden. Daher ist das Szenario “Personalausfall” ein wesentlicher Bestandteil der Notfallvorsorge und Geschäftsfortführungsplanung im BCM und nicht nur Teil eines Pandemieplans.

Das Bulletin des RKI beschreibt eindrücklich, wie schnell eine Infektionswelle auftreten kann und in kurzer Zeit viele Personen infiziert wurden. Weitere Beispiele gibt es in den bcm-news.

H1N1 Status vom 17. Mai (Updated)

Die Schweinegrippe  / H1N1 breitet sich weltweit weiter aus. 39 Länder haben mittlerweile 8480 Fälle von Infektionen mit der Schweinegrippe gemeldet. In Deutschland sind es 14 Fälle.

Todesfälle wurden aus Mexiko (2895 Infektionen / 66 Todesfälle), USA (4714 / 4), Kanada (496 / 1) und Costa Rica (9 / 1) gemeldet.

Neue Infektionsfälle wurden heute aus Chile und Indien gemeldet.

In New York wurden laut Presseberichten drei Schulen geschlossen, nachdem ein Lehrer an der Schweinegrippe erkrankt ist und unter den Schülern eine gehäufte Anzahl an Grippeerkrankungen auftrat.

WHO Pandemiestufe: 5 (widespread human infection)

Die größten Befürchtungen einer weltweiten Pandemie sind bislang nicht eingetreten. Trotzdem warnen Experten vor einer weiteren Welle  mit einem möglicherweise mutierten gefährlicheren Virus.

Update: Situation in Deutschland (Quelle RKI)

Insgesamt sind neun Erkrankungsfälle aus Mexiko und ein Fall aus den USA eingeschleppt worden (die beiden Staaten mit den weitaus meisten Fällen). Vier Übertragungen sind in Deutschland aufgetreten. Die 14 Fälle verteilen sich auf die Bundesländer Bayern (7), Brandenburg (2), Sachsen-Anhalt (4) und Hamburg (1). Die ersten drei Fälle waren am 29.4.2009 bestätigt worden. Alle Erkrankungen in Deutschland sind bisher mild verlaufen.

Aktuelle Informationen zur Schweinegrippe

Anlässlich der aktuellen kritischen Situation bei der Verbreitung des Schweinegrippe-Virus habe ich eine neue Link-Kategorie eingerichtet. In dieser Kategorie finden Sie Links zur aktuellen Lage mit Lagebildern des WHO, Robert Koch Institut RKI, ECDC und CDC.

Im bcm-newsticker gibt es aktuelle Informationen zum Thema. Der bcm-newsticker ist über twitter zu abonnieren: bcmnews

Schweinegrippe-Virus: erster Verdachtsfall in Europa (Update)

Offensichtlich gibt es den ersten Verdachtsfall für eine Schweinegrippe-Infektion in Europa.

In London wird ein aus Mexiko zurückgekehrter Flugbegleiter der Fluglinie British Airways wegen grippeähnlicher Symptome behandelt. Dies berichtet aktuell SPIEGEL online.

Entwarnung: bei derm Crew-Mitglied wurde der Virus nicht nachgewiesen.

Dafür gibt es mittlerweile bestätigte Fälle aus Neuseeland.

Influenzawelle steuert auf Höchstwerte zu

Der aktuelle Statusbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza ist eindeutig: die Landkarte der Bundesrepublik ist in weiten Teilen tiefrot gefärbt. Dies bedeutet eine starke Erhöhung der Influenza-Infektionen. Im Norden und in Nordrhein Westfalen sind die Werte allerdings bereits wieder etwas zurückgegangen.

Im Winter 1995/1996 gab es laut Schätzungen 30.000 Grippetote in Deutschland. Ob es dieses Jahr ähnlich schlimm wird ist ungewiss. Zumindest gegen den aktuellen Erreger A/H34N2 richtet sich auch der zurzeit vorhandene Impfstoff.

Google bietet Vorhersage von Grippe-Epidemien an

Einen interessanten neuen Dienst des “Datenkraken” Google stellt das ct-Magazin in seiner aktuellen November-Ausgabe (c´t 2008, Heft 25 Seite 50) vor.

Mit Google Flu Trends (www.google.org/flutrends) analysiert Google die Suchanfragen zum Thema Grippe. Für die Erzeugung des Grippe-Vorhersagemodells wurden viele Milliarden Suchanfragen seit 2003 ausgewertet. Das Modell geht davon aus, dass an Orten, wo Grippewellen grassieren, die Suchanfragen zu diesem Thema zunehmen.

Im Vergleich mit den historischen Daten des U.S. Center for Diesease Control and Prevention (CDC) sollen die Daten ein bis zwei Wochen früher vorliegen.

Auf der Online-Seite sind die Daten für die USA abrufbar.

Dieser Dienst lässt der Phantasie viel freien Raum, was sonst noch an (Früh-) Erkennung möglich wäre – vorausgesetzt das Internet funktioniert.

Auch die FAZ hat über diesen Service berichtet.