Norovirus legt zwei Kliniken lahm

Zwei Kliniken im Großraum Hannover sind durch den Ausbruch des Norovirus weitgehend lahmgelegt. Im Robert Koch Klinikum in gehrden haben sich 57 Patienten und 30 Beschäftigte mit dem hochansteckenden Virus infiziert. Auch im Klinikum Springe sind Patienten und Mitarbeiter an dem Virus erkrankt. Beide Häuser werden von der Klinikküche Gehrden versorgt. Im Verdacht steht ein Mitarbeiter der Klinikküche, das Virus verbreitet zu haben.

Gleichzeitig gibt es in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig Holstein eine erhöhte Anzahl an Durchfall-Erkrankungen durch den EHEC-Erreger, wie der NDR berichtet.

Immer wieder wird der gesamte Betrieb von Hotels, Ausflugsschiffen und Unternehmen von dem Ausbruch des hochinfektiösen Virus lahmgelegt. Das Robert Koch Institut RKI überwacht die Infektionen, analysiert Infektionsfälle und gibt Empfehlungen zum Schutz vor Infektionen. Hierzu zählt die sofortige Isolierung infizierter Personen, die Durchführung von Desinfektionsreinigungen sowie die Einhaltung der Handhygiene.

Ebola in Uganda ausgebrochen

Bei Ebola denkt man sofort an Epidemie und Tod. Die nach einem Fluss in der Demokratischen Republik Kongo benannte Krankheit ist hoch ansteckend und führt in den meisten Fällen zum Tod. Die WHO hat jetzt einen Ebola-Fall in Uganda bestätigt. Ein zwölfjähriges Mädchen ist in der vergangenen Woche an dem Erreger gestorben. Sofort wurden Familienangehörige, behandelnde Ärzte und Krankenschwestern in Quarantäne genommen. Im Krankenhaus von Bombo wurde eine Quarantänestation eingerichtet, um weitere Erkrankte aufnehmen zu können.

[Ärzte Zeitung]

Hessischer Sozialminister ruft zu Grippeimpfungen auf

Die Grippesaison hat begonnen und es kommt bundesweit vermehrt zu Erkrankungen und auch zu ersten Todesfällen. In Hessen sind mittlerweile zwei Menschen am A(H1N1)-Virus gestorben. Es handelt sich hierbei um zwei Patienten mit chronischen Vorerkrankungen. Ein hoher Anteil der 98 Influenza-Erkrankungen in Hessen seit Jahresbeginn sind H1N1-Fälle. Der hessische Sozialminister Stefan Grüttner ruft daher in einer Pressemitteilung alle Personen mit einem besonderen Erkrankungsrisiko auf, sich noch gegen die Influenza impfen zu lassen und bei Symptomen sofort zum Arzt zu gehen. Bei der saisonalen Influenza schwankt nach Angaben des RKI die Zahl der Todesfälle zwischen null und 100 bei schwachem Verlauf und bis zu 15.500 Todesfällen bei starken Grippewellen.

138 Tote nach Cholera-Ausbruch in Haiti [Update]

Update:

Die Lage in Haiti wird immer dramatischer. Die Regierung in Haiti hat den medizinischen Notstand ausgerufen. Fast 200 Menschen sind bereits an Cholera gestorben und mehr als 2.000 Menschen sind infiziert. Cholera ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Verunreinigtes Trinkwasser und Nahrung sind häufige Infektionsquellen. Unbehandelt führt Cholera durch Austrocknung zum Tod. Ein schnelles und massives Eingreifen durch die internationalen Hilfsorganisationen ist notwendig, bevor die Infektionswelle die Flüchtlingslager mit hunderttausenden Menschen erreicht.

Der Präsident Haitis, Rene Preval, bestätigte heute gegenüber der Presse, dass die 138 Todesopfer in der Zentralregion Haitis Opfer der Cholera wurden. Nach dem schweren Beben im Januar diesen Jahres, bei dem 300.000 Menschen ums Leben kamen und 1,2 Millionen odachlos, ist dies eine weitere Katastrophe für dieses Land. Obwohl Hunderte von Hilfsorganisationen nach dem Erdbeben in Haiti tätig wurden, hat noch lange nicht jede Familie wieder ein Dach über dem Kopf. Insbesondere in den schwer zugänglichen Gebieten ist nach fast einem Jahr noch immer wenig bis gar keine Hilfe angekommen. Die schlechten hygienischen Zustände führen nun zu dieser weiteren Tragödie.

Bei Zeit online gibt es eine Fotostrecke aus Haiti, die aber das ganze Elend nicht zu vermitteln mag.

Auch im Hochtaunuskreis gab es in jüngster Zeit einen Todesfall auf Grund von Cholera bei einem Kind, das mit seiner Familie kurz zuvor aus Pakistan zurückgekehrt war.

Verdacht auf Cholera bei verstorbenem Kind [Update]

Update:

Der Verdacht auf Cholera hat sich bestätigt. Die Geschwister und Kontaktpersonen kamen in Quarantäne. Die drei älteren Geschwister sind ebenfalls erkrankt. Die Dauer der Quarantäne beträgt fünf Tage. Es ist der erste Todesfall auf Grund von Cholera in Deutschland seit 10 Jahren.

Bei einem im städtischen Klinikum Frankfurt Höchst verstorbenen Kind besteht Verdacht auf Cholera. Das Kind war mit seinen Geschwistern und Eltern am Mittwoch aus Pakistan zurückgekehrt. Das Gesundheitsamt hat alle Kontaktpersonen ermittelt und unter Quarantäne gestellt.

Quelle: FAZ

Norovirus legt Fünf-Sterne-Hotel in Glasgow lahm

In einem der letzten Posts habe ich über einen Fall von Norovirus-Infektionen in den Allgäuer Alpen und der ausführlichen  Anlayse des Falls durch das RKI berichtet. Dass der hoch ansteckende Norovirus das Zeug dazu hat, ein Unternehmen in Kürze lahmzulegen hat er jetzt in einem Fünf-Sterne-Hotel in Glasgow bewiesen. 58 Gäste und 17 Mitarbeiter des Hilton-Hotels haben sich an dem Virus angesteckt und litten an Brechreiz und Durchfall. Das Hotel dürfte weitgehend lahmgelegt worden sein. Bis der Infektionsherd identifiziert und beseitigt ist dürften weitere tiefgreifende Einschränkungen des Geschäftsbetriebs die längerwirkenden Folgen sein.

Quelle: Ärzte Zeitung

RKI-Bericht zu einem Norovirus-Ausbruch in den Allgäuer Alpen

Im aktuellen Epidemiologischen Bulletin 28/2010 des Robert Koch Instituts wird ein interessanter Fall einer Norovirus-Infektionswelle auf einer Hütte in den Allgäuer Alpen beschrieben. Die H1N1-Pandemie ist glücklicherweise ohne die befürchteten massiven Auswirkungen an uns vorübergegangen. Können wir jetzt die Pandemiepläne in die Schublade legen und zur Tagesordnung übergehen? Leider nein. Die Schweinegrippe ist nicht das einzige Risiko, das zu kritischen Personalausfällen in Unternehmen führen kann. Das Norovirus ist ein latentes Risiko für jedes Unternehmen, das in kurzer Zeit zu massiven Personalausfällen führen kann. Es gab bereits mehrere Norovirus-Infektionswellen in Krankenhäusern, Hotels und auf Ausflugsschiffen. Auch Unternehmen können von einer solcher Epidemie betroffen werden. Dann fällt in kurzer Zeit eine große Anzahl an Mitarbeitern aus. Fällt dies auch noch ausgerechnet in die Urlaubszeit oder in die Peak-Season des Business, dann kann es ganz schnell kritisch werden. Daher ist das Szenario “Personalausfall” ein wesentlicher Bestandteil der Notfallvorsorge und Geschäftsfortführungsplanung im BCM und nicht nur Teil eines Pandemieplans.

Das Bulletin des RKI beschreibt eindrücklich, wie schnell eine Infektionswelle auftreten kann und in kurzer Zeit viele Personen infiziert wurden. Weitere Beispiele gibt es in den bcm-news.

H1N1 Status vom 17. Mai (Updated)

Die Schweinegrippe  / H1N1 breitet sich weltweit weiter aus. 39 Länder haben mittlerweile 8480 Fälle von Infektionen mit der Schweinegrippe gemeldet. In Deutschland sind es 14 Fälle.

Todesfälle wurden aus Mexiko (2895 Infektionen / 66 Todesfälle), USA (4714 / 4), Kanada (496 / 1) und Costa Rica (9 / 1) gemeldet.

Neue Infektionsfälle wurden heute aus Chile und Indien gemeldet.

In New York wurden laut Presseberichten drei Schulen geschlossen, nachdem ein Lehrer an der Schweinegrippe erkrankt ist und unter den Schülern eine gehäufte Anzahl an Grippeerkrankungen auftrat.

WHO Pandemiestufe: 5 (widespread human infection)

Die größten Befürchtungen einer weltweiten Pandemie sind bislang nicht eingetreten. Trotzdem warnen Experten vor einer weiteren Welle  mit einem möglicherweise mutierten gefährlicheren Virus.

Update: Situation in Deutschland (Quelle RKI)

Insgesamt sind neun Erkrankungsfälle aus Mexiko und ein Fall aus den USA eingeschleppt worden (die beiden Staaten mit den weitaus meisten Fällen). Vier Übertragungen sind in Deutschland aufgetreten. Die 14 Fälle verteilen sich auf die Bundesländer Bayern (7), Brandenburg (2), Sachsen-Anhalt (4) und Hamburg (1). Die ersten drei Fälle waren am 29.4.2009 bestätigt worden. Alle Erkrankungen in Deutschland sind bisher mild verlaufen.

Aktuelle Informationen zur Schweinegrippe

Anlässlich der aktuellen kritischen Situation bei der Verbreitung des Schweinegrippe-Virus habe ich eine neue Link-Kategorie eingerichtet. In dieser Kategorie finden Sie Links zur aktuellen Lage mit Lagebildern des WHO, Robert Koch Institut RKI, ECDC und CDC.

Im bcm-newsticker gibt es aktuelle Informationen zum Thema. Der bcm-newsticker ist über twitter zu abonnieren: bcmnews