Studien zur Vogelgrippe werden nun doch veröffentlicht

Nach einer langandauernden Debatte über die Veröffentlichung zweier Forschungsergebnisse zu mutierten hochansteckenden H5N1-Virenstämmen werden die Foschungsergebnisse in modifizierter Form nun doch veröffentlicht. Nachdem die Veröffentlichung zuvor durch die amerikanische NSABB (National Science Advisory Board for Biosecurity) und die WHO aus Sicherheitsbedenken abgelehnt wurde, dürfen die geänderten Fassungen jetzt veröffentlicht werden. Die Umstände, die zu dieser Meinungsänderung geführt haben, sind jedoch alles andere als transparent. Zunächst hatten die Forscher selbst die Tragweite ihrer Ergebnisse relativiert und damit die Bedrohung durch die Verwendung der Ergebnisse durch Terroristen für einen Anschlag. Durch eine Mutation haben die Forscher H5N1-Virenstämme erzeugt, die leicht übertragbar sind. Der bis heute auftretende H5N1-Virus weist zwar eine hohe Sterblichkeitsrate auf, ist jedoch nur schwer von Tier auf Menschen übertragbar. Die 353 H5N1-Todesfälle betreffen vor allem Personen, die in direktem engen Kontakt mit infiziertem Geflügel standen. Ein maßgeblicher Beweggrund zur Freigabe der Forschungsergebnisse dürfte jedoch politischer Natur sein, wie dieser Artikel aufzeigt. Die WHO bemüht sich eine internationale Allianz der Staaten zur Bekämpfung der Infektion zusammenzubringen. Indonesien und andere Staaten weigern sich jedoch, Virenstämme international für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen. Würden die Forschungsergebnise nicht veröffentlicht werden, erhielten diese Staaten Argumente für ihre Abwehrhaltung und die schwache internationale Zusammenarbeit bei der Forschung und Bekämpfung der Epidemien könnte zusammenbrechen.

Droht uns eine neue EHEC-Infektionswelle?

Derzeit werden in der Presse wieder gehäuft Fälle von EHEC-Infektionen herausgegriffen und berichtet. Gerade heute ist dies wieder der Fall. Bei allen berichteten Fällen verlief die Infektion harmlos. Um diese Presse-Meldungen in einen Kontext zu stellen: dem Robert Koch Institut RKI liegen für 2012 bislang insgesamt 121 Meldungen über EHEC-Infektionen vor (Quelle: Robert Koch-Institut: SurvStat, http://www3.rki.de/SurvStat, Datenstand: 29.02.2012). Für den Serotyp O104:H4, der für die schwere Infektionswelle 2011 mit 53 Todesfällen verantwortlich war, liegen für das Jahr 2012 bislang keine Meldungen vor. Wenn man sich diese Fakten vor Augen hält, handelt sich derzeit daher eher um von der Presse heraugegriffene Einzelfälle als um eine echte aktuelle Bedrohungslage einer neuerlichen schweren Infektionswelle.

EHEC-Todesfall in Hamburg

In Hamburg ist laut einer Meldung des Spiegel ein sechsjähriges Mädchen an den Folgen einer EHEC-Infektion gestorben. Das Kind starb in der Nacht zum Sonntag in einem Krankenhaus in Hamburg an den schweren Nierenschäden.

Im vergangenen Jahr waren über 50 Menschen an einer EHEC/HUS-Infektion gestorben. Als Ursache wurden Bockshornkleesamen aus Ägypten identifiziert. Die Epidemie wurde im Juli vergangenen Jahres vom RKI als beendet erklärt. Ist dies ein neuerlicher Ausbruch der Epidemie?

Bereits vor wenigen Tagen war der EHEC-Erreger in einer Leipziger Kita aufgetreten. Mindestens zwei Kinder haben sich mit dem Erreger infiziert, haben sich aber mittlerweile von der Erkrankung wieder erholt.

Bereits 16 Tote in den USA durch mit Listerien verseuchte Melonen

Mit Listerien verseuchte Melonen haben in den USA zu mindestens 16 Todesfällen und über 70 Erkrankungen geführt. Das CDC  (Centers for Diesease Control and Prevention) rechnet mit weiteren Todesfällen, da die Inkubationszeit bis zu vier Wochen beträgt. Die Farm in Colorada, in welcher die infizierten Melonen der Marke ““Rocky Ford Cantaloupes” erzeugt wurden, ist mittlerweile identifiziert und die Produkte wurden zurückgerufen. Die Krankheitswelle startete am 4. August und betrifft 18 Bundesstaaten. Am stärksten betroffen ist New Mexiko mit vier Todesfällen. Insbesondere ältere Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem sind durch die Infektion gefährdet. Es gibt mittlerweile 72 nachgewisene Infektionsfälle. Die meisten der Verstorbenen waren älter als 60 Jahre, zwei über 90. Es handelt sich um die tödlichste Lebensmittelinfektion seit einem Jahrzehnt in den USA.

Bundesregierung: Strukturelle und kommunikative Konsequenzen aus der EHEC-Krise

Auf die kleine Anfrage der Abgeordneten Nicole Maisch, Friedrich Ostendorff, Birgitt Bender, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Drucksache 17/6806) nimmt die Bundesregierung Stellung zu den Konsequenzen aus der EHEC-Krise.

“Die Zusammenarbeit innerhalb der Bundesregierung und zwischen Bund und Ländern hat von Beginn des Ausbruchgeschehens an gut funktioniert. Das BMELV hat als zuständiges Ressort für die Lebensmittelsicherheit einen Krisenstab einberufen, in den das BMG und das RKI eingebunden waren. Beim RKI wurde unverzüglich das Lagezentrum zur Koordinierung der Untersuchungsaktivitäten im humanmedizinischen Bereich und zum schnellen Informationsaustausch aktiviert. Die fachliche Zusammenarbeit zwischen dem RKI,dem BfR und dem BVL war zielorientiert und hat gut funktioniert.”

“Grundsätzlich setzt das von der Krisenlage überwiegend betroffene Ressort seinen Krisenstab oder einen ressortgemeinsamen Krisenstab ein. Durch die Entsendung von Verbindungsbeamten und Fachberatern anderer Ressorts und Behörden in diesen Krisenstab ist sichergestellt, dass alle von der Krisenlage betroffenen Ressorts und Behörden mit ihrer jeweiligen Fachexpertise den Krisenstab/Leitung des Krisenstabes beraten und unterstützen.”

“Als erste Konsequenz aus dem Geschehen ist im Rahmen des laufenden Gesetzgebungsvorhabens zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften eine substanzielle Beschleunigung des Melde- und Übermittlungsweges
für Infektionskrankheiten vorgesehen. Namentliche Meldungen durch Ärztinnen und Ärzte sollen danach künftig spätestens innerhalb von 24 Stunden an das zuständige Gesundheitsamt und von dort spätestens innerhalb von drei Tagen an das RKI übermittelt werden.”

RKI betrachtet EHEC-Ausbruch als beendet

Nachdem der letzte Erkrankungsbeginn mit EHEC drei Wochen zurückliegt und es keine Neuinfektionen gibt, betrachtet das Robert Koch Institut RKI den EHEC-Ausbruch als beendet. In den Informationen zum EHEC-Ausbruch berichtet das RKi von insgesamt 4.321 EHEC/HUS-Erkrankungen mit 50 Todesfällen.

“Aktuelle Ermittlungsergebnisse ergaben keine Hinweise, dass andere Samenarten als Bockshornkleesamen mit EHEC-Infektionen in Zusammenhang stehen. Aus Ägypten importierte Bockshornkleesamen sowie Sprossen und Keimlinge, die aus diesen Samen gezogen wurden, sollten aber weiterhin nicht roh verzehrt werden.”

Bundesbehörden heben Warnungen vor dem Verzehr von Sprossen und Keimlingen auf

Die Bundesbehörden RKI, Bundesinstitut für Risikobewertung sowie Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit haben die Verzehrwarnungen für Sprossen und Keimlinge aufgehoben:

“Aus Sicht der Bundesbehörden gibt es nach Vorlage weiterer Informationen aus den Bundesländern keinen Grund mehr für die Empfehlung, zum Schutz vor Infektionen mit EHEC O104:H4 Sprossen und Keimlinge generell nicht roh zu verzehren. Die aktuellen Ermittlungsergebnisse ergaben keine Hinweise, dass andere Samenarten als Bockshornkleesamen mit EHEC-Infektionen in Zusammenhang stehen. Aus Ägypten importierte Bockshornkleesamen sowie Sprossen und Keimlinge, die aus diesen Samen gezogen wurden, sollten aber weiterhin nicht roh verzehrt werden.”

“Sollten in Privathaushalten noch Bockshornkleesamen für Sprossen und Keimlinge vorhanden sein, die in den Jahren 2009 bis 2011 gekauft wurden, sollten diese mit dem Restmüll entsorgt werden. Dies trifft auch für Samenmischungen zu, die Bockshornkleesamen enthalten.”

Deutsche Bauern melden 16 Millionen Euro Schaden durch Ehec

Nach dem Einbruch des Marktes für Gemüse als Folge der Ehec-Epidemie haben die 10.000 deutschen Gemüsebauern einen Schaden von 16 Millionen Euro an die Landesbehörden gemeldet. Damit fallen die Schäden weit geringer aus als ursprünglich befürchtet. Der deutsche Bauernverband hatte mit Schäden von 75 Millionen Euro gerechnet. Europaweit stehen rund 210 Millionen Euro für Entschädigungen zur Verfügung. Hart hat es insbesondere auch die spanischen Anbauer von Gurken getroffen, die zunächst im Verdacht standen, die Ehec-Epidemie ausgelöst zu haben. Die spanischen Bauern schätzen ihre Einnahmeausfälle auf rund 200 Millionen Euro, die holländischen Produzenten sprechen gar von 350 Millionen Euro. Mittlerweile wurden Bockshornkleesamen aus Ägypten als Verursacher der Epidemie identifiziert. 48 Menschen starben, über 4.000 sind zum Teil schwer erkrankt und mit bleibenden Nierenschäden. Die Infektionswelle ist mittlerweile abgeflaut. Die letzte Erkrankung mit dem Erreger EHEC-O-104 war am 07. Juli diesen Jahres.

 

Norovirus war Ursache der Erkrankung von 300 Jugendlichen in einem Zeltlager

Die Erkrankung von 300 Jugendlichen in einem Zeltlager in Bad Segeberg an Brechdurchfall kann auf Noroviren zurückgeführt werden. Bei vier Patienten konnte das hochansteckende Virus nachgewiesen werden. 143 Teilnehmer des Zeltlagers mussten am vergangenen Wochenende ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Noroviren sind immer wieder die Ursache für massive lokale Epidemien. Diese sind zwar im Gegensatz zu Pandemien sehr lokal begrenzt, kurzfristig und nicht lebensbedrohlich, doch kann in einem Unternehmen bei Ausbruch des Virus schnell eine ganze Abteilung lahmgelegt werden. Gut wenn es dann Pläne im Rahmen der Notfallplanung für ungeplante Personalausfälle gibt.

BfR: Samen von Bockshornklee mit hoher Wahrscheinlichkeit für EHEC O104:H4 Ausbruch verantwortlich

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat mit hoher Wahrscheinlichkeit den Verursacher der EHEC/HUS-Infektionen ausgemacht:

Die Rückverfolgung von Samenlieferungen in Deutschland und anderen EU-Staaten durch die deutschen Behörden und die Task Force der EFSA haben ergeben, dass bestimmte Chargen von Bockshornkleesamen mit den EHEC-Ausbrüchen in Deutschland und Frank-reich in Verbindung stehen, was durch die Risikobewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) vom 29. Juni 2011 bestätigt wird. Nach Angaben der EF-SA wurden diese Chargen aus Ägypten importiert.

Deshalb hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine vorläufige Risikobewertung zur Bedeutung dieser Sprossen und Sprossensamen im Zusammenhang mit dem Aus-bruchsgeschehen von EHEC O104:H4 in Deutschland vorgenommen. Das BfR kommt zu dem Schluss, dass zur Sprossenherstellung verwendete Bockshornkleesamen mit großer Wahrscheinlichkeit Ursache des Ausbruchs waren.

Stellungnahme Nr. 022/2011 des BfR vom 30. Juni 2011

Behörden schliessen Grundschule nach EHEC-Ausbruch

Nachdem drei Schüler an der Grundschule im ostwestfälischen Altenbeken an EHEC/HUS erkrankten und bei weiteren Mitarbeitern der Essensausgabe und des Caterers EHEC nachgewiesen wurde, entschlossen sich die Behörden in Abstimmung mit dem Robert Koch Institut zur Schließung der Schule für eine Woche. Die Ursache der Infektionen ist noch unklar.
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Dies bestätigt die Aussage des Präsidenten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel, dass auch in Zukunft weiter mit EHEC-Infektionen zu rechnen ist. Auch das RKI gibt keine Entwarnung „Mit einigen Neuinfektionen ist in jedem Fall zu rechnen, da der Erreger durch Schmierinfektion auf andere Menschen übertragen werden kann, wenn Menschen den Erreger ausscheiden und sich die Hände nicht waschen“, so RKI-Präsident Reinhard Burger.

Das Umweltbundesamt schließt eine Gefahr für das Trinkwasser durch den aggressiven Ehec-Keim aus und warnt vor Panikmache.

Seit Ausbruch der Epidemie sind 43 Personen an EHEC/HUS gestorben. Auch in Frankreich gibt es Infektionsfälle. Zehn Franzosen in Bordeaux leiden an einer EHEC-Infektion.

EHEC: BfR rät auch vom Verzehr selbstgezogener Sprossen ab

Das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR rät auch vom Verzehr selbstgezogener Sprossen und Keimlinge ab. Nachdem die Spur der EHEC-Infektionen nach detektivischer Recherche inklusive Abfällen in Mülltonnen bis zu den Sprossen zurückverfolgt werden konnte, bleibt die Frage nach der ursächlichen Quelle immer noch offen. In Frage kommen die Samen aber auch Erde und das Wasser zur Bewässerung. Bei der schweren EHEC-Infektion in Japan war die Düngung mit Gülle Ursache der Infektionen. Das BfR hat jetzt Anhaltspunkte, dass bereits die Samen mit den Erregern belastet sind. In Niedersachsen sind die Infektionen in einer Familie offensichtlich auf diese Quelle zurückzuführen. Bei der Infektion der Samen hilft auch keine Küchenhygiene zum Schutz vor Infektionen. Das BfR rät daher vom Verzehr von rohen Sprossen und Keimlingen ab.

Aktuell gibt es 35 EHEC-Tote und rund 4.ooo Infektionen. 100 Patienten werden lebenslange schwere Folgeschäden davontragen. Viele dieser schwer erkrankten Patienten benötigen eine neue Niere.