Norovirus war Ursache der Erkrankung von 300 Jugendlichen in einem Zeltlager

Die Erkrankung von 300 Jugendlichen in einem Zeltlager in Bad Segeberg an Brechdurchfall kann auf Noroviren zurückgeführt werden. Bei vier Patienten konnte das hochansteckende Virus nachgewiesen werden. 143 Teilnehmer des Zeltlagers mussten am vergangenen Wochenende ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Noroviren sind immer wieder die Ursache für massive lokale Epidemien. Diese sind zwar im Gegensatz zu Pandemien sehr lokal begrenzt, kurzfristig und nicht lebensbedrohlich, doch kann in einem Unternehmen bei Ausbruch des Virus schnell eine ganze Abteilung lahmgelegt werden. Gut wenn es dann Pläne im Rahmen der Notfallplanung für ungeplante Personalausfälle gibt.

BfR: Samen von Bockshornklee mit hoher Wahrscheinlichkeit für EHEC O104:H4 Ausbruch verantwortlich

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat mit hoher Wahrscheinlichkeit den Verursacher der EHEC/HUS-Infektionen ausgemacht:

Die Rückverfolgung von Samenlieferungen in Deutschland und anderen EU-Staaten durch die deutschen Behörden und die Task Force der EFSA haben ergeben, dass bestimmte Chargen von Bockshornkleesamen mit den EHEC-Ausbrüchen in Deutschland und Frank-reich in Verbindung stehen, was durch die Risikobewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) vom 29. Juni 2011 bestätigt wird. Nach Angaben der EF-SA wurden diese Chargen aus Ägypten importiert.

Deshalb hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine vorläufige Risikobewertung zur Bedeutung dieser Sprossen und Sprossensamen im Zusammenhang mit dem Aus-bruchsgeschehen von EHEC O104:H4 in Deutschland vorgenommen. Das BfR kommt zu dem Schluss, dass zur Sprossenherstellung verwendete Bockshornkleesamen mit großer Wahrscheinlichkeit Ursache des Ausbruchs waren.

Stellungnahme Nr. 022/2011 des BfR vom 30. Juni 2011

Behörden schliessen Grundschule nach EHEC-Ausbruch

Nachdem drei Schüler an der Grundschule im ostwestfälischen Altenbeken an EHEC/HUS erkrankten und bei weiteren Mitarbeitern der Essensausgabe und des Caterers EHEC nachgewiesen wurde, entschlossen sich die Behörden in Abstimmung mit dem Robert Koch Institut zur Schließung der Schule für eine Woche. Die Ursache der Infektionen ist noch unklar.
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Dies bestätigt die Aussage des Präsidenten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel, dass auch in Zukunft weiter mit EHEC-Infektionen zu rechnen ist. Auch das RKI gibt keine Entwarnung „Mit einigen Neuinfektionen ist in jedem Fall zu rechnen, da der Erreger durch Schmierinfektion auf andere Menschen übertragen werden kann, wenn Menschen den Erreger ausscheiden und sich die Hände nicht waschen“, so RKI-Präsident Reinhard Burger.

Das Umweltbundesamt schließt eine Gefahr für das Trinkwasser durch den aggressiven Ehec-Keim aus und warnt vor Panikmache.

Seit Ausbruch der Epidemie sind 43 Personen an EHEC/HUS gestorben. Auch in Frankreich gibt es Infektionsfälle. Zehn Franzosen in Bordeaux leiden an einer EHEC-Infektion.

EHEC: BfR rät auch vom Verzehr selbstgezogener Sprossen ab

Das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR rät auch vom Verzehr selbstgezogener Sprossen und Keimlinge ab. Nachdem die Spur der EHEC-Infektionen nach detektivischer Recherche inklusive Abfällen in Mülltonnen bis zu den Sprossen zurückverfolgt werden konnte, bleibt die Frage nach der ursächlichen Quelle immer noch offen. In Frage kommen die Samen aber auch Erde und das Wasser zur Bewässerung. Bei der schweren EHEC-Infektion in Japan war die Düngung mit Gülle Ursache der Infektionen. Das BfR hat jetzt Anhaltspunkte, dass bereits die Samen mit den Erregern belastet sind. In Niedersachsen sind die Infektionen in einer Familie offensichtlich auf diese Quelle zurückzuführen. Bei der Infektion der Samen hilft auch keine Küchenhygiene zum Schutz vor Infektionen. Das BfR rät daher vom Verzehr von rohen Sprossen und Keimlingen ab.

Aktuell gibt es 35 EHEC-Tote und rund 4.ooo Infektionen. 100 Patienten werden lebenslange schwere Folgeschäden davontragen. Viele dieser schwer erkrankten Patienten benötigen eine neue Niere.

 

Mittlerweile 22 Tote durch EHEC – Ursache weiterhin unklar

Das Robert Koch Institut RKI meldet mittlerweile den 22. Todesfall auf Grund von EHEC/Hus-Infektionen. Die Ursache der Infektionswelle ist nach wie vor nicht eindeutig identifiziert.

Aktuelle Informationen zu den Fallzahlen in Deutschland und Europa gibt es auf den Webseiten des RKI sowie des ECDC für Europa. Die Zahlen hinken der tatsächlichen Entwicklung allerdings immer etwas nach.

Die EU-Agrarminister wollen bei ihrem heutigen EHEC-Sondertreffen über mögliche Hilfen für Bauern entscheiden, die massive Absatz-Ausfälle für Gemüse und Salat zu beklagen haben.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner wehrt sich indes in einem Interview gegen die Vorwürfe eines schlechten Krisenmanagements.

Information des RKI zu EHEC/HUS Stand 01.06.2011

Das Robert Koch Institut RKI hat auf der Webseite aktuelle Informationen zu den Fallzahlen EHEC/HUS-Infektionen mit Stand 01.06.2011 und Verhaltens-Empfehlungen veröffentlicht. Bei der aktuellen Infektionswelle handelt es sich handelt es sich “um einen der weltweit größten bislang beschriebenen Ausbrüche von EHEC bzw. HUS und den bislang größten Ausbruch in Deutschland, wobei insbesondere die Alters- und Geschlechterverteilung ungewöhnlich ist.”

Mittlerweile sind alle Bundesländer betroffen. Auch im Ausland gibt es erste Todesfälle.

Die Empfehlung, weiterhin vorsorglich Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren, wird aufrecht erhalten, da diese Lebensmittel von betroffenen Patienten signifikant häufiger verzehrt wurden. Die Infektionsquelle ist nach wie vor nicht identifiziert.

Zehn EHEC-Tote, Infektionsquelle ist weiterhin aktiv

Mittlerweile gibt es in Deutschland zehn Todesfälle nach Infektionen mit EHEC, weitere Menschen schweben in Lebensgefahr. Die Zahl der Infizierten hat sich auf über 1.000 erhöht und  die Anzahl der Neuerkrankungen nimmt weiter zu. Erste Infektionen werden auch aus dem Ausland gemeldet, wobei es sich wohl um Personen handelt, die sich in Deutschland angesteckt haben können. Der Schwerpunkt der Infektionen liegt nach wie vor in Norddeutschland. Alleine in Hamburg gibt es mindestens 400 EHEC-Verdachtsfälle. Die Krankenhäuser arbeiten an der Leistungsgrenze. Über die Infektionsquelle herrscht weiterhin Unsicherheit. Der Erreger wurde am vergangenen Mittwoch identifiziert. Es handelt sich um Husec 41, der bereits seit mehreren Jahren bekannt ist und resistent gegen Antibiotika ist. Die spanischen Behörden dementieren mittlerweile, dass zwei Gurken-produzierende Betriebe geschlossen wurden. Es seien lediglich Produkte aus den Betrieben sichergestellt worden. Über die Informationspolitik gibt es heftige Auseinandersetzungen zwischen den Behörden und den Bauernverbänden aber auch zwischen deutschen und ausländischen Behörden. Viele Bauern bleiben wegen der Verunsicherung der Verbraucher auf frischem Gemüse sitzen und müssen dieses vernichten. Das Robert Koch Institut RKI schätzt die Infektionswelle noch nicht als Epidemie ein, da der Ausbruch noch zu lokal und zu kurz sei. Bis die Infektionsquelle eindeutig geklärt ist, wird die hektische Informationspolitik und die Verunsicherung der Verbraucher anhalten.

Bundesministerin Aigner hält an der Warnung vor dem Verzehr für rohe Gurken, Blattsalate und Tomaten fest.

Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass Lebensmittelskandale nur sehr kurzfristige Wirkungen auf das Verbraucherverhalten haben.