Deutsche CIOs berechnen IT Ausfallzeiten zu optimistisch

Laut einer europĂ€ischen Studie (170 CIOs wurden befragt) des Anbieters Global Switch kalkulieren die deutschen CIOs weit geringere Folgekosten eines IT Ausfalls als ihre europĂ€ischen Kollegen. Dies könnte daran liegen, dass Folgekosten wie Image- und ReputationsschĂ€den nicht berĂŒcksichtigt werden.

Deutsche CIOs erwarten Folgekosten von 10.000 britischen Pfund je ausgefallener Stunde. Dies erwarten nur insegsamt 29% der befragten CIOs. Die Mehrzahl erwartet zum Teil deutlich höhere IT-Ausfallkosten.

Artikel in der cio am 15.06.2007

Computerausfall in der Raumstation ISS

Selbst die Computersysteme der Raumstation sind nicht vor einem Totalausfall sicher. Ein Computerausfall in der russischen Sektion der Raumstation ISS legt die Basisfunktionen Lagekontrolle und Erzeugung von Wasser und Sauerstoff lahm. Sollte sich der Fehler nicht innerhalb einer Woche beheben lassen, muss die Raumstation evakuiert werden. Ein klassisches Notfallszenario in anderen SphÀren!

Artikel in heise vom 14.06.2007.

17.06.2007:

Zwei von drei ausgefallenen Rechnern an Bord der ISS sind wieder hochgefahren. Die russischen Kosmonauten Fjodor Jurtschichin und Oleg Kotow legten eine neue Kabelverbindung, um einen offenbar problematischen Stromschalter zu umgehen.

Danach konnten zwei der Rechner mit jeweils zwei Prozessoren wieder in Gang gesetzt und zunĂ€chst fĂŒr die Steuerung der Klimaanlage in der Station genutzt werden. Der dritte Computer, der ebenfalls vier Tage zuvor ausgefallen war, mĂŒsse ausgetauscht werden, sagte Mike Suffredini, Projektleiter bei der US-Weltraumbehörde Nasa.

Steigender Strombedarf und Wärmentwicklung erhöht Risiko in Datenzentren

Der steigende Strombedarf immer leistungsfĂ€higerer Rechner und die damit einhergehende WĂ€rmeentwicklung erhöht die Risiken in den Datenzentren. Die steigende WĂ€rmeentwicklung muß durch leistungsfĂ€higere Klimatisierung ausgeglichen werden. Die Klimatisierung wiederum benötigt selbst wieder Energie. Dieser erhöhte Energiebedarf schlĂ€gt sich – bei steigenden Energiepreisen – zunehmend in der Kostenbilanz von Rechenzentren nieder, erhöht aber auch die Risiken durch Überhitzung und die AbhĂ€ngigkeiten von einer funktionierenden Energieversorgung nicht nur fĂŒr die IT-Systeme an sich, sondern auch fĂŒr die RZ-Infrastruktur.

Artikel hierzu in der ftd vom 11.06.2007

MaRisk für Versicherungen fordert Notfallmanagement

Die im Entwurf vorliegenden Mindestanforderungen fĂŒr das Risikomanagement fĂŒr den Versicherungsbereich fordern explizit die Einrichtung eines Notfallmanagements:

Entwurfstext:

“Unternehmen haben fĂŒr die gemĂ€ĂŸ der Risikostrategie in ErwĂ€gung gezogenen NotfĂ€lle, in denen die GeschĂ€ftsorganisation (z.B. Einsatz von IT Systemen, AktivitĂ€ten, Prozesse, AblĂ€ufe etc.) versagt, Vorsorge zu treffen (Notfallkonzept). Ziel eines Notfallkonzepts ist es, bei großen Störungen der Organisation, mit Hilfe von festgelegten Maßnahmen eine schnelle RĂŒckkehr in den Normalbetrieb zu organisieren, die mit möglichst geringen SchĂ€den einhergeht.”

BS 25999-2 als Draft veröffentlicht

Der zweite Teil des BCM Standards des britischen Business Continuity Institute BS 25999-2 ist als draft erschienen.

“BS 25999-2 DPC will specify requirements for establishing, implementing, operating, monitoring, reviewing, exercising, maintaining and improving a documented Business Continuity Management System (BCMS) within the context of managing an organizations overall business risks.”

Das Dokument kann auf der Homepage des BCI heruntergeladen werden.

Salmonellen Epidemie in Fulda – 250 Infizierte, 8 Tote

Im stĂ€dtischen Klinikum Fulda und in einem benachbarten Altenheim breitet sich die Salmonellen Infektion weiter aus. Die Ursachen sind auch nach drei Wochen weiterhin im Dunkeln. Bei der in Verdacht geratenen KĂŒche des Klinikums konnten bislang offensichtlich keine Anhaltspunkte gefunden werden. Trotzdem wurde KĂŒche und Cafeterie gesperrt. Bei 8 verstorbenen Personen konnten Salmonellen nachgewiesen werden, die jedoch nicht zwingend ursĂ€chlich fĂŒr den Tod sein mĂŒssen (FAZ, 17.5.2007).

Innovative Datensicherung und -wiederherstellung für KMUs

Das österreichische Unternehmen DATA.NOAH verspricht eine professionelle Datensicherung und Recovery Lösung auch fĂŒr kleine und mittlere Unternehmen. Das System besteht aus einer Hardwarebox zur Sicherung vor Ort und einer gleichzeitigen Übertragung der verschlĂŒsselten Sicherungen auf das externe Rechenzentrum des Anbieters. Im Desasterfall können die gesicherten Daten lt. Angaben des Anbieters binnen eines Tages per Hardwarebox wieder zur VerfĂŒgung hergestellt werden.

Beate Uhse leidet nachhaltig unter Wasserschaden

Ein Wasserschaden im hollĂ€ndischen Distributionszentrum des Erotikkonzerns Beate Uhse fĂŒhrt zu nachhaltigem Umsatz- und GewinnrĂŒckgang des börsennotierten Erotikkonzerns.

Der Erotikkonzern Beate Uhse ist schwach ins Jahr 2007 gestartet. Der Umsatz sank in den ersten drei Monaten um 10 Prozent auf 72,8 Millionen Euro, und der Gewinn vor Steuern fiel von 6,4 Millionen auf 1,4 Millionen Euro. Die RĂŒckgĂ€nge fĂŒhrte das Unternehmen vor allem auf Verluste im Versandhandel zurĂŒck. Ein Wasserschaden im Distributionszentrum in Walsoorden (Holland) hatte mitten im WeihnachtsgeschĂ€ft 2006 den Versandbetrieb lahmgelegt. Der Schaden und die damit verbundenen Auslieferungsprobleme hĂ€tten sich auf die Quartalszahlen negativ ausgewirkt und dĂŒrften auch im weiteren Verlauf 2007 spĂŒrbar sein, hieß es. (dpa)

Speicherung geschäftskritischer Daten zu teuer

Laut einer Studie von McKinsey, die die Fachzeitschrift cio zitiert, wird fĂŒr die Speicherung geschĂ€ftskritischer Daten viel zu viel Geld ausgegeben. Und das obwohl die Speicherpreise dauerhaft sinken. Der Grund hierfĂŒr liegt darin, dass zu wenig zwischen geschĂ€ftskritischen und nicht kritischen Informationen unterschieden wird. Hierdurch werden die bestehenden Speichertechnologien nicht optimal eingesetzt und zu viel Sicherungsaufwand in nicht kritische Informationen investiert.

Die Definition der Anforderungen an die Wiederherstellbarkeit von Informationen auf Basis der GeschÀftsprozesse ist ein klassisches Ergebnis einer Business Impact Analyse (BIA) im Business Continuity Management.

Dies ist ein schönes Beispiel, wie eine BIA geldwerten Nutzen stiften kann. Ein gleichartiger Nutzeneffekt kann durch die saubere Differenzierung zwischen geschĂ€ftskritischen und nicht kritischen IT-Anwendungen und IT-Systemen erreicht werden. Die BIA schlĂ€gt hierbei die BrĂŒcke zwischen der strukturierten Aufnahme der Anforderungen des GeschĂ€fts und der Realisierung der Nutzenpotentiale in der IT. Ergebnis ist ein Return on Security Invest (ROSI) fĂŒr das Business Continuity Management, den viele erst bei Eintritt eines Notfalls vermuten und damit das tatsĂ€chliche Nutzenpotential deutlich unterschĂ€tzen.

Dem Großbrand folgt der Kampf ums Geld

Der Halbleiterproduzent Schweizer Electronic AG aus dem Schwarzwald hat durch einen Großbrand sein Hauptwerk verloren. Nun kĂŒndigt sich ein langwieriges Gerichtsverfahren um die Begleichung des Schadens durch die Versicherung an.

Artikel in der FAZ vom 14.05.2007

Die Übertragung von Risiken und deren Folgen wie zum Beispiel bei einem Großbrand hat so seine TĂŒcken. Insbesondere die genaue PrĂŒfung der Versicherungsbedingungen – bei Versicherungsabschluss – und vor allem die penible Einhaltung der geforderten Auflagen (Brandschutz und andere Vorsorgemaßnahmen) sind hier von Bedeutung, damit die Versicherung im Schadensfall auch die volle Leistung ĂŒbernimmt. Die Risikovorsorge und die Reduzierung des Schadens durch ein entsprechendes Business Continuity Management ist allemal billiger.

Risiken als Innovationskraft

Risiko und Chance gehören zusammen wie Yin und Yang. Die Notwendigkeit auch existentielle Risiken beherrschbar zu machen fĂŒhrt zu Innovation.
Dabei werden die Risiken durch Menschen jedoch systematisch falsch eingeschĂ€tzt: kleine Wahrscheinlichkeiten werden ĂŒberschĂ€tzt, große unterschĂ€tzt. Warum wĂŒrden die Menschen sonst in Massen Lotto spielen? Zum anderen werden Verluste weit intensiver wahrgenommen als ein Gewinn in derselben Höhe. Mit ein Grund fĂŒr irrationale Entscheidungen am Aktienmarkt.
Interessanter Artikel von Thomas Straubharr (PrÀsident des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts HWWI) in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 22.04.2007.