Trendstudie Krisenmanagement des IMWF Institut

Das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung IMWF hat in einer Trendstudie untersucht, wie deutsche Unternehmen auf Krisensituationen vorbereitet sind. In einer Telefonbefragung wurden 100 Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen BCM, Risikomanagement, Pandemie- und Katastrophenplanung befragt.

Hier einige Auszüge aus den Ergebnissen der Studie:

  • 62 Prozent der Befragten geben ihrer Risikoplanung gegen krankheitsbedingten Personalausfall großer Teile der Belegschaft nur die Note "befriedigend" oder schlechter.
  • 60 Prozent sehen sich für den Ausfall von Zulieferern oder Geschäftspartnern nur "befriedigend" oder schlechter vorbereitet.
  • 55 Prozent der Unternehmen beurteilen technische Betriebsstörungen wie Strom-, Telefon oder Computerausfälle als Gefahr für den reibungslosen Geschäftsbetrieb.

Die vollständige Studie, inkl. Experten-Interview mit mir, kann beim IMWF bezogen werden.

45.000 Menschen werden in Koblenz wegen einer Fliegerbombe evakuiert

Am vergangenen Sonntag wurde im Rhein in Höhe der Koblenzer Stadtteils Pfaffendorf bei niedrigem Wasserstand eine Fliegerbombe entdeckt. Die drei Meter lange Fliegerbombe vom Typ HC 4000 IV zählt mit 1,8 Tonnen zu den größten Fliegerbomben. Die Fliegerbombe enthält 1,4 Tonnen Sprengstoff. Die Bombe liegt wegen des niedrigen Wasserstands nur 40 Zentimeter unter Wasser. Am Sonntag den 4. Dezember soll die Bombe in einer aufwendigen Aktion entschärft werden. Am Nachmittag werden Taucher des Kampfmittelräumdienstes die Fliegerbombe entschärfen. Bis um neun Uhr müssen deswegen rund 45.000 Menschen ihre Wohnungen und Häuser vorübergehend verlassen haben. Dies entspricht der Hälfte der Einwohner von Koblenz. Geräumt wird auch ein Gefängnis, sieben Altenheime und zwei Krankenhäuser mit rund 700 Patienten. Zudem gibt es durch die Evakuierungen massive Einschränkungen im Bahnverkehr und durch Strassensperrungen. Der Hauptbahnhof von Koblenz liegt im Sperrgebiet von 1,8 Kilometer um den Fundort. Auch der Schiffsverkehr wird vorübergehend unterbrochen.

BCM News Updates for 2011-11-23

LÜKEX 2011 startet in Kürze

Am 30.11.2011 startet die 5. strategische Krisenmanagement-Übung von Bund und Ländern LÜKEX 2011 ( Länderübergreifende Krisenmanagement-Übung/EXercise). Das Szenario sieht dieses Jahr eine Cyber-Attacke gegen kritische Infrastrukturen vor. Bund, Länder und Unternehmen der kritischen Infrastrukturen üben gemeinsam an zwei Tagen im Rahmen eines gemeinsamen Drehbuchs. Damit soll die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen gestärkt werden. Bereits die Vorbereitungen auf die Übung haben durch das Kennenlernen und Zusammenarbeiten einiges bewirkt. Die Übung wird diesen Effekt noch verstärken. Zwei lange spannende Tage warten auf uns.

BBK und BSI bieten im Rahmen dieser Veranstaltung eine Pressekonferenz und begleitende Foren an.

FBI dementiert Cyber-Attacke auf Wasserversorger in Illinois

FBI und ICS-CERT haben die vermeintliche Hackerattacke auf einen Wasserversorger in Illinois untersucht, konnten aber keine Anzeichen für eine Cyber-Attacke identifizieren:

“DHS and the FBI have found no evidence of a cyber intrusion” or “malicious traffic from Russia or any foreign entities, as previously reported.”

Türkei erwägt Umsiedlung von Bewohnern aus Erdbebengebiet Van

Die Provinz Van in der Türkei wurde im Oktober und November diesen Jahres von mehreren schweren Erdbeben getroffen. Hunderte vonMenschen starben durch die Beben und Tausende wurden obdachlos. Der Umwelt- und Stadtplanungsminister Erdogan Bayraktar gab nun Pläne bekannt, die Bewohner der erdbebengefährdeten Provinz in eine vollkommen neue Stadt in einem erdbebensicheren Gebiet umzusiedeln. Laut Minister Bayraktar soll eine moderne Stadt mit neuen Arbeitsplätzen an einer neuen Autobahn entstehen. Ob die Bewohner der zerstörten Stadt Van diesen Vorschlag begeistert annehmen scheint zweifelhaft. Die Problematik in der stark erdbebengefährdeten Türkei ist der illegale Bau von Häusern in den stark gefährdeten Regionen und die fehlende Einhaltung von baulichen Standards. Die Schäden an Menschen und Gebäuden in Folge von Erdbeben steigen stark an, nicht etwa weil die Häufigkeit der Beben zunimmt, sondern weil immer mehr und unsicher in den stark gefährdeten Gebieten gebaut wird. Häufig erfolgt dies illegal und unter Umgehung der Bauvorschriften. Bevor man die Menschen entwurzelt ist es daher sinnvoll, die Ursachen statt die Wirkungen zu bekämpfen. Dies würde bedeuten, auf die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften zu achten und den illegalen Bau von Häusern und ganzen Siedlungen zu unterbinden. Das dies gelingen kann zeigt das Beipiel Chile. Auch in Chile gibt es regelmäßig sehr schwere Erdbeben. Die Folgen halten sich jedoch Dank stringentem erdbebensicherem Bauen in Grenzen. Das Problem ist jedoch, dass Politiker mit diesen Maßnahmen wohl wenig Stimmen in der Bevölkerung ernten können. Doch liegt gerade die Vorbeugung in der Verantwortung des Staates und nicht nur der medienwirksame Helikopterflug in Katastrophengebiete, nachdem es bereits zu spät ist.

BCM News Updates for 2011-11-22

BCM News Updates for 2011-11-21

Änderungen im BCM-Newsticker

Leider nimmt Google derzeit massive Änderungen im Google Reader vor. Der Google Reader war bislang die Basistechnologie zur Erstellung des BCM-Newsticker und zum einstellen aktueller News in den Ticker.  Leider hat Google mittlerweile alle offenen sozialen Komponenten zum Teilen der Artikel herausgenommen, um die Nutzer für Google+ "zu motivieren". Da ich die Leser nicht zu Google+ nötigen will, ich aber eine Plattform benötige, um schnell und ortsungebunden News einstellen zu können, musste ich mich leider nach einer Alternative umsehen. Mit dem Dienst "Friendfeed" hoffe ich eine solche Alternative gefunden zu haben. Friendfeed ist ein Produkt von mehreren ehemaligen Google-Entwicklern. Testweise ist der BCM-Newsticker jetzt auf Friendfeed umgestellt. Über Rückmeldungen sowohl positiv wie auch negativ zur Umstellung würde ich mich freuen.

Hackerangriff auf Wasserwerk in den USA

US-Medien berichten über einen Angriff auf ein Wasserwerk in den USA. Dies wäre der erste Angriff auf die Infrastruktur der USA. Vor Kurzem wurde bereits über den erfolgreichen Hackerangriff auf die Steuerungssysteme der US-Drohnen berichtet. Das FBI und das Heimatschutzministerium untersuchen einen Hackerangriff auf ein Wasserwerk in Springfield im Bundesstaat Illinois vor zwei Wochen. Die Hacker sollen zunächst die Zugangsdaten zu dem Steuerungssystem beim Hersteller der Software erbeutet haben und dann mit diesen Daten in die Steuerungssysteme der Wasserpumpen eingedrungen sein. Eine der Wasserpumpen wurde zerstört, nachdem sie ständig an- und abgeschaltet wurde. Ein Schaden an der Wasserversorgung wurde nicht angerichtet. Der Hackerangriff soll auf Rechner in Russland nachvollzogen worden sein.

In Deutschland zählt die Wasserversorgung zur kritischen Infrastruktur KRITIS und unterliegt damit einem besonderen Schutz. Eine Störung der Wasserversorgung oder eine Kontamination von Trinkwasser würde zu großflächigen Störungen des öffentlichen Lebens und der Unternehmen führen. In Deutschland wurde bereits 2005 ein Gift-Anschlag auf die Bodensee-Wasserversorgung verübt, die die Wasserversorgung für den Großraum Stuttgart sicherstellt. Das Attentat konnte jedoch gerade noch rechtzeitig entdeckt werden.

[gizmodo, tagesschau, SPON]

BCM News Updates for 2011-11-20