BCM News Updates for 2011-12-30

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  • WHO ist besorgt über die Forschungen an einem leicht übertragbaren H5N1-Virus http://t.co/oUb0L2Wu #
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WHO ist besorgt über die Forschungen an einem leicht übertragbaren H5N1-Virus

In einer Presseerklärung äussert die Weltgesundheitsorganisation WHO Bedenken gegenüber der Forschung an einem leicht übertragbaren H5N1-Virus. Die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse einer leicht übertragbaren Mutation des H5N1-Virus  ist derzeit heftig umstritten. Amerikanische Behörden versuchen aus Sorge um den Mißbrauch durch Terroristen die Veröffentlichung der gesamten Forschungsergebnisse in Fachmagazinen zu verhindern.

Auch die WHO zeigt sich besorgt über die von Forschern entwickelte gefährliche Mutation:

H5N1 influenza viruses are a significant health risk to people for several reasons. Although this type of influenza does not infect humans often, when it does, approximately 60% of those infected die. In addition, because these viruses can cause such severe illness in people, scientists are especially concerned that this type of influenza could one day mutate so it spreads easily between people and causes a very serious influenza pandemic.

Der Stratfor-Hack - ein Schuss geht nach hinten los

Auf den ersten Blick sieht der Hackerangriff von Anonymous auf die Daten von Stratfor wie eine grandiose Robin Hood-Aktion aus. Ausgerechnet ein auf Sicherheitsthemen spezialisiertes Unternehmen hat offensichtlich die sensiblen Kundendaten mangelhaft oder gar nicht verschlüsselt. Anonymous hackt die Seite, stiehlt über 50.000 Kreditkartendaten, über 86.000 E-Mailadressen, über 44.000 Paßwörter und über 27.000 Telefonnummern. Mit den Kreditkartendaten werden rund eine Million Dollar von den Kreditkarteninhabern entwendet und an soziale Organisationen übertragen. Auch deutsche Unternehmen und Personen sind Opfer dieser Hackerattacke. Darunter ein Kapitalanlageunternehmen aus Frankfurt. Auf den zweiten Blick wirft dieser Hack aber mehr und sehr kritische Fragen auf. Bei Startfor handelt es sich offensichtlich um ein Medienunternehmen, das per Newsletter Sicherheitsinformationen verkauft. Zu den Kunden zählen sowohl große und namhafte Unternehmen als auch NGO´s wie Ärzte ohne Grenzen. Wen wollten die Hacker mit dieser Attacke treffen? Wer das Kreditkartengeschäft auch nur ein bisschen kennt, weiss dass die Übertragung des geraubten Gelds in Robin-Hood-Manier niemals funktionieren kann. Viele Transaktioen wurden von den Fraud-Detektoren der Kreditkartenunternehmen direkt erkannt und unterbunden. Ist tatsächlich Geld übertragen worden, wird der Geschädigte diese Transaktion reklamieren und sein Geld zurückerhalten. Die vermeintlich von Anonymous Begünstigten müssen sogar noch mit Gebühren rechnen. Wenn die Geldübertragung tatsächlich ein Ziel gewesen sein soll, dann ist dies gründlich in die Hose gegangen. Von Anonymous selbst kommen ganz unterschiedliche Statements zu der Hacker-Attacke. Offensichtlich ist man sich innerhalb dieser Gruppierung selbst nicht einig und ohne Strategie. Das einzig Positive an dieser Aktion ist, dass einige Unternehmen jetzt hoffentlich die Sicherheit ihrer Kundendaten einmal anschauen werden und Sicherheitslücken schliessen. Denn für Stratfor dürfte dies Aktion mehr als peinlich sein.

BCM News Updates for 2011-12-29

Industrie macht sich Sorgen um die Stromversorgung

"Industrie macht sich Sorgen um die Stromversorgung", dies ist der Titel eines großen Artikels in der heutigen Print-Ausgabe der FAZ. Mehrere Presseagenturen hatten diese Meldung gestern auch bereits verbreitet (siehe BCM-Newsticker). Als Beispiel wird im Artikel der FAZ das Unternehmen Hydro genannt, Betreiber von Aluminiumhütten, Gießereien und Walzwerken. Das Unternehmen hatte laut Bericht mehrere Stromschwankungen in verschiedenen Betrieben. Betriebsausfälle und Kosten von insgesamt mehreren hunderttausend Euro waren die Folge. das Unternehmen soll Schadenersatzansprüche gegen die Netzbetrieber gestellt haben. Es geht hier nicht um fehlende Mengen an Strom, wie man nach den Abschaltungen der Atomkraftwerke schnell denken könnte, sondern um die Qualität des Stroms. Schon kleine Netzschwankungen, sog. "Netzwischer" können zu Produktionsausfällen führen. In meinem Beitrag "Strom, das komplexe Lebenselixier", habe ich als Laie bereits versucht die Zusammenhänge zu erläutern. Große Stromverbraucher wie Gießereien, Aluminiumhütten und Raffinerien sind auf eine kontinuierliche Stromversorgung mit konstanter Qualität, d.h. Frequenz, angewiesen. Auf Grund der hohen Verbräuche können keine Netzersatzanlagen eingesetzt werden, die derartige Ausfälle oder Schwankungen abfangen. Der Wiederanlauf einer solchen Produktion kann Tage bis Wochen dauern und enorme Schäden nach sich ziehen. Bis zur vollständigen Zerstörung der Anlage, wenn zum Beispiel Materialien in der Anlage abkühlen und aushärten. Die Spannungsschwankungen werden in der Statistik der Bundesnetzagentur nicht erfasst und ausgewiesen. Hier wird erst ab drei Minuten gezählt. Die Entwicklung der Stromqualität ist aus den nach wie vor guten Zahlen für die Verfügbarkeit von Strom daher nicht ablesbar. Die Netzbetreiber weisen einen Zusammenhang der Stromschwankungen mit der neuen Energiepolitik zurück und verweisen auf Einzelfälle durch Schaltungen in untergelagerten Netzen. Tatsächlich werden derzeit im Rahmen der Netzeingriffe durch die Netzbetreiber vor allem erneuerbare Energien zum Beispiel bei Starkwinden aus dem Netz genommen, um Überlastungen der Netze zu vermeiden. Eine mögliche Erklärung für die Störungen sind durch die neue Energiepolitik erforderliche Umbaumaßnahmen im gesamten Stromnetz. Aus der IT kennen wir den Spruch "never change a running system". Durch Baumaßnahmen können regional begrenzte Störungen in der Stromversorgung auftreten, wie auch der berühmte "Baggerbiß". Auch das ein oder andere Tier hat bereits durch einen Einbruch in ein Umspannwerk lokale Stromausfälle herbeigeführt. Als Unternehmen ist es daher wichtig nicht nur für den Ausfall von Strom durch eine Netzersatzanlage vorzubeugen, sondern auch Vorsorge für die "Netzwischer" zu treffen. Alte Schaltanlagen können schlichtweg zu langsam sein für die Unterbrechungen im Millisekundenbereich.

Aktueller Nachtrag:

Manchmal sind auch nur schusslige Autofahrer Schuld.

BCM News Updates for 2011-12-28

Flut in Thailand zeigt die Verkettung der internationalen Supply Chain auf

Früher galt der Spruch "Wenn in China ein Sack Reis umfällt ...". Doch mit dem weltweiten Sourcing und den internationalen Lieferbeziehungen ist dieser Spruch längst Geschichte. Lieferengpässe durch Naturkatastrophen, politische Unruhen oder Transport- und Logistikunterbrechungen zeigen immer wieder die Fragilität dieser internationalen Supply Chain auf. Aktuelles Beispiel ist die Flut in Thailand. Zahlreiche Elektronikunternehmen haben ihre Produktionsstätten in Thailand. Ein Schwerpunkt der Produktion sind Festplatten aller namhafter Hersteller. Mit der Flut sind viele dieser Produktionsstätten unter Wasser gesetzt worden. Da die Computerhersteller keine Zwischenlager besitzen, schlägt sich der Lieferausfall sofort im Markt nieder. Die Preise für Festplatten sind in die Höhe geschossen und werden auf absehbare Zeit auch hoch bleiben, bis die Lieferengpässe abgebaut sind. Für die Hersteller von PC´s ist die Lage heikel. sie könnten mehr PC´s verlaufen, wenn denn die Festplatten lieferfähig wären. Dies drückt Umsatz und letztendlich Gewinn der Hersteller. Die Börsenkurse der Hersteller spiegeln diese Entwicklung wieder. In Japan ist die Flut in Thailand ein wesentlicher Grund für Abnahme der Industrieproduktion im November um 2,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Wegen der Flut in Thailand kam es zu Lieferengpässen bei Zulieferprodukten. Neben den Lieferengpässen sind jedoch auch der aktuell hohe Wechselkurs des Yen und eine gesunkene Auslandsnachfrage für den Rückgang verantwortlich.

Erkenntnisse zum Krisenmanagement des Zwischenberichts zu Fukushima

Die in englisch bereits vorliegende Zusammenfassung des Untersuchungsberichts zu Fukushima legt schwerwiegende Mängel in der Notfallvorsorge und im Krisenmanagement offen. 

Fehlende Notfallvorsorge für Tsunamis und Stromausfälle:

Aus Berechnungen war TEPCO mindestens seit 2008 bekannt, dass im Fall eines Tsunamis die Höhe der Wellen mehr als 15 Meter betragen kann. TEPCO hat die Berechnungen allerdings nicht ernst genommen und keine entsprechende Vorsorge getroffen.

Für den Ausfall der Stromversorgung gab es keine Notfallpläne, die Mitarbeiter hatten keine Ausbildung hierfür und notwendiges Equipment war nicht vor Ort vorhanden. 

Vorsorge für das Krisenmanagement:

Die Krisenstabsräume vor Ort waren nicht auf ein Zusammentreffen von Erdbeben und Reaktorunfall vorbereitet und waren daher bei dem Unglück nicht nutzbar. Die Gebäude waren nicht strahlensicher ausgelegt, obwohl sie für den Einsatz bei einem Nuklearunfall vorgesehen waren.

Versagen der Aufsichtsorgane:

Die Einhaltung adäquater Vorsorgemaßnahmen für Katastrophen durch TEPCO wurden von den Aufsichtsbehörden gar nicht oder  nur unzulänglich überprüft. 

Information und Kommunikation im Rahmen des Krisenmanagements:

Information und Kommunikation nach Eintritt der Katastrophe im Rahmen des Krisenmanagements hat offensichtlich völlig versagt. Durch den Stromausfall fiel die Kommunikationsinfrastruktur aus, da es auch keine Notstromversorgung gab. Organisatorisch versagte die Kommunikation zwischen zwischen dem strategischen und taktischen Krisenstab im Ministerium, obwohl sich beide Krisenstäbe im gleichen Gebäude befanden. Zwischen diesen Krisenstäen und dem Einsatzstab vor Ort funktionierte die Kommunikation ebenfalls nicht. Mit der Folge, dass der Krisenstab vor Ort selbständig Entscheidungen zum weiteren Vorgehen treffen musste. Das fehlende Lagebild sowie die Information der Öffentlichkeit wird im Zwischenbericht als "major concern" bezeichnet.

Fehlbedienungen der Reaktoren nach dem Unglück:

Auf Grund fehlender oder fehlerhafter Informationen des Bedienungspersonals über die aktuelle Lage kam es zu Fehlbedienungen bei der Steuerung der Wasserversorgung des Reaktors, was die Lage weiter verschlimmert hat.

Die Ergebnisse des Untersuchungsberichts machen auf mich den Eindruck, dass hier grob fahrlässig mit existentiellen Risiken umgegangen wurde. Bei den eingetretenen Risiken handelt es sich keineswegs um "schwarze Schwäne", mit denen nicht zu rechnen war. Im Gegenteil, die Risiken waren sehr gut bekannt. Die Kombination der fehlenden Vorsorge von TEPCO mit einem völligen Versagen der Aufsichtsbehörden hat diese Katastrophe erst möglich gemacht. Eine einzige Übung mit diesem Szanario hätte genügt diese Mängel rechtzeitig aufzudecken. Aber von einer Übung ist im Zwischenbericht nicht die Rede.

BCM News Updates for 2011-12-27

Bereits nahezu 1.500 Todesopfer nach der Flut auf den Philippinen

Die Zahl der Todesopfer der Flut auf den Philippinen durch den Taifun Washi zwischen dem 16. und 18. Dezember hat die ersten Befürchtungen weit übertroffen. Bereits nahezu 1.500 Menschen sind sicher in den Fluten umgekommen. Die Zahl der Vermissten ist unklar und ganze Regionen konnten noch nicht untersucht werden. Komplette Dörfer wurden durch die Wassermassen weggeschwemmt und die Bewohner durch die Fluten im Schlaf überrascht. Auch dies hat zu den hohen Opferzahlen geführt. Über 60.000 Menschen sind nach dem schweren Taifun obdachlos und benötigen Behelfsunterkünfte. Ab 3. Januar stehen die Schulen jedoch hierfür nicht mehr zur Verfügung, da die Schule wieder beginnt.