Statisten für eine Krisenmanagementübung gesucht

Die ASB-Schnelleinsatzgruppe für Auslandseinsätze (First Assistance Samaritan Team/FAST) trainiert vom 21. bis 24. Juni 2012 in Gründau im Main-Kinzig-Kreis für den Ernstfall. Im Rahmen der mehrtägigen Übung, der ein Erdbeben-Szenario zugrunde liegt, trainieren die Auslandshelfer den Einsatz der medizinischen Feldambulanz und der mobilen Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA) in Katastrophen.

Wer immer schon wissen wollte, wie internationale Katastrophenhilfe funktioniert, ist jetzt herzlich eingeladen als Statist an der Übung teilzunehmen.

Nähere Informationen gibt es in dieser Medieninformation des Arbeiter-Samariter-Bund.

Save the date: Treffen des BCM-Grüpple Stuttgart am 11. Juni

Das BCM-Grüpple ist am 11. Juni ab 14:00 Uhr zu Gast bei ComBack in Oberreichenbach (Anfahrtsbeschreibung-CITA). Neben einer Führung durch das ehemalige  Ausweichzentrum der Landesregierung BW werden wir uns in diesem Termin inhaltlich der Business Impact Analyse widmen. Die BIA ist und bleibt eines der Kernelemente des BCM und stellt bei der Durchführung hohe Anforderungen. Wir versuchen, die Fragen und Probleme gemeinsam zu erörtern und Good Practices herauszufinden. Die Treffen des BCM-Grüpple sind offen für alle Interessierte. Bitte melden Sie sich bei admin@bcm-news oder doodle zu dem Termin an, damit wir disponieren können.

Wichtiger organisatorischer Hinweis:

Für den Zutritt ist aus Sicherheitsgründen zwingend ein Lichtbildausweis erforderlich!

Was nach der erfolgreichen Krisenbewältigung kommt

Die Blockupy-Proteste im Bankenviertel Frankfurts vom 16. bis 19. Mai haben nicht die gefürchteten Folgen für die Einzelhändler und Banken gehabt. Nach den gewaltsamen Ausschreitungen am 31. März bei den Anti-Kapitalismus-Demonstrationen in Frankfurt war dies zu befürchten. Die Verbote fast aller Veranstaltungen durch die Stadt Frankfurter, darunter auch die Veranstaltung "Banken fluten" am 18. Mai sowie ein massives Polizeiaufgebot von rund 5.000 Polizisten haben die Lage nicht eskalieren lassen. Aber auch die Demonstranten auf der anderen Seite waren friedlich und es kam zu keinen nennenswerten Ausschreitungen. Viele der Banken in Frankfurt haben vorsorglich ihre repräsentativen Wahrzeichen an dem Brückentag geschlossen und die kritischen Geschäftsprozesse an Ausweichlokationen oder Remote-Arbeitsplätze verlagert. Für das Business Continuity Management wurden diese Tage zu einer idealen Live-Übung, in der die Abläufe und Technik unter realen Bedingungen getestet werden konnten. Durch den Brückentag relativierte sich die Belastung, da viele Mitarbeiter ohnehin nicht anwesend waren. Nachdem die Ereignisse nun vorüber und das Medienecho wieder abgeflaut sind, gilt es in Ruhe die hektischen Tage aufzuarbeiten. Was ist gut gelaufen, wo liegen die Optimierungspotentiale, welches sind konkrete Maßnahmen zur Optimierung des BCM. Information und Kommunikation sind dabei zum Beispiel immer Standardthemen, mit denen man eigentlich nie fertig wird. Wie die Geschäftsfortführungsplanung sollte auch der Lessons Learned-Prozess zu einem Standardverfahren des BCM gehören. Nichts ist schlimmer, als wenn nach einem Ereignis alle Beteiligten müde, erschöpft und vielleicht sogar frustriert auseinanderrennen in der Hoffnung, diese Situation möge so schnell nicht wiederkommen. Dann bleiben viele Potentiale verborgen und möglicherweise entstandener Frust oder Ärger setzt sich erst so richtig fest. Daher sollte zeitnah ein Lessons Learned Prozess aufgesetzt werden. Der neue ISO Standard zu Tests und Übungen ISO 22398 sieht dies im Übrigen unter dem Punkt "Improvement" explizit vor. After action review, Evaluation, Afteraction report, Management review, Corrective action und Implementation follow-up sind die benannten Aktivitäten nach der Durchführung einer Übung. Sehr hilfreich ist es übrigens, sich der Unterstützung der Kollegen von der Personalentwicklung  zu bedienen. Die Mitarbeiter des BCM selbst sind ja auch Teil des Geschehens. Eine unabhängige Moderation hilft den Lesson learned-Prozess zielgerichtet und ohne gegenseitige Schuldzuweisungen durchzuführen. In moderierten Gruppenarbeiten der Beteiligten lassen sich interaktiv die Abläufe noch einmal strukturiert aufarbeiten und die Ergebnisse als Maßnahmenkataloge identifizieren. Das BCM hat damit eine wertvolle Grundlage für die Optimierung. Ein weiterer wichtiger Punkt nach der Live-Übung ist die Dokumentation. Natürlich ist sie lästig. Aber für Auditoren, Revisoren und Wirtschaftsprüfer gilt nur das geschriebene Wort!  Ausserdem schärfen sich beim Schreiben oftmals noch einmal die Gedanken. Und für das Management gibt es eine Dokumentation für das im ISO-Standard geforderte Management-Review. Eine gute Gelegenheit, das BCM in den Köpfen des Managements wieder präsent zu machen.

Rainer Hübert: Warum die Business Impact Analyse (BIA) nicht funktioniert

Das Business Continuity und Resiliency Journal hat zusammen mit continuitycentral einen Wettbewerb "Business Continuity Paper of the Year 2012" ausgeschrieben. Rainer Hübert, MBCI aus Hannover, hat dafür einen Artikel "Why the Business Impact Analysis does not work" eingereicht, der als einer der sechs besten Beiträge des Wettbewerbs im Journal veröffentlicht wurde, wie continuitycentral berichtete: http://www.continuitycentral.com/feature0974.html.

Wer Herrn Hübert seine Email-Adresse schickt (rh@rex-systems.de), dem sendet er diesen Artikel gerne zu.

Rainer Hübert ist übrigens offenbar nicht der Einzige, der so denkt.

Hier ein weiterer Beitrag, der ähnlich argumentiert:

http://www.ez-planner.net/the-bia-survey-an-effort-in-futility

 

Anmerkungen der Redaktion:

Die Thesen von Rainer Hübert in diesem Artikel werden sicherlich nicht von jedem BCMer geteilt. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und eine interessante Diskussion hierzu in den BCM-News zu diesem Artikel.

BaFin veröffentlicht vier neue Konsultationsverfahren u.a. zu den MaRisk

Die am 26. April vom BaFin auf deren Webseite veröffentlichten Überarbeitungen betreffen

  • die MaRisk
  • die MaComp
  • das Merkblatt zu AR- und VR-Mitgliedern
  • das Provisionsabgabe- und Vergünstigungsverbot.

Der für das BCM maßgebliche Abschnitt AT 7.3 in den MaRisk ist im Konsultationspapier unverändert aus der aktuell gültigen Fassung übernommen. Hieraus ergeben sich für das BCM keine direkten Implikationen aus der Neufassung. Die vorgesehenen Anpassungen der MaRisk sind im Konsultationspapier dokumentiert.

http://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Meldung/2012/meldung_120426_konsultationen.html

Downtime Cost Calculator online und für Smartphones

Einen ganz interessanten Downtime Cost Calculator gibt es online und als Smartphone-Application von Storagepipe.

Mit den Kalkulator können die finanziellen Schäden eines Ausfalls kalkuliert werden.

Auf Basis des Jahresgewinns und der jährlichen Geschäftsstunden wird der finanzielle Ausfall für den Vertrieb kalkuliert.

Für den Produktivitätsverlust wird die Anzahl der Mitarbeiter und der durchschnittliche Stundensatz zugrunde gelegt. Für Sales und Produktivität kann jeweils über einen Schieberegler der Impact durch das Schadensereignis in Prozent eingestellt werden.

Nach dem Drücken des Start-Buttons "Panic" beginnt die App mit der Berechnung des Schadens in Dollar bis "Pause" gedrückt wird. Ein nettes Gimmick, um finanzielle Schadensfolgen illustrieren zu können. Eine Business Impact Analyse ist natürlich etwas ganz Anderes.

http://downtimecost.com/

Katastrophenforscher: "Die Welt hat aus dem Titanic-Untergang nichts gelernt"

Katastrophenforscher Martin Voss von der Katstrophenforschungssstelle an der FU Berlin zur Technikgläubigkeit der Menschen, um Katastrophen beherrschen zu können. "Statt unser Weltbild in Frage stellen zu lassen, bauen wir nur bessere Schiffe, höhere Deiche oder wollen uns mit Frühwarnsystemen schützen.", so Martin Voss in dem Artikel, der in welt online veröffentlicht wurde. Doch er sieht momentan ein Umdenken. Katastrophen sind laut Voss in der Regel in der Kausalkette auf Menschen und nicht die Natur zurückzuführen. Dann nämlich, wenn zum Beispiel durch Erdbeben und Tsunami gefährdete Gebiete durch Menschen besiedelt werden. Diese Aussage wiederum passt sehr gut zu den Ergebnissen des UN-Berichts "World Urbanization Prospects: The 2011 Revision", aus dem ich in einem Artikel vor Kurzem die wichtigen Erkenntnisse für das Katastrophenmanagement zusammengefasst habe: die risikogefährdeten Regionen werden überdurchschnittlich stark besiedelt. 890 Millionen Menschen leben in stark durch Naturkatastrophen gefährdeten Regionen und deren Zahl nimmt ständig zu.

Welt online

Toyota macht seine Supply Chain robuster gegenüber Katastrophen

Nach dem Erdbeben und Tsunami in Japan am 11. März vergangenen Jahres mussten die Automobilhersteller ihre Produktion für mehrere Monate stoppen. Nicht nur die Produktionsanlagen der Hersteller selber waren von der Naturkatastrophe zerstört oder stark beschädigt, auch viele Zulieferer waren nicht mehr lieferfähig. Durch die Effizienzprogramme wurden gerade in der Automobilindustrie teure Zwischenlager abgebaut und durch Single Sourcing Skaleneffekte beim Einkauf genutzt. Diese Maßnahmen rächten sich nach der Katastrophe vom 11. März und verhinderten einen schnellen Wiederanlauf. Nicht nur Hersteller in Japan waren hiervon betroffen. Auch deutsche Hersteller konnten über einen längeren Zeitraum bestimmte Ausstattungs- und Farbvarianten nicht liefern. Toyota hat die Lehren aus diesem Ereignis gezogen und überarbeitet seine Supply Chain. In zwei Wochen soll die Produktion nach einem schweren Beben in Japan wieder anlaufen können, so das Ziel. Im herbst diesen Jahres sollen die Maßnahmen hierzu umgesetzt sein. In einer Analyse der Supply Chain Risiken wurden 300 der 1.500 Produktionsstätten der Lieferanten als riskant eingestuft. Diese sind single sources für rund 1.000 Teile. Die betroffenen Lieferanten werden aufgefordert, die Teile an mehreren Standorten zu produzieren oder Lager anzulegen. Sie verpflichten sich und ihre eigenen  Zulieferer die Frist von zwei Wochen Wiederanlaufzeit einhalten zu können. Wer die Supply Organisationen der großen Automobilhersteller einmal kennengelernt hat, weiß dass ein Zuwiderhandeln ganz schnell im De-Listing mündet. Parallel hierzu forciert Toyota die Gleichteile-Strategie, um die Kosten für diese Notfallvorsorge für die Lieferanten senken zu können. Toyota ist damit wiederum Vorreiter im Supply Cain Risk Management. Andere Hersteller und Branchen werden diesem Trend folgen.

[reuters]