Robert-Koch-Institut meldet Rekordstand bei Norovirus-Infektionen

ParasitDas Robert-Koch-Institut (RKI) befürchtet eine Norovirus-Welle. Seit Oktober seien bereits 48.000 Fälle gemeldet worden, gegenüber 30.000 Fällen im Vorjahr.

Norovirus-Infektionen unterliegen seit 2001 der Meldepflicht.

Es handelt sich hierbei um eine Magen-Darm-Infektion mit dem Norovirus. Noroviren sind äußerst infektiös und umweltstabil. Das Krankheitsbild besteht aus starker Übelkeit, plötzlich einesetzendem Erbrechen, Krämpfen und Durchfällen.

Noroviren werden mit Erbrochenem und über den Stuhl ausgeschieden.

Das Virus wird am häufigsten durch direkten Kontakt mit Erkrankten oder indirekt über kontaminierte Flächen (Waschbecken, Türgriffe etc.) übertragen.

Daher empfiehlt das RKI insbesondere die Vermeidung des Kontakts zu Erkrankten sowie eine sorgfältige Händehygiene zum Schutz vor Infektionen.

In diesem Zusammenhang können schon einmal vorbeugenden Maßnahmen im Rahmen der Pandemieplanung durchgedacht und geübt werden. Zu den einfachen Maßnahmen gehört hierbei die Förderung von einfachen Hygienemaßnahmen wie Handhygiene und Toilettenhygiene. Sind Reingungs- und Desinfektionsmittel vorhanden, werden die Toiletteneinrichtungen regelmäßig und richtig gesäubert? Ein Gespräch mit dem Dienstleister (z.Bsp. Reinigungsfirma) über entsprechende Maßnahmen ist hier ebenfalls sehr sinnvoll. Kann zum Beispiel die Reinigungsfirma im Bedarfsfall kurzfristig eine erhöhte Reinigungsleistung leisten? Ist dies vertraglich geregelt?

Pressemitteilung des RKI

Update:

Jetzt hat es die Passagiere des Luxusliners “Queen Victoria” erwischt. Auf seiner zweiten Kreuzfahrt in der Karibik sind 78 der 3.000 Passagiere am Norovirus erkrankt.

Da hat der Schiffsarzt jetzt wohl mächtig zu tun.

Statistik der Norovirus Fälle des RKI:

Novoviren

3 Responses

  1. Hardy Gronau

    Das Bild ist schlecht gewählt.
    Sie erwecken den Eindruck, als ob es sich bei dem Norovirus um einen Parasiten handelt, oder dass die Erkrankung durch Parasiten verbreitet wird und das stimmt ja wohl nicht. Demnach sind auch die Hygienemaßnahmen gänzlich andere als bei Parasitenbefall. Das sollte korrigiert werden.
    Freundliche Grüße
    hardy gronau

  2. Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann

    Norovirus-Epidemien durch Trinkwasser ausgelöst

    Die Kälte ist der mit Abstand wichtigste Faktor zur Konservierung ansteckender Viren, auch im Trinkwasser. Die – ohne jeden vernünftigen Zweifel – durch fäkal verunreinigtes Trinkwasser primär ausgelöste Norovirus-Saison 2007/2008 hat in Deutschland in der 38. Woche begonnen: Exakt – wie jedes Jahr – bei Trinkwasserleitungstemperaturen von weniger als 15°C. Norovirus-Infektionen haben nach kühleren Sommern (2002, 2004 und auch 2007) Herbstgipfel, wenn ansteckende Noroviren im Spätsommer in stehenden Gewässern bei Temperaturen von weniger als 15°C in der Sprungschicht zwischen dem tiefen kalten Wasser und der oberen warmen Wasserschicht eingeschichtet wurden. Während der herbstlichen Volldurchmischung der Wasserkörper bei 10°C (kälterer Bodensee 6°C) sinken die Noroviren zu den tiefer gelegenen Trinkwasserentnahmen ab oder gelangen von den stehenden Oberflächengewässern in das Grundwasser. In Baden-Württemberg mit einem erheblichen Trinkwasseranteil aus dem tiefen und kalten Bodensee stellt sich das Herbstmaximum der Norovirus-Infektionen stets einen Monat später als z.B. in Sachsen mit seinen mittelgroßen Talsperren ein, weil das Bodenseewasser erst gegen Ende des Jahres voll durchmischt ist. Nach wärmeren Sommern wie 2006 fallen die Infektionsmaxima mit den winterlichen Maxima der Kältesummen im Februar/März zusammen.
    Norovirus-Infektionen werden fäkal-oral entweder durch Lebensmittel oder das Trinkwasser ausgelöst. Lebensmittel haben in unserer Zivilisation das ganze Jahr über in etwa die gleiche Temperatur. Trinkwasser verändert im Jahresverlauf seine Temperatur ganz erheblich.
    Welches andere seine Temperatur verändernde Medium kann die offenkundig von den Veränderungen der Temperaturen abhängigen fäkal-oralen Norovirus-Infektionen primär, also initial auslösen, so wie das Trinkwasser?
    Eine vorsorgende Gesundheitspolitik muss die Infektionsketten durchbrechen. Die wirkungsvolle Trinkwasseraufbereitung würde die Kosten im Gesundheitswesen senken, auch hinsichtlich anderer durch Trinkwasser übertragener Infektionen durch z.B. Adenovirus, Campylobacter, E.-coli-Enteritis, EHEC/STEC, Kryptosporidiose, Salmonellose, Yersiniose. Auch die H5N1-Vogelgrippe kann und wird mit dem Trinkwasser übertragen werden. Eine vorliegende epidemiologische Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die saisonale Influenza mit dem Trinkwasser primär, also initial übertragen wird.

    Wilfried Soddemann
    Freier Wissenschaftsjournalist
    eMail: soddemann-aachen@t-online.de
    Homepage: http://www.dugi-ev.de/information.html
    Epidemiologische Analyse: http://www.dugi-ev.de/TW_INFEKTIONEN_H5N1_20071019.pdf

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