Coronavirus-Todesfall in Deutschland

In einem MĂŒnchner Klinikum ist ein 73-jĂ€hriger aus dem arabischen Raum am Coronavirus gestorben. Der Patient hatte sich wahrscheinlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten infiziert und war vor rund einer Woche in das Klinikum eingeliefert worden. Er litt zudem an erheblichen Vorerkrankungen.

Aktuell gibt es 17 bekannte InfektionsfÀlle mit dem SARS-verwandten Virus. Neun Infizierte starben an der Infektion. Im Oktober vergangenen Jahres gab es in Deutschland bereits einen Infektionsfall. Der Patient ist mittlerweile gesundet.

Das Robert Koch Institut RKI sieht aktuell kein erhöhtes Risiko fĂŒr die Allgemeinbevölkerung: “Es gibt nach wie vor keinen Nachweis einer kontinuierlichen Mensch-zu-Mensch-Übertragung. In Deutschland gab es bisher nur zwei importierte ErkrankungsfĂ€lle. Es besteht kein erhöhtes Risiko fĂŒr Erkrankungen in der Allgemeinbevölkerung”.

Informationen des RKI zum Coronavirus

Aktualisierung der RisikoeinschÀtzung des RKI zu ErkrankungsfÀllen durch das neuartige Coronavirus

Angesichts der jĂŒngsten ErkrankungsfĂ€lle am neuartigen Coronavirus hat das RKI eine erneute RisikoeinschĂ€tzung vorgenommen. Von 11 weltweit Erkrankten sind fĂŒnf Personen gestorben. Bei einem der jĂŒngsten FĂ€lle ist eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung wahrscheinlich.

Aktualisierte Bewertung des RKI anlĂ€sslich des weltweit 11. Erkrankungsfalls in Großbritannien (13. Februar 2013)

KĂŒrzere Meldefristen fĂŒr Infektionskrankheiten beschlossen

Der EHEC-Ausbruch im Mai/Juni 2011 hat Defizite in der Kommunikation zwischen Bundes- und LĂ€nderbehörden aufgezeigt. Insbesondere die wöchentlichen Meldefristen standen der Notwendigkeit eines schnellen Handelns entgegen. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr forderte daher kĂŒrzere Meldefristen fĂŒr Infektionskrankheiten. Der Gesetzesentwurf landete jedoch im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat, da es ein Kostenstreit zwischen Bund und LĂ€nder ĂŒber die Infektionsvorsorge an FlughĂ€fen und HĂ€fen gab. Am vergangenen Dienstag hat der Vermittlungsauschuss das neue Gesetz beschlossen. Demnach mĂŒssen GesundheitsĂ€mter kĂŒnftig den Ausbruch schwerer Infektionskrankheiten spĂ€testens am folgenden Arbeitstag an das Robert-Koch-Institut in Berlin melden. Bisher waren wöchentliche Meldungen vorgesehen.

Mindestens 4.000 Schulkinder an Brechdurchfall erkrankt

Nach Meldungen des Robert Koch Institut sind mindestens 4.000 Schulkinder in mehreren BundeslĂ€ndern gleichzeitig an Brechdurchfall (Gastroenteritis) erkrankt. Die Erkrankungen sind mit großer Wahrscheinlichkeit auf das Kantinenessen in Schulen und Betreuungseinrichtungen zurĂŒckzufĂŒhren. Die Einrichtungen werden vermutlich vom gleichen Lieferanten versorgt. Derzeit laufen noch Untersuchungen, um die Herkunft zu ermitteln. Hierzu arbeiten die Lebensmittelbehörden des Bundes und der LĂ€nder eng zusammen.

Quelle: RKI

Erneut ein Beispiel dafĂŒr, wie in kurzer Zeit viele Menschen durch die gleiche Ursache ausser Gefecht gesetzt werden können. Es ist oftmals nicht die spektakulĂ€re Epidemie oder Pandemie, sondern die banale FahrlĂ€ssigkeit eines zentralen Lieferanten, Dienstleisters oder der eigenen Mitarbeiter, die zu einem Personalausfall fĂŒhren kann. Bei einer Epidemie oder Pandemie sind zudem immer viele Unternehmen und Organisationen betroffen. Das VerstĂ€ndnis fĂŒr eine mangelhafte Leistungsbereitschaft ist groß. Jeder hat mit sich selbst zu tun. Ist jedoch nur das Unternehmen alleine betroffen, kommt zum Stress der Wiederherstellung der vollen LeistungsfĂ€higkeit auch noch die volle Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, Kunden, Partner und Medien. Die Erwartungshaltung an eine schnelle Wiederherstellung ist hoch und das VerstĂ€ndnis fĂŒr die Ursache gering.

Droht uns eine neue EHEC-Infektionswelle?

Derzeit werden in der Presse wieder gehĂ€uft FĂ€lle von EHEC-Infektionen herausgegriffen und berichtet. Gerade heute ist dies wieder der Fall. Bei allen berichteten FĂ€llen verlief die Infektion harmlos. Um diese Presse-Meldungen in einen Kontext zu stellen: dem Robert Koch Institut RKI liegen fĂŒr 2012 bislang insgesamt 121 Meldungen ĂŒber EHEC-Infektionen vor (Quelle: Robert Koch-Institut: SurvStat, http://www3.rki.de/SurvStat, Datenstand: 29.02.2012). FĂŒr den Serotyp O104:H4, der fĂŒr die schwere Infektionswelle 2011 mit 53 TodesfĂ€llen verantwortlich war, liegen fĂŒr das Jahr 2012 bislang keine Meldungen vor. Wenn man sich diese Fakten vor Augen hĂ€lt, handelt sich derzeit daher eher um von der Presse heraugegriffene EinzelfĂ€lle als um eine echte aktuelle Bedrohungslage einer neuerlichen schweren Infektionswelle.

RKI betrachtet EHEC-Ausbruch als beendet

Nachdem der letzte Erkrankungsbeginn mit EHEC drei Wochen zurĂŒckliegt und es keine Neuinfektionen gibt, betrachtet das Robert Koch Institut RKI den EHEC-Ausbruch als beendet. In den Informationen zum EHEC-Ausbruch berichtet das RKi von insgesamt 4.321 EHEC/HUS-Erkrankungen mit 50 TodesfĂ€llen.

“Aktuelle Ermittlungsergebnisse ergaben keine Hinweise, dass andere Samenarten als Bockshornkleesamen mit EHEC-Infektionen in Zusammenhang stehen. Aus Ägypten importierte Bockshornkleesamen sowie Sprossen und Keimlinge, die aus diesen Samen gezogen wurden, sollten aber weiterhin nicht roh verzehrt werden.”

Bundesbehörden heben Warnungen vor dem Verzehr von Sprossen und Keimlingen auf

Die Bundesbehörden RKI, Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung sowie Bundesamt fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit haben die Verzehrwarnungen fĂŒr Sprossen und Keimlinge aufgehoben:

“Aus Sicht der Bundesbehörden gibt es nach Vorlage weiterer Informationen aus den BundeslĂ€ndern keinen Grund mehr fĂŒr die Empfehlung, zum Schutz vor Infektionen mit EHEC O104:H4 Sprossen und Keimlinge generell nicht roh zu verzehren. Die aktuellen Ermittlungsergebnisse ergaben keine Hinweise, dass andere Samenarten als Bockshornkleesamen mit EHEC-Infektionen in Zusammenhang stehen. Aus Ägypten importierte Bockshornkleesamen sowie Sprossen und Keimlinge, die aus diesen Samen gezogen wurden, sollten aber weiterhin nicht roh verzehrt werden.”

“Sollten in Privathaushalten noch Bockshornkleesamen fĂŒr Sprossen und Keimlinge vorhanden sein, die in den Jahren 2009 bis 2011 gekauft wurden, sollten diese mit dem RestmĂŒll entsorgt werden. Dies trifft auch fĂŒr Samenmischungen zu, die Bockshornkleesamen enthalten.”

Mittlerweile 22 Tote durch EHEC – Ursache weiterhin unklar

Das Robert Koch Institut RKI meldet mittlerweile den 22. Todesfall auf Grund von EHEC/Hus-Infektionen. Die Ursache der Infektionswelle ist nach wie vor nicht eindeutig identifiziert.

Aktuelle Informationen zu den Fallzahlen in Deutschland und Europa gibt es auf den Webseiten des RKI sowie des ECDC fĂŒr Europa. Die Zahlen hinken der tatsĂ€chlichen Entwicklung allerdings immer etwas nach.

Die EU-Agrarminister wollen bei ihrem heutigen EHEC-Sondertreffen ĂŒber mögliche Hilfen fĂŒr Bauern entscheiden, die massive Absatz-AusfĂ€lle fĂŒr GemĂŒse und Salat zu beklagen haben.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner wehrt sich indes in einem Interview gegen die VorwĂŒrfe eines schlechten Krisenmanagements.

Information des RKI zu EHEC/HUS Stand 01.06.2011

Das Robert Koch Institut RKI hat auf der Webseite aktuelle Informationen zu den Fallzahlen EHEC/HUS-Infektionen mit Stand 01.06.2011 und Verhaltens-Empfehlungen veröffentlicht. Bei der aktuellen Infektionswelle handelt es sich handelt es sich “um einen der weltweit grĂ¶ĂŸten bislang beschriebenen AusbrĂŒche von EHEC bzw. HUS und den bislang grĂ¶ĂŸten Ausbruch in Deutschland, wobei insbesondere die Alters- und Geschlechterverteilung ungewöhnlich ist.”

Mittlerweile sind alle BundeslÀnder betroffen. Auch im Ausland gibt es erste TodesfÀlle.

Die Empfehlung, weiterhin vorsorglich Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren, wird aufrecht erhalten, da diese Lebensmittel von betroffenen Patienten signifikant hÀufiger verzehrt wurden. Die Infektionsquelle ist nach wie vor nicht identifiziert.

BegrĂŒndung der STIKO zur geĂ€nderten Empfehlung zur Impfung gegen Influenza

Die StĂ€ndige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut hat im Epidemiologischen Bulletin Nr. 31 vom 9. August 2010 eine ausfĂŒhrliche BegrĂŒndung fĂŒr die Änderungen der Impfempfehlungen abgegeben.

Auch die Bezeichnung des Virus wurde den Konventionen angepasst. Die im Volksmund irrtĂŒmlicherweise als “Schweinegrippe” benannte Form der Influenza heisst jetzt offiziell “Influenza A (H1N1) 2009”. Analog wird der Virustyp als “Influenza-A-Virus (H1N1)v-2009” bezeichnet.

Auch offizielle Fallzahlen werden im Bulletin veröffentlicht: Bis zum 20. April 2010 wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) insgesamt 226.137 laborbestĂ€tigte Infektionen mit dem A-(H1N1)v-2009-Virus gemeldet, darunter 253 TodesfĂ€lle. Von 237 Verstorbenen mit auswertbaren Angaben hatten 203 (86%) einen Risikofaktor, d.h. Vorliegen eines chronischen Grundleidens oder einer Schwangerschaft. Das RKI geht jedoch von einer weit grĂ¶ĂŸeren Zahl an infizierten Menschen aus, weil bei mild verlaufender Krankheit kein Arzt aufgesucht wurde oder keine spezifische Diagnostik durchgefĂŒhrt wurde. Nach Modellrechnungen wĂŒrden im FrĂŒhjahr 2010 26-44 % der Bevölkerung ĂŒber schĂŒtzende Antkörper gegen das A-(H1N1)v-2009-Virus verfĂŒgen. Es wird erwartet, dass das Virus auch in der kommenden Saison 2010/2011 weiter zirkulieren und wahrscheinlich auch dominieren wird. Auf Empfehlung der WHO enthĂ€lt der trivalente saisonale Impfstoff fĂŒr 2010 daher das A-(H1N1)v-2009-Virus in Kombination mit einem A-(H3N2)- und einem Influenza-B-Virus.

AusfĂŒhrlich wird die Ausweitung der Impfempfehlung auf Schwangere begrĂŒndet. “Alle Frauen, die wĂ€hrend der Influenzasaison schwanger sind, sollten eine Impfung gegen saisonale Influenza erhalten”.

Diskutiert wird auch der Einsatz von WirkverstĂ€rkern (Adjuvanz) in den Impfstoffen. “Es fehlen bislang eindeutige Belege, dass adjuvantierte Impfstoffe auch zu einem besseren schutz vor klinischer Erkrankung (EffektivitĂ€t) fĂŒhren”, so das Bulletin. Die STIKO hĂ€lt daher die Weiterentwicklung der Impfstoffe fĂŒr notwendig. In Deutschland sind mit Stand April 2010 21 trivalente Impfstoffe gegen die saisonale Influenza zugelassen.

STIKO empfiehlt Influenza-Impfung fĂŒr Schwangere, Impfempfehlungen fĂŒr H1N1 werden zurĂŒckgezogen

Die StĂ€ndige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut empfiehlt im aktuellen Epidemiologischen Bulletin Nr. 30 vom 2. August 2010 auch Schwangeren die jĂ€hrliche Impfung im Herbst gegen die saisonale Influenza. Daneben wird Personen ĂŒber 60 Jahren die Impfung empfohlen. Die Impfung besteht aus einem “Impfstoff mit aktueller von der WHO empfohlener Antigenkombination”. Die Impfempfehlungen gegen die pandemische Influenza (H1N1) 2009 werden bis auf Weiteres zurĂŒckgezogen.