Anmerkungen zum Draft des BS 11200 Crisis Management

Vor Kurzem hat British Standards den Draft des Krisenmanagement-Standards BS 11200 für die öffentliche Kommentierung zur Verfügung gestellt. Für die BCM-News hat Christian Zänker (zaenker@bcmpartner.de) den Draft tiefgehend analysiert. Seine kritische Analyse lesen Sie in diesem Beitrag.

Die British Standard Institution BSi hat mit dem BS 11200 Crisis Management bereits nach zwei Jahren den Nachfolger der Public Available Specification PAS200 als Draft vorgestellt.

Der Draft des BS 11200 stellt konzeptionell wie inhaltlich eine immense Verbesserung gegenüber dem PAS200 dar. (https://www.bcm-news.de/2011/11/28/pas-200-und-business-continuity-management/)

Weiterlesen…

“Waking Shark II”: weltweit größte Simulationsübung findet am kommenden Dienstag in London statt

Unter dem Titel “Waking Shark II” findet am kommenden Dienstag, den 12. November in London eine der weltweit größten Krisenmanagementsimulationen dieser Art statt. Tausende Mitarbeiter von Finanzdienstleistern in London werden mit eine simulierten Cyber-Attacke auf kritische Börsen- und Banking-Systeme konfrontiert. Die Simulationsübung wird zentral durch ein Team aus Behörden- und Bankmitarbeitern sowie weiteren Spezialisten und Beratern koordiniert und gesteuert. Im Fokus der Simulationsübung steht der Zahlungsverkehr mit den Geldautomaten sowie Prozesse und Systeme für das Investment Banking. Vor zwei Jahren wurde bereits eine vergleichbare Übung in London durchgeführt. Dies ist bereits die siebte Übung der Finanzdienstleister in London in dieser Form.

Waking Shark II Inject

 

 

BS 11200 Crisis Management steht als Draft zur Kommentierung zur Verfügung

Der Standard BS 11200 Crisis Management – Guidance and good practice steht zur öffentlichen Kommentierung zur Verfügung. Bis Freitag, den 10. Januar 2014 kann der Standard im Draft Review System des BSI nach vorheriger Registrierung kommentiert werden.

Inhalte des BS 11200:

Foreword

0 Introduction

1 Scope

2 Terms and definitions

3 Crisis management: core concepts, principles and developing a capability

4 Building a crisis management capability

5 Crisis leadership

6 Strategic crisis decision-making

7 Crisis communications

8 Training, exercising and learning from crises

Bibliography

Figures

Figure 1 – A framework for crisis management

Figure 2 – Strategic decision-making in a crisis

Figure 3 – Potential problems in crisis decision-making

Figure 4 – Crisis communication flow

Tables

Table 1 – Distinctions between incidents and crises

Table 2 – Key principles of crisis communications

Die Rolle der Notfallpsychologie bei gravierenden Ereignissen

Im aktuellen Care-Link Newsletter wird in Form eines Interviews mit deiner Notfallpsychologin die Bedeutung und Aufgaben der Notfallpsychologie in der akuten Phase und der Nachbetreuung beleuchtet.

Lesen Sie den interessanten Artikel zum Thema Care-Giving im aktuellen Care-Link Newsletter.

Dem Care-Konzept wird im Rahmen der Notfallvorsorge häufig wenig Beachtung geschenkt. Im Vordergrund steht der Wiederanlauf der (IT-) – Technik und der Arbeitsplätze. Doch ohne die Menschen wird ein reibungsloser Wiederanlauf nicht gelingen. Hierzu gehört auch die Sicherstellung einer professionellen Betreuung traumatisierter Mitarbeiter und Angehöriger. Dies ist auch ein Teil der Fürsorgepflicht jeden Unternehmens.

Wenn das iPhone im Notfall zur Backup-Lösung wird

von Andreas Kling, Consultant Business Continuity

Unter dem Produktnamen SatSleeve stellt der Satellitennetzbetreiber Thuraya einen Adapter vor, der aus einem iPhone ein funktionsfähiges Satellitentelefon macht. Dieser Adapter beinhaltet zusätzlich noch einen Akku, der eine Standby-Zeit von 48 Stunden und vier Stunden Gesprächszeit über das Satellitennetz ermöglicht. Auf Wunsch lädt der SatSleeve-Akku auch die iPhone-Batterie wieder auf. Für den Betrieb notwendig ist dann nur noch die kostenlose SatSleeve App (Unterstützung für verschiedene Sprachen, unter anderem auch in Deutsch). Diese greift auf das Adressbuch des iPhones zurück und erlaubt Gespräche und Kurznachrichten über das Satellitennetz von Thuraya. Dieses Netz ist in über 140 Ländern der Welt verfügbar, hauptsächlich in Europa, Afrika, Asien und Australien und deckt somit gut zwei Drittel des Erdballs ab. Selbst ohne iPhone kann der Anwender ein Telefonat mit auf der SOS-Notruftaste annehmen oder über den SOS-Knopf einen Notruf absetzen bzw. eine vordefinierte Nummer wählen. Dazu sind Mikrofon und Lautsprecher im Adapter integriert.

Noch vor gut 10 Jahren hatten die meisten Satelittentelefone (zumeist Inmarsat) noch die Ausmaße und das Gewicht eines Aktenkoffers und verlangten dem Nutzer einiges beim Aufbau und der Inbetriebnahme ab. Nun verfügt man mit dem Satsleeve über ein nutzerfreundliches und sicheres Kommunikationsgerät, das mit seinen 200 Gramm in jede Tasche passt und auch von gelegentlichen Anwendern problemlos genutzt werden kann.

Thuraya

Krisenmanager-Typen

So wie es im Management unterschiedliche Führungsstile gibt, abhängig von den Charakteren der handelnden Personen, gibt es auch im Krisenmanagement ganz unterschiedliche Krisenmanager-Typen.

Katie Collison von Steelhenge Consulting hat in ihrem Blogbeitrag die folgenden Charaktere für Krisenmanager identifiziert und beschrieben:

  • The Cautious Georges
  • The White Knights
  • The Lone Wolves
  • The Ostriches
  • The Optimists

Sehr anschaulich und  treffend, wie ich finde. Aber lesen Sie selbst.

Gestaltung von Stabsräumen und Einsatz von Visualisierungstechnik

Project_Krisenstabsraum_Niere_Watermark

Die Gestaltung des Krisenstabsraumes ist häufig ein unterschätztes Thema in Organisationen, dessen Tragweite sich erst aus der Erfahrung realer Lagen abzeichnet. Wenn es um die Gestaltung von Krisenstabsräumen geht, steht oft der Aspekt der Technik an vorderster Stelle.
Ein modern ausgestatteter Raum mit Beamer, Leinwand, 30 Displays bis zu 103’’, 25 Lautsprecher, 3 Audioanlagen, 8 Mikrofone, 12 Tischtanks, 3 Bodentanks, 10 Mediensteuerungen, 19 Touchpanels, 8 Medienracks, 4 Digitale Signalprozessoren, 4 Videozuspieler, 3 Multimedia-Matrizen 32×32, 16 Bildspeicher und 5 Whiteboards ist technisch machbar. Ist dies aber eine Garantie für eine erfolgreiche Bewältigung von Krisen?
Visualisierungstechnik bietet Vorteile, das bedeutet aber nicht, dass sie auch automatisch effektiv eingesetzt wird. Faktoren, die zu einer effektiven Nutzung beitragen, sind:

  • Verfügbarkeit,
  • Betriebsbereitschaft
  • sinnvolle Anordnung/ausreichende Menge,
  • Erfahrung im Umgang,
  • Lagegegebenheiten,
  • persönliche Vorlieben.

Ein wichtiger Aspekt den wir kurz aufgreifen wollen ist die Erfahrung im Umgang mit Visualisierungstechnik. Bei genauer Betrachtung wird deutlich, dass Mitarbeiter nicht nur hinsichtlich der Bedienung geschult werden müssen, sondern auch über ausreichend praktische Erfahrungen im Ernstfall bzw. Übungen verfügen sollten. So bieten z.B. Smartboards zahlreiche nützliche Funktionen, können aber insbesondere unter Stress und Zeitdruck ihre Tücken aufweisen, die zu Zeitverzögerungen und im schlimmsten Fall zu Datenverlusten führen können.
Unser Tipp: Trifft sich ihr Krisenstabsteam zu Übungen und Echtlagen selten (1-2 mal pro Jahr), dann sollten Sie in der Auswahl technischer Ausstattungsraffinessen zurückhaltender sein. Technik will nicht nur bedient, sondern auch gewartet werden – denken Sie nur an den Fall von Betriebssystem-Updates, die im Ernstfall die Stabsraum-Rechner dutzende Minuten lahmlegen.
Trotz der zunehmenden Technisierung der Stabsarbeit empfehlen wir, dass Krisenstabspersonal stets auch ohne den Einsatz moderner Visualisierungstechnik ein Lagebild entwickeln können sollte. Dafür muss Material wie Flipchart, Metaplanwände, Textmarker, bunte Stifte, Papier, etc. zur Verfügung stehen.

Dr. Susanne Starke und Alexander Burgis

activating Trainings

Bundesweite Strahlenschutzübung in Österreich “INTREX 12”

Katastrophenübung Österreich (Kronenzeitung)

 

Im Rahmen der bundesweiten Strahlenschutzübung INTREX 12 übt Österreich eine Woche lang das Krisen- und Katastrophenmanagement. Beübt wird der GAU eines Kernkraftwerks nahe der österreichischen Grenze.

Von unserem Auslandskorrespondenten Christoph Müller aus Österreich.

 

Statisten für eine Krisenmanagementübung gesucht

Die ASB-Schnelleinsatzgruppe für Auslandseinsätze (First Assistance Samaritan Team/FAST) trainiert vom 21. bis 24. Juni 2012 in Gründau im Main-Kinzig-Kreis für den Ernstfall. Im Rahmen der mehrtägigen Übung, der ein Erdbeben-Szenario zugrunde liegt, trainieren die Auslandshelfer den Einsatz der medizinischen Feldambulanz und der mobilen Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA) in Katastrophen.

Wer immer schon wissen wollte, wie internationale Katastrophenhilfe funktioniert, ist jetzt herzlich eingeladen als Statist an der Übung teilzunehmen.

Nähere Informationen gibt es in dieser Medieninformation des Arbeiter-Samariter-Bund.

Tod des Geschäftsführers der Leki GmbH macht Risiko des Verlusts der Unternehmensführung deutlich

Am Wochenende ist der Gründer und Geschäftsführer der Leki GmbH, Klaus Lehnhart (56), bei einem tragischen Absturz eines Kunstflugzeugs ums Leben gekommen. Leki ist ein weltweit bekannter Anbieter von Stöcken für das Walken und Skifahren. Dieses Unglück macht deutlich, wie unerwartet und abrupt ein Unternehmen die Geschäftsführung verlieren kann. Sei es durch ein tragisches Unglück, wie in diesem Fall oder auch durch Inhaftierung des Geschäftsführers wie dies nach einem Betrugsfall bei der Spedition Betz der Fall war. Der Geschäftsführer Thomas Betz musste wegen Bestechung und Sozialversicherungsbetrug 2007 für mehrere Jahre in Haft und seine Firma während dieser Zeit aus der Zelle führen. Gerade mittelständische, inhabergeführte Unternehmen sind dem Risiko des unerwarteten Verlusts der Geschäftsführung besonders ausgesetzt. In der Person des Geschäftsführers vereint sich oftmals das Know How des Unternehmens, das Wissen um die Finanzen und Geschäftsstrategie, das Netzwerk und natürlich die Führung. Der unerwartete Ausfall der Geschäftsführung kann ein Unternehmen in eine existentielle Krise bringen. Große Unternehmen verfügen über mehrere Personen im Vorstand bzw. der Geschäftsführung, die sich im Notfall vertreten können/dürfen. Dienstreiseregelungen sehen vor, dass diese Personen getrennt reisen, um das Risiko eines gemeinsamen Unfalls zu verhindern. Bei einem inhabergeführten Unternehmen existieren Vetreterregelungen oftmals nicht oder nur eingeschränkt. Umso wichtiger ist es, dass der Inhaber für solche Fälle vorsorgt, auch wenn diese Situation gerne verdrängt wird. Mir ist nicht bekannt, ob und wie die Leki GmbH auf diese Situation vorbereitet ist. Als Kunstflieger muss Klaus Lehnhart den professionellen Umgang mit Risiken beherrscht haben. Es ist für das Unternehmen in dieser schwierigen Zeit zu wünschen, dass er dies auch für diese Situation beherzigt hat.