FBI dementiert Cyber-Attacke auf Wasserversorger in Illinois

FBI und ICS-CERT haben die vermeintliche Hackerattacke auf einen Wasserversorger in Illinois untersucht, konnten aber keine Anzeichen für eine Cyber-Attacke identifizieren:

“DHS and the FBI have found no evidence of a cyber intrusion” or “malicious traffic from Russia or any foreign entities, as previously reported.”

Hackerangriff auf Wasserwerk in den USA

US-Medien berichten über einen Angriff auf ein Wasserwerk in den USA. Dies wäre der erste Angriff auf die Infrastruktur der USA. Vor Kurzem wurde bereits über den erfolgreichen Hackerangriff auf die Steuerungssysteme der US-Drohnen berichtet. Das FBI und das Heimatschutzministerium untersuchen einen Hackerangriff auf ein Wasserwerk in Springfield im Bundesstaat Illinois vor zwei Wochen. Die Hacker sollen zunächst die Zugangsdaten zu dem Steuerungssystem beim Hersteller der Software erbeutet haben und dann mit diesen Daten in die Steuerungssysteme der Wasserpumpen eingedrungen sein. Eine der Wasserpumpen wurde zerstört, nachdem sie ständig an- und abgeschaltet wurde. Ein Schaden an der Wasserversorgung wurde nicht angerichtet. Der Hackerangriff soll auf Rechner in Russland nachvollzogen worden sein.

In Deutschland zählt die Wasserversorgung zur kritischen Infrastruktur KRITIS und unterliegt damit einem besonderen Schutz. Eine Störung der Wasserversorgung oder eine Kontamination von Trinkwasser würde zu großflächigen Störungen des öffentlichen Lebens und der Unternehmen führen. In Deutschland wurde bereits 2005 ein Gift-Anschlag auf die Bodensee-Wasserversorgung verübt, die die Wasserversorgung für den Großraum Stuttgart sicherstellt. Das Attentat konnte jedoch gerade noch rechtzeitig entdeckt werden.

[gizmodo, tagesschau, SPON]

Beim großen Stromausfall droht Berlin das Chaos

BCM-News hat bereits mehrfach über die Ergebnisse der Analyse eines großräumigen und langandauernden Stromausfalls durch das TAB (Büro für Technologiefolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag) berichtet. Wenig erstaunlich ist, dass die Schlussfolgerung des Berichts, dass ein derartiger Ausfall der Stromversorgung innerhalb kurzer Zeit zu chaotischen Zuständen führt, auch für die deutschen Großstädte gilt. Die Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) hat im Auftrag des Bundesforschungsministeriums eine Studie über die Folgen eines Stromausfalls für die Stadt Berlin durchgeführt, deren Ergebnisse jetzt bekannt wurden. Demnach bleibt die Bevölkerung nach einem Stromausfall größtenteils ohne Information. Hinzu kommen massive Infrastrukturprobleme bei der Wasserversorgung und Polizei, Feuerwehr sowie Krankenhäuser. In ganz Berlin gibt es demnach nur zwei Tankstellen mit Notstromversorgung. Ein besonderes Risiko haben die Problembezirke der Stadt, die sich ohnehin benachteiligt fühlen. Plünderungen und Ausschreitungen sind die Folge hiervon.

Weitergehende Informationen zum Forschungsprojekt TankNotStrom gibt es auf der Webseite des Projekts.

[SPON]

Wasserversorgung in Lübeck zusammengebrochen – 130.000 Haushalte ohne Wasser

Vermutlich auf Grund des Rohrbruchs einer Hauptwasserleitung ist die Wasserversorgung im gesamten Stadtgebiet Lübeck unterbrochen. Über 130.000 Haushalte sind seit Sonntag früh 9:00 Uhr ohne Wasser. Die Feuerwehr hat die Notversorgung der Krankenhäuser und Altenheime aufgenommen. Ein Krisenstab wurde gebildet und Notfallpläne ausgearbeitet. Operationen an der Uni-Klinik mussten verschoben werden. Problematisch ist die Wasserversorgung der Krankenhäuser entsprechend der geforderten hohen hygienischen Standards. Die Bürger Lübecks wurden aufgefordert, sich mit Trinkwasser an Tankstellen zu versorgen. Die Internt- und Telefonanschlüsse der Stadtwerke und Feuerwehr sind unter der Last zusammengebrochen. Wann die Wasserversorgung wiederhergestellt werden kann, ist nach wie vor unklar. Die Stadtwerke hoffen den Schaden bis zum Abend behoben zu haben.

Bodensee-Wasserversorgung nach anonymen Schreiben unter verstärktem Objektschutz

Bei der Bodensee-Wasserversorgung ist ein anonymes Schreiben eingegangen, in dem sich der Verfasser zu dem Giftanschlag auf eine Wasserentnahmestelle in Sipplingen im Jahr 2005 bekennt.

Der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung leitete zusätzliche Kontrollen ein. Auch der Objektschutz an der größten Trinkwasserentnahmestelle in Sipplingen wurde verstärkt.

Vor vier Jahren wurden dort in 65 Meter Tiefe zwei Kanister mit Pflanzenschutzmitteln entdeckt. Die Täter konnten bislang nicht ermittelt werden.

Die Bodensee-Wasserversorgung versorgt rund vier Milionen Einwohner Baden-Württembergs über ein 1.700 km langes Leitungssystem mit Trinkwasser. Insbesondere der Großraum Stuttgart hängt an dieser Wasserversorgung. Über zwei Leitungen werden täglich bis zu 670 Millionen Liter Wasser mittels Pumpanlagen vom Bodensee nach Norden befördert. Wenn Sie einmal an unseren wunderhübschen Bodensee und meine Heimat kommen, sollten Sie sich die Zeit zu einer Besichtigung der Bodensee-Wasserversorgung nehmen. Es lohnt sich und ist wirklich beeindruckend (= Werbung).

Die Trinkwasserversorgung gehört zu den kritischen Infrastrukturen (Kritis) und ist durch ihre Infrastruktur (Leitungsnetze und Speicher) besonders verwundbar.