blognews: der neue Pandemie-Newsticker

Wir wissen noch nicht, ob im Herbst eine Pandemie auf uns zukommt. Umso wichtiger, jetzt immer auf dem Laufenden zu sein. Deswegen hat der bcm-newsticker ein Schwesterchen bekommen: der Pandemie-Newsticker. Unter www.pandemie-news.de gibt es ab sofort ausschliesslich News zum Thema Pandemie aus der ganzen Welt. Der bcm-newsticker wird sich wieder schwerpunktmĂ€ĂŸig den anderen BCM-Themen widmen.

Die Ruhe vor dem Sturm oder alles nur falscher Alarm?

Das ECDC vermeldet im tĂ€glichen H1N1-Update fĂŒr heute keine neuen FĂ€lle fĂŒr Europa. Ist das jetzt die Ruhe vor dem Sturm oder ist die Pandemie falscher Alarm? Nachdem die Pandemie auf der SĂŒdhalbkugel in der dortigen Grippesaison sehr mild verlaufen ist, streiten sich hierzulande die Experten, was auf der Nordhalbkugel noch zu erwarten ist und wieviele Personen geimpft werden sollten. WĂ€hrenddessen streiten sich die Politiker in Bund und LĂ€nder ĂŒber Kosten, Kostenaufteilungen und Vorgehen bei einer Massenimpfung. Die Pharmabranche fordert unterdessen weltweit die Bestellungen fĂŒr den Impfstoff ein, denn beliefert wird nur wer rechtzeitig seine Bestellung aufgegeben hat und bezahlt.

Verunsichert und verwirrt ob der Verwirrung der Experten und Politiker bleiben die BĂŒrger und Unternehmen zurĂŒck:

  • Wer wird geimpft?
  • Wann wird geimpft?
  • Durch wen wird geimpft?
  • Wie oft wird geimpft?

Zu allem Überfluss wird es voraussichtlich auch keine bundeseinheitlichen Regelungen geben, sondern jedes Bundesland wird tun was es fĂŒr richtig und bezahlbar hĂ€lt.

Das macht die Vorsorge fĂŒr bundesweit agierende Unternehmen auch nicht gerade einfacher!

Da bleibt nur einen kĂŒhlen Kopf zu bewahren (das Wetter hilft ja mit) und brav weiter an die Hygienemaßnahmen halten.

Positiv bleibt zu vermerken, dass sich einige Unternehmen angesichts der Pandemie intensiver Gedanken ĂŒber das Szenario eines Personalausfalls gemacht haben. Denn nicht nur eine Pandemie, auch Streiks im eigenen Unternehmen oder bei Zulieferern oder Verkehrsstörungen können zu ungeplantem Personalausfall fĂŒhren.

Dies bekommen die Briten in London gerade am eigenen Leib zu spĂŒren (siehe Artikel im bcm-newsticker).

Auch der Einsatz von Telefon- und Videokonferenzen und die Option von TelearbeitsplĂ€tzen ist wieder stĂ€rker in das Bewusstsein gerĂŒckt. Und wenn es nur falscher Alarm war, dann haben wir – dieses Mal – GlĂŒck gehabt und einige wenige Branchen werden von der Konjunkturkrise keine Schrammen abbekommen haben dank Milliardenausgaben fĂŒr antivirale Medikamente, Impfstoffe und Hygienemittel.

Maßnahmen zur betrieblichen Pandemieplanung finden Sie in der öffentlichen Mindmap zu diesem Thema von bcm-news.

Aktualisierte Risikoanalyse H1N1 des ECDC fĂŒr Europa

Das ECDC hat eine aktualisierte Risikoanalyse zu H1N1 veröffentlicht:

“ECDC has released an updated risk assessment of the pandemic influenza A(H1N1) 2009. The document points out that the virus will continue to transmit in a heterogeneous manner but at a low level over the summer in European countries and that it is likely that a proper first wave of the pandemic will take place in the autumn and winter.

Experience from the temperate countries in the southern hemisphere, that could be relevant also for Europe, indicates that even if the overall interruption of essential services in (well-prepared) countries has been manageable, stress on some health care services– especially hospitals – has been substantial.”

H1N1 Update des ECDC vom 24.August

Die Internetseite des EuropĂ€ischen Zentrum fĂŒr die PrĂ€vention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ist wegen einer technischen Störung nicht erreichbar.

Hier geht es daher zum aktuellen Update vom 24. August.

Das Update zeigt, dass die Fallzahlen in Europa weiter stark ansteigen, besonders auch in Deutschland. Im Gegensatz zu anderen europÀischen LÀndern gibt es in Deutschland bislang keine schweren und tödlichen FÀlle.

BaFin fragt Versicherungen nach dem aktuellen Stand der Pandemieplanung ab

Das BaFin hat vergangene Woche die Versicherungen nach ihrem aktuellen Stand der Pandemieplanung abgefragt. Eine vergleichbare Abfrage zum Stand der Notfallplanung gab es bereits im Rahmen der Vogelgrippe.

Gefragt wird nach dem konkreten Stand der Pandemieplanung, den vorgesehenen Schutzmaßnahmen fĂŒr die Mitarbeiter, den Vorkehrungen fĂŒr den Fall der Erkrankung vieler Mitarbeiter und der Auswirkungen der Pandemie auf die Versicherungstechnik.

Mit gleichgelagerten Fragen mĂŒssen jetzt viele Unternehmen rechnen, insbesondere wenn sie zu den Unternehmen der kritischen Infrastruktur gehören, wie dies bei Finanzdienstleistern der Fall ist. Weiterlesen…

Frankreich meldet ersten H1N1-Todesfall

Das EuropĂ€ische Zentrum fĂŒr die PrĂ€vention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) meldet den ersten H1N1-Todesfall fĂŒr Frankreich. In den vergangenen 24 Stunden gab es in Europa 2.403 neue gemeldete InfektionsfĂ€lle, davon 738 neue FĂ€lle in Deutschland. Da in einigen LĂ€ndern nicht mehr alle InfektionsfĂ€lle getestet werden, ist davon auszugehen, dass die tatsĂ€chlichen Zahlen höher liegen.

TodesfĂ€lle gibt es neben dem neuen französischen Fall in Europa in Belgien (1), Ungarn (1), Spanien (6) und Großbritannien (30).

Neben Großbritannien (11.864 bestĂ€tigte FĂ€lle) ist Deutschland (6062) in Europa am stĂ€rksten von der H1N1-Infektionswelle betroffen, gefolgt von Spanien (1538). Die am stĂ€rksten betroffenen BundeslĂ€nder sind Nordrhein-Westfalen (2.446 bestĂ€tigte FĂ€lle), Niedersachsen (1.083) und Baden-WĂŒrttemberg (600).

Der Anstieg der FĂ€lle ist nach Angaben des RKI maßgeblich durch ReiserĂŒckkehrer verursacht (605 von 738 neuen FĂ€llen). Da in einigen BundeslĂ€ndern die Schulferien gerade erst begonnen haben, ist mit einem weiteren starken “Import” der H1N1-Infektionen zu rechnen. Daher betont das RKI insbesondere die Bedeutung von Hygienemaßnahmen bei Kontakt zu ReiserĂŒckkehrern.

Dies ist auch ein wichtiger Punkt in der betrieblichen Pandemievorsorge. Gerade bei jetzt aus dem Urlaub zurĂŒckkehrenden Mitarbeitern muß bei auftretenden Symptomen (Fieber, Atemwegsbeschwerden, Gliederschmerzen) sofort reagiert werden, um eine weitere Übertragung zu verhindern. Die Mitarbeiter sollten angehalten werden,  die allgemeinen Hygienemaßnahmen, wie sie zum Beispiel in der BroschĂŒre “Wir gegen Viren” des RKI beschrieben sind, einzuhalten und bei Symptomen sofort den Arzt aufzusuchen. Die Intensivierung des (sorgfĂ€ltigen) Reinigungsdienstes von Arbeits- und AufenthaltsrĂ€umen sowie der Einsatz von Telefon- und Videokonferenzen statt  Meetings sind weitere sinnvolle und wirtschaftliche Maßnahmen im Rahmen der PrĂ€vention. Hierzu zĂ€hlt auch die Einrichtung von HeimarbeitsplĂ€tzen sowie der Verzicht auf betriebliche Großveranstaltungen.

Nach wie vor sind die KrankheitsverlĂ€ufe mild so daß aus der derzeitigen Situation kaum akute GefĂ€hrdungen fĂŒr den GeschĂ€ftsbetrieb von Unternehmen auftreten dĂŒrften. Eine Eskalation der Situation kann jedoch niemand auschliessen, so dass eine angemessene Vorsorge und PrĂ€vention zu den “Good-Practices” jedes Unternehmens gehören sollte.

H1N1-Statistik mit Stand 12.06.09 aktualisiert

  • Die detaillierte bcm-news-Statistik zu H1N1-InfektionsfĂ€llen ist auf den aktuellen Stand 12.06.09 aktualisiert. Die Statistik basiert auf den offiziellen Daten des WHO und zeigt die Entwicklung der FĂ€lle auf LĂ€nder- und Tagesbasis.
  • Die AufschlĂŒsselung der deutschen Fallzahlen vom RKI findet sich hier.
  • Statusbericht des EuropĂ€ischen Zentrum fĂŒr Infektionsschutz und PrĂ€vention ECDC vom 12.06.09 auf europĂ€ischer Ebene.
  • Mehr aktuelle Informationen zu H1N1 in der Link-Kategorie H1N1 auf bcm-news.de