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Umfrage: Zusammenarbeit im Rahmen von Lieferkettenunterbrechungen

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Vermeidung und die schnellstmögliche Behebung von Lieferkettenunterbrechungen sind schon heute wesentliche Erfolgsfaktoren europäischer Unternehmen im globalen Wettbewerb. Der Ausfall wichtiger Lieferanten kann zu Produktionsausfällen mit verheerenden finanziellen Konsequenzen führen. Viele Beispiele zeigen, dass die Art und die Güte der Zusammenarbeit der beteiligten Unternehmen bei einer Unterbrechung ein zentraler Faktor dafür ist, wie schnell sich die Lieferkette erholt.

Die Forschungsgruppe Produktions- und Logistiknetzwerke an der Jacobs University Bremen untersucht im Rahmen einer Doktorarbeit, wie Unternehmen heute bei Lieferkettenunterbrechungen zusammenarbeiten.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen als Branchenexperte in einer kurzen Umfrage (ca. 15 Minuten) mit uns teilen würden. Den Link zur Umfrage finden Sie hier: http://ww2.unipark.de/uc/Jacobs-University-F/

Gerne stellen wir Ihnen die Ergebnisse in Form einer Benchmark-Studie im Anschluss kostenlos zur Verfügung. Dazu können Sie am Ende der Umfrage Ihre Kontaktdaten angeben. Die Analyse selbst erfolgt anonymisiert.

Vielen Dank für Ihr Mitwirken.

Mit freundlichen Grüßen

Marie Brüning

Research Associate, PhD Student

Department of Mathematics and Logistics

Wachsende Bedeutung von "non property damage risks"

Risiken, die keine physischen Schäden verursachen, aber trotzdem zu finanziellen Schadensfolgen für das Unternehmen führen, nehmen zu. Zu diesen Risiken gehören zum Beispiel Schäden durch Cyber Attacken oder geo-politische Risiken. Die finanziellen Schäden in Folge von Reputations- und Imageverlusten übersteigen mittlerweile die direkten Kosten durch Cyber Attacken. Dies ist ein Ergebnis des Allianz Risk Barometer 2015. Über 500 Risikomanager in mehr als 40 Ländern wurden für die Studie befragt. Geschäftsunterbrechungen auf Grund von physischen Schäden wie Feuer, Explosion oder Naturkatastrophen sowie Unterbrechungen der Lieferkette dominieren jedoch nach wie vor die Risikolandschaft. Insbesondere die stark wachsende internationale Vernetzung der Wirtschaft schlägt sich in den Risiken nieder. Der legendäre "umgefallene Sack Reis in China" kann mittlerweile auch hierzulande über die eng verflochtenen Lieferketten einen Tsunami auslösen. Business Continuity Management und Transparenz der Lieferkette um diese Risiken zu reduzieren ist trotzdem bei vielen Unternehmen noch Fehlanzeige. “Collaboration between different areas of the company – such as purchasing, logistics, product development and finance – is necessary in order to develop robust processes which identify break points in the supply chain. Supply chain performance management analysis can enable early warning systems to be created, ” so Volker Muench, Global Practice Group Leader, AGCS Property Underwriting in der Studie. Und da waren sie wieder, die Silos, die es aufzubrechen gilt.

Was bedeutet dies für das Business Continuity Management? Die klassischen BCM-Risikoszenarien wie Ausfall von Gebäuden, Personal oder IT bleiben von Relevanz. Weitere Szenarien, die non property damage risks abbilden, müssen im Business Continuity Management stärker berücksichtigt werden. Die Frage ist, wie muss eine Business Impact Analyse und eine Notfallplanung aussehen, die eine angemessene Reaktion ermöglicht. Fakt ist, dass die Anforderungen an Reaktions- und Wiederanlaufzeiten bei diesen Risiken deutlich kürzer werden, als wir sie häufig für die klassischen BCM-Szenarien in der Business Impact Analyse abbilden. Kritischer Erfolgsfaktor für die Bewältigung dieser Szenarien ist eine schnelle Reaktion und Kommunikation - sowohl intern als auch intern. Aspekte, die auch in Tests und Übungen für das BCM und Krisenmanagement berücksichtigt werden müssen. Übungen, die eine Cyber-Attacke simulieren, zeigen diesen Effekt allen Beteiligten deutlich auf. Dynamik, Zeit- und Entscheidungsdruck sind ungleich höher als bei den klassischen BCM-Szenarien. Da hilft nur üben, denn leider ist die Wahrscheinlichkeit von einer Cyber-Attacke getroffen zu werden sehr hoch und  sei es nur wie im Falle des Ludwigsluster Wurstfabrikanten, dessen Mail-Adresse zum Versand von Malware missbraucht wurde. Empörte und hilflose Opfer des Cryptolockers legten daraufhin durch Anfragen und Beschwerden die Infrastruktur des Unternehmens für mehrere Stunden lahm.

Vom schwierigen Verhältnis zwischen Business Continuity Management und Organizational Resilience

Vor einigen Jahren tauchte der Begriff "Resilience" in der klassischen Business Continuity Welt auf und Nichts war mehr so wie es vorher war. BCM war out und altmodisch, Resilience in und hip. Keine Konferenz, kein Artikelbeitrag ohne das magische Wort "Resilience". Weiterlesen…

Durch Ransomware erpresstes Krankenhaus bezahlt Lösegeld

Das Hollywood Presbyterian Medical Center in Los Angeles wurde Opfer eines Hackerangriffs mit Ransomware. Am 5. Februar 2016 wurde das Hospital Opfer des Malwareangriffs, der die Daten des Krankenhauses verschlüsselte und das Haus zurück in das vorelektronische Zeitalter warf. Berichte wurden wieder auf Papier erstellt und per Boten überbracht. Auch mehrere deutsche Krankenhäuser sind von einem gleichartigen Malware-Angriff betroffen. Die Schaddateien kamen vermutlich über den Anhang einer Mail in die Häuser, den die Mitarbeiter leichtsinnigerweise öffneten.

Am vergangenen Mittwoch erklärte der Leiter des Krankenhauses in Hollywood, dass den Erpressern 17.000 USD in Bitcoins bezahlt wurden. Dies sei der schnellste und effizienteste Weg gewesen, wieder an die Daten zu kommen. Patientendaten seien nicht kompromittiert worden.

Und wieder zeigt sich die Stärke des betrügerischen Geschäftsmodells mit Ransomware. Die geforderten Beträge sind im Verhältnis zum Schaden relativ niedrig und nur gegen wenige Verschlüsselungen durch Ransomware gibt es bereits Gegenmittel. Auf 325 Millionen Dollar in zwei Monaten wird das erpresste Lösegeld geschätzt (Quelle: cyberthreatalliance.org). Der Virenhersteller Bitdefender will herausgefunden haben, dass 50 Prozent der amerikanischen Opfer das Lösegeld in Bitcoins entrishtet hat. Umso wichtiger ist es, beim Öffnen von Mails höchste Vorsicht walten zu lassen. Die Angriffe sind intelligenter geworden und nicht mehr so leicht zu identifizieren, da die Mails den Adressaten persönlich ansprechen und auch der Kontext des Mailinhalts plausibel erscheint.

Was hilft: Absenderadresse und Anhänge in der Detailansicht der Mail vor dem Öffnen prüfen. Rechtsanwälte und Inkassobüros pflegen rechtsverbindliche Inhalte nie über Mail zu versenden. Diese Mails können direkt in den Papierkorb.

Quelle: Reuters