Why Recovery Plans Fail – Ergebnisse einer Umfrage

Janco Associates, ein US IT-Beratungsunternehmen, hat 253 Unternehmen befragt, die ihren Recovery Plan aktivieren mussten. Bei über 60 Prozent der befragten Unternehmen war der Plan fehlerhaft und bei nahezu 50 Prozent der Unternehmen nicht mehr aktuell. Dies sind keine guten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wiederherstellung. Ein Plan ist nur so gut wie der regelmäßige Review und vor allem Tests und Übungen. Denn viele Fehler und Unzulänglichkeiten kommen tatsächlich erst bei Tests und Übungen zu Tage. Es sind dann oftmals die Kleinigkeiten, wie fehlende Kabel, Adapter, Zugangspaßworte etc., die zum Scheitern führen.

Quelle: janco

Statisten für eine Krisenmanagementübung gesucht

Die ASB-Schnelleinsatzgruppe für Auslandseinsätze (First Assistance Samaritan Team/FAST) trainiert vom 21. bis 24. Juni 2012 in Gründau im Main-Kinzig-Kreis für den Ernstfall. Im Rahmen der mehrtägigen Übung, der ein Erdbeben-Szenario zugrunde liegt, trainieren die Auslandshelfer den Einsatz der medizinischen Feldambulanz und der mobilen Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA) in Katastrophen.

Wer immer schon wissen wollte, wie internationale Katastrophenhilfe funktioniert, ist jetzt herzlich eingeladen als Statist an der Übung teilzunehmen.

Nähere Informationen gibt es in dieser Medieninformation des Arbeiter-Samariter-Bund.

Was nach der erfolgreichen Krisenbewältigung kommt

Die Blockupy-Proteste im Bankenviertel Frankfurts vom 16. bis 19. Mai haben nicht die gefürchteten Folgen für die Einzelhändler und Banken gehabt. Nach den gewaltsamen Ausschreitungen am 31. März bei den Anti-Kapitalismus-Demonstrationen in Frankfurt war dies zu befürchten. Die Verbote fast aller Veranstaltungen durch die Stadt Frankfurter, darunter auch die Veranstaltung “Banken fluten” am 18. Mai sowie ein massives Polizeiaufgebot von rund 5.000 Polizisten haben die Lage nicht eskalieren lassen. Aber auch die Demonstranten auf der anderen Seite waren friedlich und es kam zu keinen nennenswerten Ausschreitungen. Viele der Banken in Frankfurt haben vorsorglich ihre repräsentativen Wahrzeichen an dem Brückentag geschlossen und die kritischen Geschäftsprozesse an Ausweichlokationen oder Remote-Arbeitsplätze verlagert. Für das Business Continuity Management wurden diese Tage zu einer idealen Live-Übung, in der die Abläufe und Technik unter realen Bedingungen getestet werden konnten. Durch den Brückentag relativierte sich die Belastung, da viele Mitarbeiter ohnehin nicht anwesend waren. Nachdem die Ereignisse nun vorüber und das Medienecho wieder abgeflaut sind, gilt es in Ruhe die hektischen Tage aufzuarbeiten. Was ist gut gelaufen, wo liegen die Optimierungspotentiale, welches sind konkrete Maßnahmen zur Optimierung des BCM. Information und Kommunikation sind dabei zum Beispiel immer Standardthemen, mit denen man eigentlich nie fertig wird. Wie die Geschäftsfortführungsplanung sollte auch der Lessons Learned-Prozess zu einem Standardverfahren des BCM gehören. Nichts ist schlimmer, als wenn nach einem Ereignis alle Beteiligten müde, erschöpft und vielleicht sogar frustriert auseinanderrennen in der Hoffnung, diese Situation möge so schnell nicht wiederkommen. Dann bleiben viele Potentiale verborgen und möglicherweise entstandener Frust oder Ärger setzt sich erst so richtig fest. Daher sollte zeitnah ein Lessons Learned Prozess aufgesetzt werden. Der neue ISO Standard zu Tests und Übungen ISO 22398 sieht dies im Übrigen unter dem Punkt “Improvement” explizit vor. After action review, Evaluation, Afteraction report, Management review, Corrective action und Implementation follow-up sind die benannten Aktivitäten nach der Durchführung einer Übung. Sehr hilfreich ist es übrigens, sich der Unterstützung der Kollegen von der Personalentwicklung  zu bedienen. Die Mitarbeiter des BCM selbst sind ja auch Teil des Geschehens. Eine unabhängige Moderation hilft den Lesson learned-Prozess zielgerichtet und ohne gegenseitige Schuldzuweisungen durchzuführen. In moderierten Gruppenarbeiten der Beteiligten lassen sich interaktiv die Abläufe noch einmal strukturiert aufarbeiten und die Ergebnisse als Maßnahmenkataloge identifizieren. Das BCM hat damit eine wertvolle Grundlage für die Optimierung. Ein weiterer wichtiger Punkt nach der Live-Übung ist die Dokumentation. Natürlich ist sie lästig. Aber für Auditoren, Revisoren und Wirtschaftsprüfer gilt nur das geschriebene Wort!  Ausserdem schärfen sich beim Schreiben oftmals noch einmal die Gedanken. Und für das Management gibt es eine Dokumentation für das im ISO-Standard geforderte Management-Review. Eine gute Gelegenheit, das BCM in den Köpfen des Managements wieder präsent zu machen.

Übung in der Londoner City zur Vorbereitung auf die olympischen Spiele

Im Rahmen der Vorbereitung auf die olympischen Spiele finden in London und Umgebung eine ganze Reihe an Tests und Übungen statt. Die erste öffentlichkeitswirksame Übung wird heute im Herzen von London durchgeführt. In der Übung wird ein terroristischer Anschlag auf die Londoner U-Bahn während der olympischen Sommerspiele simuliert.

[London Metropolitan Police, SecurityPark]

Indiens Hauptstadt Neu Dehli übt die Katastrophe

Indien gehört zu den am meisten durch Erdbeben gefährdete Regionen auf der Erde. 2001 gab es ein Erdbeben der Stärke 7,6 mit über 20.000 Toten, 1993 ein Beben der Stärke 6,2 mit nahezu 10.000 Toten. Viele der gefährdeten Megastädte wie Istanbul verdrängen jedoch dieses Risiko [Zeit: Metropolen am Abgrund]. In Neu Dehli findet heute erstmalig eine große Übung statt, die die Bevölkerung auf eine solche Katastrophe vorbereiten soll. Simuliert wird ein Erdbeben der Stärke 7 mit Beschädigungen der Verkehrseinrichtungen, Krankenhäuser und öffentliche Gebäude. An der Übung, die so erstmalig in Indien stattfindet, nehmen 242 Schulen, 31 Universitäten, 22 Krankenhäuser und 13 Regierungsgebäude teil. Es wird Evakuierungen geben und Dummy-Verletzte stellen die Lage dar.

Erkenntnisse zum Krisenmanagement des Zwischenberichts zu Fukushima

Die in englisch bereits vorliegende Zusammenfassung des Untersuchungsberichts zu Fukushima legt schwerwiegende Mängel in der Notfallvorsorge und im Krisenmanagement offen. 

Fehlende Notfallvorsorge für Tsunamis und Stromausfälle:

Aus Berechnungen war TEPCO mindestens seit 2008 bekannt, dass im Fall eines Tsunamis die Höhe der Wellen mehr als 15 Meter betragen kann. TEPCO hat die Berechnungen allerdings nicht ernst genommen und keine entsprechende Vorsorge getroffen.

Für den Ausfall der Stromversorgung gab es keine Notfallpläne, die Mitarbeiter hatten keine Ausbildung hierfür und notwendiges Equipment war nicht vor Ort vorhanden. 

Vorsorge für das Krisenmanagement:

Die Krisenstabsräume vor Ort waren nicht auf ein Zusammentreffen von Erdbeben und Reaktorunfall vorbereitet und waren daher bei dem Unglück nicht nutzbar. Die Gebäude waren nicht strahlensicher ausgelegt, obwohl sie für den Einsatz bei einem Nuklearunfall vorgesehen waren.

Versagen der Aufsichtsorgane:

Die Einhaltung adäquater Vorsorgemaßnahmen für Katastrophen durch TEPCO wurden von den Aufsichtsbehörden gar nicht oder  nur unzulänglich überprüft. 

Information und Kommunikation im Rahmen des Krisenmanagements:

Information und Kommunikation nach Eintritt der Katastrophe im Rahmen des Krisenmanagements hat offensichtlich völlig versagt. Durch den Stromausfall fiel die Kommunikationsinfrastruktur aus, da es auch keine Notstromversorgung gab. Organisatorisch versagte die Kommunikation zwischen zwischen dem strategischen und taktischen Krisenstab im Ministerium, obwohl sich beide Krisenstäbe im gleichen Gebäude befanden. Zwischen diesen Krisenstäen und dem Einsatzstab vor Ort funktionierte die Kommunikation ebenfalls nicht. Mit der Folge, dass der Krisenstab vor Ort selbständig Entscheidungen zum weiteren Vorgehen treffen musste. Das fehlende Lagebild sowie die Information der Öffentlichkeit wird im Zwischenbericht als “major concern” bezeichnet.

Fehlbedienungen der Reaktoren nach dem Unglück:

Auf Grund fehlender oder fehlerhafter Informationen des Bedienungspersonals über die aktuelle Lage kam es zu Fehlbedienungen bei der Steuerung der Wasserversorgung des Reaktors, was die Lage weiter verschlimmert hat.

Die Ergebnisse des Untersuchungsberichts machen auf mich den Eindruck, dass hier grob fahrlässig mit existentiellen Risiken umgegangen wurde. Bei den eingetretenen Risiken handelt es sich keineswegs um “schwarze Schwäne”, mit denen nicht zu rechnen war. Im Gegenteil, die Risiken waren sehr gut bekannt. Die Kombination der fehlenden Vorsorge von TEPCO mit einem völligen Versagen der Aufsichtsbehörden hat diese Katastrophe erst möglich gemacht. Eine einzige Übung mit diesem Szanario hätte genügt diese Mängel rechtzeitig aufzudecken. Aber von einer Übung ist im Zwischenbericht nicht die Rede.

LÜKEX 2011 startet in Kürze

Am 30.11.2011 startet die 5. strategische Krisenmanagement-Übung von Bund und Ländern LÜKEX 2011 ( Länderübergreifende Krisenmanagement-Übung/EXercise). Das Szenario sieht dieses Jahr eine Cyber-Attacke gegen kritische Infrastrukturen vor. Bund, Länder und Unternehmen der kritischen Infrastrukturen üben gemeinsam an zwei Tagen im Rahmen eines gemeinsamen Drehbuchs. Damit soll die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen gestärkt werden. Bereits die Vorbereitungen auf die Übung haben durch das Kennenlernen und Zusammenarbeiten einiges bewirkt. Die Übung wird diesen Effekt noch verstärken. Zwei lange spannende Tage warten auf uns.

BBK und BSI bieten im Rahmen dieser Veranstaltung eine Pressekonferenz und begleitende Foren an.

Probebetrieb und Notfalltests des neuen Flughafens Berlin Brandenburg

Am 3. Juni 2012 wird nach sechsjähriger Bauzeit der neue Flughafen Berlin Brandenburg in Betrieb genommen. Zuvor gilt es jedoch den Normalbetrieb und Notfallsituationen zu simulieren. Der Probebetrieb startet im November 2011. Alle normalen Abläufe wie Check-In, Gepäckabfertigung und die Sicherheitsprozesse werden mit Komparsen getestet. Auch Notfallsituationen werden simuliert. Wenn Sie als Komparse am Probebetrieb teilnehmen wollen und den neuen Flughafen vor der Inbetriebnahme hautnah erleben wollen, können Sie sich hier melden.

Robert Koch Institut veröffentlicht Epidemie-Kurve von EHEC/HUS – Lessons learned für das Krisenmanagement

Das Robert Koch Institut RKI hat den Verlauf der Erkrankungen an EHEC/HUS anhand einer Epidemie-Kurve aufgezeichnet. Der Verlauf der Erkrankungen anhand des Erkrankungsbeginn zeigt deutlich, wie schnell der Maximalwert der Erkrankungen erreicht wird. Innerhalb nur weniger Tage steigt die Zahl der Erkrankten deutlich an. Für das Krisenmanagement bedeutet dies, dass schnell Maßnahmen zur Eindämmung der Neu-Infektionen getroffen werden müssen. Leider hat die EHEC-Epidemie wiederum gezeigt, dass die Klärung der Infektionsquelle einen eigenen, viel längeren Zeitverlauf, benötigt. Entscheidungen und Maßnahmen müssen daher zu Beginn des Ausbruchs unter Unsicherheit getroffen werden. Dies wiederum ist ein typisches Merkmal der Entscheidungssituation von Krisenstäben: hoher Handlungs- und Entscheidungsdruck bei unsicherer Informationslage. Dies erhöht natürlich auch in der Folge das Risiko von Fehlentscheidungen. Bei EHEC/HUS hat es die Gemüsebauern, insbesondere die spanischen Gurken-Bauern getroffen. Es liegt jetzt in der Verantwortung der Politik, die geschädigten Landwirte, auf Kosten der Steuerzahler, zu entschädigen. Es sollte allerdings hieraus nicht der Schluss gezogen werden, dass mit Entscheidungen gewartet werden muss, bis Klarheit über die Ursache besteht. Bei der EHEC/HUS-Infektion in Japan ist diese Ursache bis heute nicht endgültig geklärt. Mitglieder von Krisenstäben müssen den Mut aufbringen, schnelle Entscheidungen zu treffen und die Konsequenzen hieraus zu tragen. Gerade dies macht die besondere Verantwortung eines Krisenstabs aus und kennzeichnet die besonderen Anforderungen an die Leiter und Mitglieder von Krisenstäben. Professionelle Krisenstäbe bei Polizei und Feuerwehren erfahren dies in der täglichen Praxis. Mitglieder von Krisenstäben “normaler” Unternehmen und Organisationen stellt dies vor ganz besondere Herausforderungen. Gut wenn dies vor dem Ernstfall in Übungen trainiert ist.

BBK mit neu gestalteter Webseite

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge BBK hat seinen Web-Auftritt überarbeitet und modernisiert. Das am 1. Mai 2004 nach den Ereignissen vom 11. September gegründete Bundesamt ist für den zivilen Bevölkerungsschutz zuständig. Neben umfangreichen Informationen zu den Aufgaben des Bundesamtes gibt es in der Rubrik “Tipps für den Notfall” hilfreiche Hinweise für die Notfallvorsorge und das Verhalten im Notfall.

Die Aufgaben des BBK:

  • Erfüllung der Aufgaben des Bundes im Bevölkerungsschutz,
  • Koordinierung des Schutzes kritischer Infrastrukturen,
  • Zusammenfassung, Bewertung und Darstellung verschiedenster Informationsquellen zu einer einheitlichen Gefahrenlage,
  • Koordination der Kommunikation des Bundes mit Ländern und Gemeinden, der Privatwirtschaft und der Bevölkerung über Vorsorgeplanung und aktuelle Bedrohungen,
  • Unterstützung des Managements von Einsatzkräften des Bundes und anderer öffentlicher und privater Ressourcen bei großflächigen Gefahrenlagen,
  • Koordinierung des Schutzes der Bevölkerung gegen Massenvernichtungswaffen,
  • bedrohungsgerechte Ausbildung der Führungskräfte aller Verwaltungsebenen im Bevölkerungsschutz,
  • nationale Koordinierung innerhalb des europäischen Integrationsprozesses im Bereich der Zivilen Sicherheitsvorsorge und,
  • Koordinierung von Bund, Ländern, Feuerwehren und privaten Hilfsorganisationen bei der Wahrnehmung internationaler humanitärer Aufgaben und in der zivil-militärischen Zusammenarbeit.