Um 13:30 Uhr wird es heute laut in der Schweiz

Die 7.800 Sirenen der Schweiz werden ab 13:30 Uhr schweizweit auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft. Ein besonderer Alarm, der neben dem allgemeinen Alarm gestetet wird, ist der “Wasseralarm”. Er alarmiert, wenn einer der zahlreichen Stauseen in der Schweiz bedroht ist und ertönt nur in den Überschwemmungsgebieten. Eingeführt wurde dieser Alarm vor 70 Jahren, als Stauseen in Deutschland im zweiten Weltkrieg anggegriffen wurden.

Eine bundesweites Alarmierungssystem mit Sirenen gibt es in Deutschland nicht mehr. Stattdessen soll mit Katwarn und über Rundfunk und Fernsehen zielgerichtet alarmiert werden. Dies steckt aber noch in den Kinderschuhen und ist nur regional ausgebaut.

KATWARN jetzt auch fĂźr Bad Homburg

Nach Hamburg, Ostfriesland und Frankfurt am Main gibt es das Warnsystem KATWARN des Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST jetzt auch für das Stadtgebiet Bad Homburg. Getragen wird dieser Service von der Stadt Bad Homburg und der SV Sparkassen-Versicherung. Die Stadt bezahlt einmalig 15.000 Euro und dann laufend 3.000 Euro pro Jahr für den Service. Ausgelöst wird eine Warnung in einer der Einsatzzentralen der Bad Homburger Feuerwehr. Diese hat nach der Neuordnung des Katastrophenschutzes keinen Zugriff auf die Sirenen im Stadtgebiet mehr. In Aurich haben sich allerdings erst fünf Prozent der Bevölkerung für den Dienst registriert. Hier gibt es noch deutlichen Nachholbedarf bei der Sensibilität für das Thema in der Bevölkerung.

Sparkassenversicherung kooperiert mit Katastrophenwarnsystem KATWARN

KATWARN ist ein Warnsystem verschiedener Landkreise und Städte, das bei Unglücksfällen zusätzlich zu den allgemeinen Radio-Information der Polizei und Feuerwehren die betroffenen Bürger direkt per SMS oder E-Mail informiert. Die Warnungen werden im Gefahrenfall von der entsprechenden Kommune oder Stadt ausgegeben und enthalten Kurzinformationen zur Gefahr (z.B. Sturmflut, Großbrand oder Gefahrengutunfall) sowie Verhaltensempfehlungen. KATWARN ist bereits für die Städte Frankfurt, Emden und die Landkreise Aurich, Leer und Witmund im Einsatz. Noch kämpft das Warnsystem mit technischen Problemen und einer geringen Verbreitung in der Bevölkerung. Die Sparkassenversicherung kooperiert nun mit der Feuerwehr Frankfurt bei der Probephase für das Stadtgebiet Frankfurt und informiert auf der eigenen Webseite über den Dienst. Die Beteiligung der Versicherung unterstützt sicherlich den geringen Bekanntheits- und Verbreitungsgrad zu verbessern. Die Versicherung verfolgt das Ziel durch die frühzeitige Information Schäden bei den Versicherten zu verringern. Hierzu bietet die SV auch umfangreiche Wetterinformationen und Unwetterwarnungen in Zusammenarbeit mit meteomedia an.

Katastrophenwarnsystem KATWARN versagt im Test

Großflächig wurden in Deutschland die Sirenen auf den Dächern abgeschafft. Dies ist einerseits der “Friedensdividende” geschuldet. Die Kriegszeiten sind Geschichte und Katastrophen sind selten und werden schnell wieder verdrängt. Auf der anderen Seite erscheinen die Sirenen in Zeiten der modernen Kommunikationstechnologien vielleicht anachronistisch. Funktioniert haben sie trotzdem – solange sie noch auf den Dächern standen. Mit dem System KATWARN der Fraunhofer Gesellschaft ISST sollen in Frankfurt am Main und Ostfriesland die Bewohner über verschiedene Warnkanäle wie SMS, E-Mail oder Fax gewarnt werden. Bei einer Großübung in Emdenversagte jedoch das System kläglich. Alle drei Versuche, die Warnung an die Bewohner loszuwerden schlugen fehl. “Menschliches Versagen” gab  das Fraunhofer Institut als Ursache an. Doch auch wenn KATWARN funktioniert hätte, wären nur 400 Menschen vor der Katastrophe gewarnt worden. Denn nur 400 von 25.000 Handys im Stadtgebiet sind für den Dienst registriert. Die Menschen fühlen sich zu sicher, so der Stadtbrandmeister zu der geringen Teilnahme an diesem lebenswichtigen Service. Also Fehler im System, gepaart mit menschlichem Unverständnis. Die “Friedensdividende” lässt grüßen. Ich kann mir persönlich nicht vorstellen, dass in Frankfurt ein nennenswerter Anteil der Bevölkerung an dieses Warnsystem angeschlossen ist. Auch in den USA gibt es Bestrebungen ein elektronisches Warnsystem zu etablieren.