Wie Alarmierungssysteme Leben retten

Eine schöne Geschichte wie Alarmierungssysteme Leben retten: in der US-Stadt Oswego wurde ein an Autismus leidendes Kind vermisst und konnte trotz intensiver Suche nicht gefunden werden. Daraufhin wurde die Öffentlichkeit mit dem Notification System Everbridge und Facebook alarmiert. Mit Hilfe dieser Alarmierung fanden Anwohner das hilflose Kind.

In den USA ist die lokale Alarmierung durch Alarmierungssysteme mittlerweile gĂ€ngige Praxis. In Deutschland wurden Sirenen nahezu bundesweit abgeschafft und mittels der Anwendungen Katwarn und NINA wird versucht, die bestehenden LĂŒcken in den Alarmierungsketten zu schließen. Die USA sind in dieser Hinsicht viel weiter. Die lokale Alarmierung der Bevölkerung mittels Alarmierungssysteme ist weit verbreitet, natĂŒrlich auch geprĂ€gt durch die vielen Extremwetter-Ereignisse in den USA. Auch fĂŒr Unternehmen stellt sich die Frage: wie erreiche ich Hunderte oder gar Tausende von Mitarbeitern schnell weltweit oder vielleicht regional beschrĂ€nkt. Der Auslöser kann eine Störung oder ein Notfall sein, muss es aber nicht. Der Nutzen eines Alarmierungssystems spielt sich erst ein, wenn diese FunktionalitĂ€t auch im TagesgeschĂ€ft eingesetzt wird. Dies hat auch den Vorteil, dass der Umgang mit dem System geĂŒbt ist, sowohl bei den Sendern als auch den EmpfĂ€ngern der Nachrichten per SMS und / oder Mail.

Der Markt fĂŒr Alarmierungssysteme ist in Bewegung

Geht es um Alarmierungssysteme, fĂ€llt einem als erstes der Platzhirsch Fact24 ein, der den deutschen Markt fĂŒr servicebasierte Alarmierungssysteme dominiert. Mit xMatters und Everbridge wollen gleich zwei Anbieter aus dem Ausland Marktanteile auf dem deutschen Markt erobern. Auch sendwordnow aus den USA hat erste Kunden in Deutschland. Everbridge setzt mit seinem Eintritt selbstbewusst aufs Ganze, und ist mittlerweile mit fĂŒnf deutschsprachigen Mitarbeitern im deutschsprachigen Raum vertreten. Andreas Deliandreadis von Everbridge: „Wir haben den deutschen Markt bisher aus England betreut und aufgrund des großen Potentials in Deutschland, Österreich und der Schweiz war es nur konsequent, dass wir jetzt auch mit einem deutschen Team starten. So sind wir in der Lage viel nĂ€her am Kunden zu sein und einen noch besseren Service zu bieten. Neben deutschem Datenzentrum und Support sind auch die Trainings und die Everbridge-University deutschsprachig.“ Mit diesem Schritt will Everbridge den Fehler anderer auslĂ€ndischer Toolanbieter vermeiden, die versucht haben den deutschen Markt aus dem Ausland mit ausschließlich englischsprachigen Mitarbeitern aufzumischen. Die Kunden dĂŒrfen sich ĂŒber schlagkrĂ€ftige Anbieter in diesem Markt freuen, schließlich ist Everbridge laut Gartner international der fĂŒhrende Anbieter in diesem Markt. Die Anwendung glĂ€nzt mit Funktionen wie zum Beispiel der grafischen kartengestĂŒtzten Selektion von AlarmempfĂ€ngern. Doch auch Platzhirsch Fact24 kann von dieser Marktentwicklung profitieren. Alarmierung per “Zettelwirtschaft” und Telefon ist in vielen Unternehmen noch Standard und der Markt fĂŒr Alarmierungs- und Kommunikationssysteme ausbaufĂ€hig. Erst bei AlarmierungsĂŒbungen wird oftmals deutlich, dass wertvolle Zeit durch Anrufe und Anrufversuche vergeudet wird. Auch die Kommunikation der Krisenstabsmitglieder mittels Telefon- und Videokonferenz ist ein wichtiges Argument, sich ĂŒber eine ToolunterstĂŒtzung Gedanken zu machen. Oftmals ist es sinnvoller, die Krisenstabsmitglieder schalten sich per Telefonkonferenz zu Lagebesprechungen zusammen, bevor sie sich mit dem Auto auf den Weg machen und dadurch fĂŒr wertvolle Zeit handlungsunfĂ€hig sind. Wie bei jeder TooleinfĂŒhrung sollte bedacht werden, dass Tools der stĂ€ndigen Pflege und Wartung bedĂŒrfen. Alarmierungstools erleichtern dies durch automatisierte Abfragen fĂŒr die Datenaktualisierung bei den Teilnehmern, doch Alarmierungsgruppen und -ketten mĂŒssen natĂŒrlich administriert werden. Und auch hier gilt: ĂŒben, ĂŒben, ĂŒben.

In der MarktĂŒbersicht fĂŒr BCM-Tools von BCM-News finden Sie ĂŒbrigens auch die Alarmierungssysteme mit Funktionsbeschreibung und Anbieterlinks.

NINA ist da

“NINA” steht fĂŒr Notfall-Informations- und Nachrichten-App. Mittels NINA warnt das Bundesamt fĂŒr Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe BBK bundesweit vor Gefahren wie Unwetter und Katastrophen. Auf Wunsch sind auch ortsbezogene Warnungen sowie Warnstufen einstellbar. FĂŒr NotfĂ€lle können die Kontaktdaten von Notfallkontakten per Mail und SMS hinterlegt werden.

Es gibt zwar bereits das Warnsystem KatWarn, dieses ist jedoch nicht bundesweit im Einsatz, sondern nur in einzelnen Regionen.

Weitere Informationen zur Warn-App NINA gibt es auf der Info-Seite des BBK zur Warn-App NINA.

“Die Warnung der Bevölkerung ist eine der zentralen Aufgaben des Zivil- und Katastrophenschutzes in Deutschland. Seit 2013 ist dafĂŒr das Modulare Warnsystem (MoWaS) in Betrieb. Es wurde vom Bundesamt fĂŒr Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auf Basis des SatellitengestĂŒtzten Warnsystems (SatWas) entwickelt und den LĂ€ndern fĂŒr den Katastrophenschutz zur VerfĂŒgung gestellt. Warnmeldungen können bisher durch den Bund und die Innenministerien der LĂ€nder verschickt werden. MoWaS integriert dabei regionale Warnsysteme in eine bundesweit einheitliche und sichere Lösung zur Auslösung und Übertragung von Warnmeldungen.

Gleichzeitig kombiniert MoWaS bedarfsgerecht eine wachsende Zahl verschiedener Warnmittel, um die Bevölkerung gezielt, schnell und wirksam zu erreichen. Das bedeutet z. B., dass ĂŒber MoWaS auch Warnmittel mit Weckeffekt ausgelöst werden können oder Warnmeldungen zusĂ€tzliche Hinweise und Handlungsanweisungen wie „Fenster schließen“ enthalten. Über MoWaS werden bereits Gefahrenmeldungen u.a. an Rundfunk- und Fernsehanstalten, Paging-Dienste und die Deutsche Bahn AG ĂŒbermittelt.
Ab dem 8. Juni können Warnmeldungen ĂŒber MoWaS an die Warn-App NINA geschickt werden. Nutzer können sich diese Warnmeldungen dann sowohl deutschlandweit als auch fĂŒr ihren aktuellen Standort anzeigen lassen oder die MoWaS-Warnungen als Push-Meldung abonnieren. DarĂŒber hinaus bietet die App wichtige Handlungsempfehlungen und Tipps zur persönlichen Notfallvorsorge und dem Handeln in Notsituationen.
Die Warn-App NINA wird ab dem 8. Juni 2015 kostenfrei fĂŒr die Betriebssysteme Android und iOS zur VerfĂŒgung stehen.”

Quelle: BBK

Twitter fĂŒhrt ein Alarmierungssystem ein

Twitter ist heute bereits das Medium, ĂŒber das blitzschnell ĂŒber Ereignisse weltweit berichtet wird. Ein prominentes Beispiel ist die Notlandung auf dem Hudson River, bei der Passagiere noch auf der TragflĂ€che die ersten twitter-Meldungen ĂŒber die spektakulĂ€re Notlandung abgesetzt haben. Auch bei weiteren NotfĂ€llen und Katastrophen ist twitter bereits ein wichtiges Kommunikationsmedium. JĂŒngst bei Hurrican Sandy in New York. Ein Problem hierbei ist jedoch die AuthentizitĂ€t der Meldungen. Es sind auch immer zahlreiche Falschmeldungen im Umlauf.

Twitter startet nun, kurz vor dem Börsengang, einen eigenen offiziellen Alarmierungsservice. Angemeldete Nutzer erhalten Alarmmeldungen per die twitter-App auf dem Smartphone oder per SMS. Es sind mehrere Dutzend Organisationen an Bord, darunter die U.S. Federal Emergency Management Agency, Tokios Disaster Prevention Service sowie die WHO. Der Service startet in den USA, Japan und Korea und wird sukzessive weiter ausgebaut.

Um 13:30 Uhr wird es heute laut in der Schweiz

Die 7.800 Sirenen der Schweiz werden ab 13:30 Uhr schweizweit auf ihre FunktionsfĂ€higkeit geprĂŒft. Ein besonderer Alarm, der neben dem allgemeinen Alarm gestetet wird, ist der “Wasseralarm”. Er alarmiert, wenn einer der zahlreichen Stauseen in der Schweiz bedroht ist und ertönt nur in den Überschwemmungsgebieten. EingefĂŒhrt wurde dieser Alarm vor 70 Jahren, als Stauseen in Deutschland im zweiten Weltkrieg anggegriffen wurden.

Eine bundesweites Alarmierungssystem mit Sirenen gibt es in Deutschland nicht mehr. Stattdessen soll mit Katwarn und ĂŒber Rundfunk und Fernsehen zielgerichtet alarmiert werden. Dies steckt aber noch in den Kinderschuhen und ist nur regional ausgebaut.

EU fordert automatisches Notrufsystem fĂŒr Neuwagen ab 2015

Alle neuen Automodelle in der EU sollen nach den Forderungen der EU von 2015 an mit einem automatischen Notrufsystem ausgestattet werden. Bei einem schweren Unfall alarmiert „eCall“ die Rettungsdienste direkt und automatisch. Melden Sensoren, wie der Airbag, einen schweren Unfall wird automatisch die Notrufnummer “112” gewĂ€hlt und die Geodaten des UnglĂŒcksorts ĂŒbermittelt. Das GerĂ€t soll weniger als 100 Euro je Fahrzeug kosten.

[Hannoversche Allgemeine]

Notfall App von Gelbe Seiten hilft in allen Lebenslagen

FĂŒr das iPhone und iPAD gibt es jetzt von Gelbe Seiten das kostenlose Notfall App.

“Mit der App lassen sich durch Schnellwahl-Buttons sekundenschnell die Feuerwehr, die Polizei oder die Giftnotzentrale alarmieren. Per SOS-Funktion kann außerdem eine Notfallmeldung via E-Mail oder SMS an einen vorher festgelegten Kontakt gesendet werden. Das können zum Beispiel die nĂ€chste Notrufleitstelle, aber auch Verwandte oder Freunde sein. So sind diese umgehend benachrichtigt, wenn man sich in einer Notsituation befindet.”

Ab sofort ist die Notfall App von Gelbe Seiten zum kostenlosen Download im Appstore verfĂŒgbar.

Neues mobilfunkgestĂŒtztes Alarmierungssystem startet in den USA

In New York und Washington startet das neue Alarmierungssystem PLAN (Personal Localized Alerting Network). Über das Alarmierungssystem können bei nationalen oder regionalen Ereignissen die Bewohner bestimmter Regionen zielgerichtet gewarnt werden. Die Textnachrichten sind fĂŒr Alarmierungen des PrĂ€sidenten, bei öffentlichen Gefahren sowie bei vermissten Kindern vorgesehen.  Die Teilnahme an dem Alarmierungsservice setzt die Ausstattung des MobillfunkgerĂ€ts mit bestimmten Chips, wie im aktuellen iPhone, sowie ein Softwareupdate voraus. Dies soll die Gefahr des Mißbrauchs verhindern. Der Dienst funktioniert fĂŒr Kunden der Mobilfunkbetreiber Verizon, AT&T, Sprint und T-Mobile USA. Nach der Testphase soll dieser Dienst auf die gesamte USA ausgedehnt werden. BCM-News hatte bereits ĂŒber die Spezifikation des Dienstes berichtet. In Deutschland ist mit KatWarn ein Ă€hnlich ausgerichteter Alarmierunsgdienst am Start, der allerdings noch etwas holprig verlĂ€uft und dem es (noch?) an der Akzeptanz durch die Bevölkerung mangelt. Aktuell lĂ€sst das Innenministerium auch eine Alarmierung ĂŒber soziale Netze und Blogs prĂŒfen.

[nytimes]

Innenminister lĂ€sst Alarmierung ĂŒber soziale Netze und Blogs prĂŒfen

Die Sirenen zur Alarmierung der Bevölkerung bei Katastrophen sind in Deutschland weitgehend abgeschafft. Warnsysteme mittels SMS ĂŒber Mobilfunknetze befinden sich noch im Aufbau und erfreuen sich nur einer sehr geringen Akzeptanz in der Bevölkerung. Auch mittels Rundfunk lassen sich immer weniger Menschen erreichen, diese sind nĂ€mlich stark zunehmend im Internet in den sozialen Netzen wie Facebook und Twitter unterwegs. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, lĂ€sst Innenminister Hans-Peter Friedrich daher derzeit die Nutzung der sozialen Medien und Blogs zur Alarmierung der Bevölkerung in KatastrophenfĂ€llen prĂŒfen. Die Ergebnisse sollen Mitte des Jahres vorliegen.

Ich stelle die bcm-news gerne zur VerfĂŒgung! Bei lokalen Ereignissen, wie dem kleinen Erdbeben im Rhein-Main-Gebiet, schnellen die Zugriffszahlen heute schon sprunghaft an. Die Bevölkerung dreht nicht das Radio an, sondern sucht im Netz nach aktuellen Informationen!

Katastrophenwarnsystem KATWARN versagt im Test

GroßflĂ€chig wurden in Deutschland die Sirenen auf den DĂ€chern abgeschafft. Dies ist einerseits der “Friedensdividende” geschuldet. Die Kriegszeiten sind Geschichte und Katastrophen sind selten und werden schnell wieder verdrĂ€ngt. Auf der anderen Seite erscheinen die Sirenen in Zeiten der modernen Kommunikationstechnologien vielleicht anachronistisch. Funktioniert haben sie trotzdem – solange sie noch auf den DĂ€chern standen. Mit dem System KATWARN der Fraunhofer Gesellschaft ISST sollen in Frankfurt am Main und Ostfriesland die Bewohner ĂŒber verschiedene WarnkanĂ€le wie SMS, E-Mail oder Fax gewarnt werden. Bei einer GroĂŸĂŒbung in Emdenversagte jedoch das System klĂ€glich. Alle drei Versuche, die Warnung an die Bewohner loszuwerden schlugen fehl. “Menschliches Versagen” gab  das Fraunhofer Institut als Ursache an. Doch auch wenn KATWARN funktioniert hĂ€tte, wĂ€ren nur 400 Menschen vor der Katastrophe gewarnt worden. Denn nur 400 von 25.000 Handys im Stadtgebiet sind fĂŒr den Dienst registriert. Die Menschen fĂŒhlen sich zu sicher, so der Stadtbrandmeister zu der geringen Teilnahme an diesem lebenswichtigen Service. Also Fehler im System, gepaart mit menschlichem UnverstĂ€ndnis. Die “Friedensdividende” lĂ€sst grĂŒĂŸen. Ich kann mir persönlich nicht vorstellen, dass in Frankfurt ein nennenswerter Anteil der Bevölkerung an dieses Warnsystem angeschlossen ist. Auch in den USA gibt es Bestrebungen ein elektronisches Warnsystem zu etablieren.