Europas größte Kupferhütte wappnet sich gegen Stromausfälle

Der Hamburger Konzern Aurubis ist der größte Kupferrecycler weltweit mit über 16 Produktionsstandorten in elf europäischen Ländern sowie den USA mit rund 6.300 Mitarbeitern. Sorge macht dem neuen Vorstandschef Peter Willbrandt jedoch die Qualität der Stromversorgung. In der Hamburger Kupferhütte werden 1 Milliarde Kilowattstunden Strom im Jahr verbraucht. Dies entspricht dem Verbrauch von 300.000 Privathaushalten. Bereits kleine Netzwischer führen zum Ausfall der Anlage. Da flüssiges Material verarbeitet wird, bedeutet ein Ausfall gleichzeitig die Zerstörung der Anlage wenn das flüssige Material erkaltet.

“Dieses hat insofern Auswirkungen auf uns, weil hier das Risiko besteht, dass durch Spannungsschwankungen im Netz es zu Stromausfällen kommen kann. Und da sagen wir, es gibt den kurzen Wischer, der gegebenenfalls nur eine Minute ist und aber auf uns schon große Auswirkungen hat. Denn wenn wir nen ganz kurzen Stromausfall haben, vielleicht nur von einer Sekunde, fahren unsere Anlagen runter und wir brauchen einen halben Tag, um sie wieder hochzufahren.”, so Peter Willbrandt gegenüber dem Deutschlandfunk.

Um diesem Risiko vorzubeugen hat der Konzern in Hamburg jetzt mehrere Millionen Euro in ein Zusatzkraftwerk investiert. Das Zusatzkraftwerk ergänzt die bestehende Notstromversorgung und ist in der Lage bei einem Stromausfall Wärme zu produzieren, um das Erkalten des Kupfers und die Zerstörung der Anlagen zu verhindern.

Über das Risiko der sogenannten Netzwischer habe ich bereits in diesem Beitrag informiert. Netzwischer, die im Millisekundenbereich liegen  können, werden von keiner Statistik erfasst. Die offiziellen Statistiken der Bundesnetzagentur zur Qualität der Stromversorgung weisen nur Stromausfälle aus, die länger als drei Minuten dauern. Dabei sind gerade diese Netzwischer von der Industrie gefürchtet. Produktionsbetriebe mit hohen Stromverbräuchen wie Hütten, Raffinerien und Chemieunternehmen sind zudem häufig nicht in der Lage diese extrem hohen Verbräuche durch eine unterbrechungsfreie Stromversorgung zu schützen. Netzwischer führen dann zu Ausfällen der Produktionsanlagen mit zum Teil tagelangen Wiederanlaufzeiten. Im schlimmsten Fall gar zur Zerstörung der Anlagen, wenn das flüssige Material in den Anlagen und Gußöfen erkaltet.

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