Risikomanagement in Versicherungen: VAG Novelle verabschiedet

RechtDer deutsche Bundestag hat am 15. November 2007 die 9. Novelle des Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) verabschiedet.

Die 9. VAG Novelle definiert explizit die Anforderungen an das Risikomanagement der Versicherungen. Dies wird flankiert durch den jĂŒngsten Entwurf der “Mindestanforderungen an das Risikomanagement von Versicherungen” MaRisk fĂŒr die Versicherungen. Die MaRisk werden in ihrer endgĂŒltigen Version Ende 2008 durch Rundschreiben des BaFin veröffentlicht.

Die Anforderungen an das Risikomanagement sind im neu eingefĂŒgten §64a VAG geregelt. Sie lehnen sich an die entsprechenden Anforderungen des KWG an.

Die Regelungen in §64a fordern im Einzelnen:

(1) eine ordnungsgemĂ€ĂŸe GeschĂ€ftsorganisation, die neben einer angemessenen und ordnungsgemĂ€ĂŸen Verwaltung und Buchhaltung insbesondere ein angemessenes Risikomanagement voraussetzt.

Die Verantwortung fĂŒr die ordnungsgemĂ€ĂŸe GeschĂ€ftsorganisation und ein adĂ€quates Risikomanagement wird im §64a ausdrĂŒcklich den GeschĂ€ftsleitern zugeschrieben und ist nicht delegierbar.

Ein angemessenes Risikomanagement beinhaltet:

  • eine angemessene Risikostrategie
  • aufbau- und ablauforganisatorische Regelungen, die die Überwachung und Kontrolle der wesentlichen AblĂ€ufe und ihre Anpassung sicherstellen
  • die Einrichtung eines geeigneten internen Steuerungs- und Kontrollsystems mit folgenden Elementen:
    • RisikotragfĂ€higkeitskonzept aus dem ein Limitsystem hergeleitet wird
    • angemessene, auf der Risikostrategie beruhende Prozesse, die eine Risikoidentifikation, -analyse, -bewertung, -steuerung und -ĂŒberwachung enthalten
    • eine ausreichende interne Kommunikation ĂŒber die als wesentlich eingestuften Risiken
    • eine aussagefĂ€hige Berichterstattung gegenĂŒber der GeschĂ€ftsleitung
  • eine interne Revision, die die gesamte GeschĂ€ftsorganisation des Unternehmens ĂŒberprĂŒft

(2) Versicherungsunternehmen nach §104 Abs.1 Nr. 1 und Versicherungs-Holdinggesellschaften nach §1b Abs. 1, die ĂŒbergeordnete Unternehmen einer Versicherungsgruppe sind, mĂŒssen ein angemessenes Risikomanagement auf Ebene der Versicherungsgruppe sicherstellen

(3) die Risikostrategie, die aufbau- und ablauforganisatorischen Regelungen sowie das interne Steuerungs- und Kontrollsystem sind fĂŒr Dritte nachvollziehbar zu dokumentieren

(4) bei Outsourcing sind die ausgegliederten Funktionen in das Risikomanagement einzubeziehen (analog aktueller MaRisk fĂŒr Banken)

Die Anforderungen mĂŒssen spĂ€testens in dem GeschĂ€ftsjahr, das nach dem 31. Dezember endet, erfĂŒllt werden, mit Ausnahme einer Sonderregelung fĂŒr Pensionskassen in der Rechtsform des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit.

Downloads:

VAG 9. Novelle

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