De Maizière warnt vor konkreten Gefahren eines Terroranschlags in Deutschland

Bundesinnenminister de Maizière warnte auf einer kurfristig anberaumten Pressekonferenz in Berlin vor konkreten Gefahren eines Terroranschlags in Deutschland. Es lägen konkrete Hinweise darauf vor, dass Terroristen noch in diesem Monat einen Terroranschlag in Deutschland planen. Den Behörden liegen konkrete Ermittlungsansätze und konkrete Spuren vor. Die Hinweise kommen von ausländischen Nachrichtendiensten. Details nannte de Maizière jedoch nicht. Die Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen und Bahnhöfen wurden verschärft. Weiterlesen…

Innenminister de Maizière warnt vor Terroranschlägen

Bislang ist Bundesinnenminister de Maizière sehr defensiv mit Terrorwarnungen umgegangen. Zum Beispiel als die USA im Oktober eine Reisewarnung für Europa herausgaben. Nach den jüngsten Paketbombenanschlägen, zu denen sich eine Terrorgruppe der Al-Kaida “Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel” bekannt hat, warnt de Maizière jetzt öffentlich vor möglichen Terroranschlägen in Europa und den USA. “Es gibt ernstzunehmende Hinweise auf Anschläge in Europa und den USA”, so de Maizière in der “Bild am Sonntag”.

Den US-Behörden lagen bereits Anfang Oktober Hinweise der saudi-arabischen Geheimdienst auf die geplanten Anschläge vor. Auch dass die Anschläge dem Flugverkehr gelten sollen, war bereits bekannt. Im September gab es offensichtlich die ersten Testläufe der Terrorgruppe. Der US-Geheimdienst fing mehrere Sendungen aus dem Jemen nach Chicago ab. Vor dem Hintergrund dieser Informationen ist es unverständlich, dass BKA-Chef Ziercke nach den Reisewarnungen der USA “keine zusätzlich neue Bedrohungslage” erkennen konnte und europäische Politiker sogar verärgert auf die Reisewarnung der USA reagierten. Jetzt wird hektisch versucht, bereits länger bekannte Sicherheitslücken im Frachtverkehr zu schließen.

Athen stoppt fĂźr 48 Stunden die internationale Luftfracht

Nachdem mehreren Bombenfunden bei europäischen Botschaften und dem deutschen Bundeskanzleramt hat die griechische Regierung die internationale Luftfracht von Post und Fracht gestoppt. Die Paketbomben wurden vermutlich von einer griechischen linksextremistischen Gruppe “Verschwörung der Zellen vom Feuer” aufgegeben. Die Paketbomben enthielten Schwarzpulver und hätten bei einer Detonation erheblichen Schaden angerichtet. Das direkt an Kanzlerin Merkel adressierte Paket war verdächtig und wurde nach der Untersuchung durch Sprengstoffexperten entschärft. Auch an Italiens Ministerpräisdenten Silvio Berlusconi war eine Paketbombe adressiert. Insgesmt wurden bislang elf Paketbomben gefunden.

Bundesregierung stoppt Luftfracht aus dem Jemen

Die Bundesregierung hat erste Konsequenzen aus den vereitelten Terroranschlägen mit Bomben in Luftfrachtmaschinen gezogen. “Die Bundesregierung stellt sicher, dass ab sofort keine Luftfracht mehr aus dem Jemen in Deutschland ankommt”, so Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Das Luftfahrtbundesamt wies Luftfahrtunternehmen, Expressdienstleister und Logistikunternehmen an, vorhandene und lagernde Fracht aus dem Jemen umfassend zu kontrollieren. Eine der Bomben war auf dem Flughafen Köln/Bonn umgeladen worden. Die Bomben enthielten den hochexplosiven Sprengstoff PETN, der auch bereits bei vergangenen Anschlagsversuchen eingesetzt worden war.

Eilmeldung: Selbstmordanschlag in Istanbul [Update]

Update:

Nach aktuellen Meldungen sind zwei Menschen bei dem Anschlag getötet worden, darunter der Selbstmordattentäter selbst.

In der türkischen Hauptstadt gab es einen Selbstmordanschlag im Zentrum der Stadt auf dem Taksim-Platz. Nach ersten Meldungen wurden mindestens 15 Personen bei dem Anschlag verletzt. Der Taksim-Platz liegt auf der europäischen Seite von Istanbul und ist auch bei Touristen ein beliebstes Ziel.

Aktuelle Infos im BCM-Newsticker

Eilmeldung: Bombe an Bord einer Frachtmaschine entdeckt

An Bord einer Frachtmaschine von UPS ist eine Bombe entdeckt worden. Die Bombe ist bei einer Zwischenlandung der Maschine in London entdeckt worden. Die Madchine war auf dem Weg vom Jemen nach Chicago. Der Sprengsatz bestand aus einer umgebauten Druckerpatrone. In den USA werden verdächtige Pakete in drei weiteren Frachtflugzeugen von UPS untersucht. In Paketwagen von UPS werden weitere Sprengsätze befürchtet.

N24 hat einen Liveticker hierzu.

Aktuelle Meldungen auch im BCM-Newsticker.

Terrorverdächtiger plante Anschläge auf die U-Bahn in Washington

In dne USA ging den Terrorfahndern jetzt ein Verdächtiger ins Netz, der offensichtlich Anschläge auf das U-Bahn-Netz in der US-Hauptstadt geplant hat. Der Amerikaner pakistanischer Herkunft wurde durch Undercover-Agenten entdeckt, die ihn in eine Falle lockten.

Am 07. Juli 2005 wurde ein Attentat auf die Londoner U-Bahn verübt, bei dem 56 Menschen ums Leben kamen und mehr als 700 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Das Attentat wird in Anlehnung an 9/11 auch 7/7 (seven/seven) genannt.

Im März 2010 wurde ein Selbstmordattentat auf die Moskauer U-Bahn verübt. Bei den zwei Explosionen kam es zu 23 Toten.

Auch Großbritannien gibt Reisewarnung für Deutschland heraus

Nach den USA hat auch Großbritannien heute die Risikoeinschätzung für Deutschland erhöht:

Like other large European countries, Germany has a high threat of terrorism. Attacks could be indiscriminate, including in places frequented by expatriates and foreign travellers. See Safety and Security.

Die Gefahr eines terroristischen Anschlags wurde von “general threat” auf “high threat” erhöht. Die höchste Stufe ist “critical”, wenn ein Anschlag unmittelbar bevorsteht. Auch für Frankreich wurde die Gefahreneinschätzung analog angepasst. Dort musste zweimal innerhalb von zwei Wochen der Eiffelturm wegen Bombendrohungen evakuiert werden.

Ein Sprecher des Foreign Office FCO:

“Like other large European countries, [France and Germany] have a high threat of terrorism, which is reflected in our updated travel advice.

“We therefore attach great importance to providing information about personal safety and security overseas to enable people to make informed decisions about travel.”

Reisewarnung der USA fĂźr Europa

Die USA haben auf Grund der jüngsten Erkenntnisse über geplante Attentate von Al Quaida in Europa einen “travel alert” herausgegeben:

“October 3, 2010

The State Department alerts U.S. citizens to the potential for terrorist attacks in Europe.  Current information suggests that al-Qa’ida and affiliated organizations continue to plan terrorist attacks.  European governments have taken action to guard against a terrorist attack and some have spoken publicly about the heightened threat conditions.

Terrorists may elect to use a variety of means and weapons and target both official and private interests.  U.S. citizens are reminded of the potential for terrorists to attack public transportation systems and other tourist infrastructure.  Terrorists have targeted and attacked subway and rail systems, as well as aviation and maritime services.  U.S. citizens should take every precaution to be aware of their surroundings and to adopt appropriate safety measures to protect themselves when traveling.”

Die Reisewarnung ist bis 31.Januar 2011 befristet.

Das State Department unterscheidet zwischen dem schwächeren “travel alert” und der stärkeren “travel warning” bei den internationalen Reiseinformationen.

“keine Hinweise auf konkrete Terrorpläne”

Das Innenministerium sieht keine Hinweise auf konkrete Terrorpläne. Es gebe ein “nachrichtendienstliches Aufkommen. das auf längerfristige Vorhaben schließen lasse”, wonach Al Qaida die Absicht habe, Terroranschläge in Europa und den USA zu verüben. Islamistische Terrorgruppen haben das Ziel, gleichzeitig mehrere Terroranschläge nach dem Vorbild Mumbay, in Europa zu verüben. Im Fokus sind dabei vor allem sogenannte “weiche Ziele”, wie Hotels, Einkaufszentren und öffentliche Gebäude. Der Eiffelturm in Paris ist innerhalb von zwei Wochen zweimal evakuiert worden. In Frankreich wird, im Gegensatz zu Deutschland, vor einer konkreten Terrorgefahr gewarnt.

Auch für Hessen hat sich laut einem Bericht der Rhein-Main-Zeitung die Gefahrenlage nicht geändert. Die Gefährdungseinschätzungen für die “harten Ziele” wie Flughafen, Bahnhöfe und Hochhäuser ist bereits “auf einem sehr hohen Niveau”.

Besonders gefährlich ist der home-grown terrorism. Hierbei handelt es sich um einheimische Staatsbürger, die im Ausland in Trainingslager auf terroristische Anschläge vorbereitet werden. Die aktuellen Informationen zu den beabsichtigten Anschlägen stammen auch von einem Deutschen pakistanischer Herkunft, der auf dem Rückweg von einem pakistanischen Trainingscamp festgenommen wurde.