Windows Clouddienst Azure stolpert ĂŒber den Schalttag

Das Y2K-Problem beim Jahr 2000-Wechsel, das dann gar keines mehr war ist mittlerweile in Vergessenheit geraten. Doch auch kleinere Zeitsprünge wie der Schalttag in diesem Jahr vermögen immer noch Ausfälle von Services herbeizuführen, wenn die Software schlampig programmiert wurde und diese bekannten Besonderheiten nicht berücksichtigt sind. So traf es dieses Jahr am 29. Februar Windows mit dem Cloud-Service Azure. Pünktlich zum Beginn des Schalttags kam es zu regionalen Störungen bei Windows Azure. Microsoft hat mittlerweile eingeräumt, dass eine nicht korrekte Zeitberechnung für die Störungen verantwortlich war.  Über einen Patch wurde das Problem schliesslich nach neun Stunden behoben.

Chancen und Risiken der Cloud fĂŒr das BCM

Die Cloud ist im Moment das Hype-Thema der IT. Als Wundermittel zur Senkung und Flexiblisierung der IT-Leistungen gepriesen, als offenes Datenleck verschrien. Dabei sind Cloud-Lösungen nur die Rückbesinnung auf althergebrachte Host-Lösungen (Sie erinnern sich?) unter Nutzung der aktuellen Technologien zur Speicherung, Verteilung und Präsentation der Daten. Für das BCM ergeben sich aus Cloud-Lösungen Risiken und Chancen. Die Risiken bestehen in einem Ausfall der Cloud. Die großen offenen Cloud-Anbieter wie Amazon, Google und Microsoft waren in jüngerer Zeit bereits von großen und längeren Ausfällen heimgesucht worden. Daten und Anwendungen waren für die Kunden über Stunden nicht mehr verfügbar. Dies betrifft nicht nur die eigenen Anwendungen, sondern häufig Anwendungen von Drittanbietern, von denen nicht einmal bekannt ist, ob und in welcher Cloud sie gehostet sind. Für kritische Daten und Anwendungen gibt es daher die private oder lokale Cloud, die einen (besseren) Datenschutz und die  direkte Steuerung und Kontrolle der Service Provider ermöglicht. Auf der anderen Seite ermöglichen Cloud-basierte Dienste im Notfall schnell die Kapazität und den Zugriff auf IT-Services zu erhöhen, um die Spitzenbelastungen in einem Notfall abzudecken. Ein Beispiel hierfür ist der neue Cloud-Dienst der SITA (Société Internationale de Télécommunications Aéronautiques), der es  Fluggesellschaften und Flughäfen ermöglicht bei Notfällen und Störungen in kürzester Zeit auf Anwendungen, Programme, Prozesse und Daten der zentralen SITA-Rechenzentren zuzugreifen. Dadurch dass keine spezifischen Hardware-Anforderungen für die Nutzung der Anwendungen erforderlich ist, können in kürzester Zeit eine Vielzahl von Mitarbeitern, unabhängig vom Standort und spezifischer Hardware, auf die IT-Services zugreifen.  Die Abrechnung erfolgt auf Basis der tatsächlichen Nutzung, so dass sich die Kosten hierfür in Grenzen halten. Dies ist einer der Beispiele für nutzenstiftende Anwendungen der neuen Cloud-Technologien aus Sicht des BCM.

[cio: Die zehn schlimmsten Cloud-Ausfälle]

BYOD – ein Trend, der neue Optionen fĂŒr das BCM ermöglicht?

BYOD “Bring Your Own Device” ist eines der aktuellen Modethemen in der IT. Dabei handelt es sich um die Möglichkeit für Mitarbeiter, die eigene private IT wie Desktops, Laptops und Smartphones in den Firmennetzen zu nutzen. Diskutiert wird dieses Konzept derzeit vor allem unter dem Gesichtspunkt der Attraktivität des Arbeitsplatzes für die Mitarbeiter, wenn er die eigenen modernen und gewohnten Geräte für die Arbeit einsetzen kann. Vielfach sind Mitarbeiter privat technisch besser ausgestattet als an ihrem Arbeitsplatz und würden nur zu gerne die eigenen Geräte auch beruflich nutzen. Für die IT können sich hierbei Kosteneinsparungen für die Anschaffung und den Betrieb von Hard- und Software ergeben. Das Konzept setzt dabei voraus, dass alle Daten und Anwendungen zentral gehostet werden. Mit einem Augenzwinkern denke ich dabei übrigens an die “gute alte Host-Welt” zurück. Mit der Private Cloud stehen heute die Technologien zur Verfügung, dies sicher und performant realisieren zu können. Für das Business Continuity Management bringt diese Zentralisierung der Daten und Anwendungen verbunden mit einem flexiblen Zugriff auf die IT-Infrastruktur eine deutlich größere Flexibilität. Im Notfall, wie zum Beispiel bei einem Ausfall von Standorten, Gebäuden und Arbeitsplätzen, können Mitarbeiter mit ihren eigenen Geräten von jedem Standort auf das Unternehmensnetzwerk mit den Anwendungen und Daten zugreifen. Nicht jeder Arbeitsplatz muss im Notfall aus Gründen der Datensicherheit oder weil für die Durchführung des Prozesses physische Dokumente oder spezielle Hardware erfordert, an dedizierten Ausweichlokationen in eigenen oder gemieteten Räumlichkeiten wiederhergestellt werden.  Das BYOD-Konzept, sicher und zuverlässig umgesetzt, schafft – so ganz nebenbei – auch  neue flexible Möglichkeiten für das BCM und ermöglicht ebenso die Senkung von Aufwänden für die Bereitstellung von Notfallarbeitsplätzen.

Zum BYOD-Konzept: “Die Büchse der Pandora sinnvoll nutzen

Blitzschlag legt Cloud-Rechenzentren von Amazon und Microsoft in Dublin lahm

Ein Blitzschlag hat gestern die Rechenzentren der Cloud-Services von Amazon und Microsoft in Dublin lahmgelegt. Der Blitz schlug in einen Transformator ein und führte zu einer Explosion und einem Feuer. Die Explosion zog auch das Backup-System in Mitleidenschaft, so dass ein totaler Stromausfall die Folge war. Dieser dauerte für die Amazon Cloud von 10:41 a.m. Pacific Time (19:41 Berlin) bis 01:47 p.m. Pacific Time. Microsoft und Amazon haben in Dublin ihre Rechenzentren für die europäischen Cloud Services eingerichtet.

[datacenterknowledge.com, RSOE]

US-Geheimdienste greifen auf europÀische Google-Daten zu

Dass US-Geheimdienste auf die Daten von Google in den USA zugreifen können dürfte keine Überraschung sein. Laut dem Bericht der Wirtschaftswoche wiwo.de sind aber auch die europäischen Google-Server hiervon nicht ausgenommen. Google habe von US-Geheimdiensten bereits viele solcher Anfragen erhalten, die von Google vor der Ausführung zunächst geprüft würden.

Vorsicht ist also geboten, wenn und welche Daten insbesondere in den Clouds der großen US-amerikanischen Anbietern gespeichert werden. Zudem ist der Kunde von der Verfügbarkeit des Cloud-Dienstleisters und dessen ausfallsicherer Infrastruktur abhängig. Dass die Infrastruktur auch der renommierten Anbieter nicht ausfallsicher ist, zeigen diese Beispiele.

US-Cloud von Amazon gestört

Amazon ist weltweit einer der führenden Anbieter von Cloud-Services. Viele beliebte Internetdienste hosten ihren Service in der Amazon-Cloud. Die aktuellen Störungen in der Amazon-Cloud in den USA zeigen die Abhängigkeit von diesem Dienst. Einige beliebte Webdienste sind von dieser Störung betroffen und stehen nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Auch mein Twitter-Client Hootsuite ist von diesem Ausfall betroffen.