Tod des Geschäftsführers der Leki GmbH macht Risiko des Verlusts der Unternehmensführung deutlich

Am Wochenende ist der Gründer und Geschäftsführer der Leki GmbH, Klaus Lehnhart (56), bei einem tragischen Absturz eines Kunstflugzeugs ums Leben gekommen. Leki ist ein weltweit bekannter Anbieter von Stöcken für das Walken und Skifahren. Dieses Unglück macht deutlich, wie unerwartet und abrupt ein Unternehmen die Geschäftsführung verlieren kann. Sei es durch ein tragisches Unglück, wie in diesem Fall oder auch durch Inhaftierung des Geschäftsführers wie dies nach einem Betrugsfall bei der Spedition Betz der Fall war. Der Geschäftsführer Thomas Betz musste wegen Bestechung und Sozialversicherungsbetrug 2007 für mehrere Jahre in Haft und seine Firma während dieser Zeit aus der Zelle führen. Gerade mittelständische, inhabergeführte Unternehmen sind dem Risiko des unerwarteten Verlusts der Geschäftsführung besonders ausgesetzt. In der Person des Geschäftsführers vereint sich oftmals das Know How des Unternehmens, das Wissen um die Finanzen und Geschäftsstrategie, das Netzwerk und natürlich die Führung. Der unerwartete Ausfall der Geschäftsführung kann ein Unternehmen in eine existentielle Krise bringen. Große Unternehmen verfügen über mehrere Personen im Vorstand bzw. der Geschäftsführung, die sich im Notfall vertreten können/dürfen. Dienstreiseregelungen sehen vor, dass diese Personen getrennt reisen, um das Risiko eines gemeinsamen Unfalls zu verhindern. Bei einem inhabergeführten Unternehmen existieren Vetreterregelungen oftmals nicht oder nur eingeschränkt. Umso wichtiger ist es, dass der Inhaber für solche Fälle vorsorgt, auch wenn diese Situation gerne verdrängt wird. Mir ist nicht bekannt, ob und wie die Leki GmbH auf diese Situation vorbereitet ist. Als Kunstflieger muss Klaus Lehnhart den professionellen Umgang mit Risiken beherrscht haben. Es ist für das Unternehmen in dieser schwierigen Zeit zu wünschen, dass er dies auch für diese Situation beherzigt hat.

One Response

  1. Uwe Naujoks

    Beim Lesen dieses Artikels kamen mir noch zwei weitere tragische Beispiele in den Sinn:

    1. Absturz der polnischen Regierungsmaschine in 2010

    Nicht nur bei “klassischen” Wirtschaftsunternehmen kann der Verlust von Führungskräften und Schlüsselfunktionen zur vorübergehenden Lähmung bis hin zur Handlungsunfähigkeit führen. Und dennoch fliegen große Delegationen (Politiker und Wirtschaftsbosse) auch in Deutschland gemeinsam zu Terminen.

    2. Absturz der British Airways Maschine mit nahezu der kompletten Fussballmannschaft von Manchester United 1958

    Auch Top-Sportvereine sind heute große Wirtschaftsunternehmen. Und dennoch fliegen/fahren die Mannschaften nahezu komplett zusammen.

    Hat keiner von denen aus der Vergangenheit gelernt? Siegt immer noch die Bequemlichkeit bzw. der “Geiz” ? Kaum zu glauben, denn an vielen anderen Stellen wird das Geld dann doch zum Fenster heraus geworfen.

    Oder gibt es andere Gründe, die ich momentan nicht erkenne?

    Ich würde mich über weitere Kommentare dazu freuen.

Schreibe einen Kommentar

Zur Werkzeugleiste springen