Strombranche kürzt notwendige Investitionen in das Stromnetz

“Die Investitionen der Stromnetzbetreiber sind im Jahr 2007 entgegen der ursprünglichen Planung um ein Drittel regelrecht eingebrochen”, so der Vorsitzende der Geschäftsführung beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Hildegard Müller.
Ursprünglich hatten die Stromversorger für 2007 Investitionen in Höhe von 3,3 Milliarden Euro geplant, es seien aber nur 2,4 Milliarden Euro ins Stromnetz investiert worden.
Auch die geplanten Investitionen ins Stromnetz für 2008 und 2009 sind von 7,7 Milliarden Euro auf 6,5 Milliarden Euro reduziert worden.
Begründet werden diese Kürzungen mit Planungsunsicherheiten, staatlicher Regulierung und unzureichenden Renditen im internationalen Vergleich.
Diesem Rückgang in den Erhaltungs- und Erweiterungsinvestitionen steht ein erhöhter Bedarf an den Ausbau des Netzes für die Ein- und Durchleitung von Windenergie und dem europäischen Stromhandel.
Experten warnen schon lange vor zunehmenden Risiken in der Stromversorgung. Allen voran die Sicherheitsexperten der Rückversicherer Münchener Rück und Swiss Re. Swiss Re veröffentlichte vor Kurzem einen interessanten Focus Report zu diesem Themenkomplex. Fehlende Investitionen in Wartung und Erweiterung führen zu vermehrten Ausfällen von Anlagen zur Energieversorgung mit weitreichenden Konsequenzen. Die Bundesnetzagentur hat kürzlich noch die hohe Sicherheit in der Stromversorgung konstatiert. Uns allen sind allerdings noch die Bilder der umgeknickten Strommasten im Münsterland im Gedächtnis, die auf Grund des Alters und des verwendeten Tomasstahls die Schneelast nicht mehr tragen konnten.

Ohne eine funktionierende Stromversorgung werden allerdings viele unserer Notfallpläne zur Makulatur. Die Telekommunikation bricht zusammen, der Zahlungsverkehr funktioniert nicht mehr und an den Tankstellen gibt es kein Benzin mehr. Auch die medizinische Versorgung wird auf ein Minimum zurückgefahren werden müssen. Insbesondere die Verkettung von Ereignissen, wie zum Beispiel Stromengpässe, verursacht durch den Ausfall von Kraftwerken durch das Fehlen von Fachpersonal in einer Pandemie und gleichzeitig erhöhtem Bedarf an medizinischer Versorgung in dieser Situation bedarf einer engen Abstimmung aller Beteiligten kritischer Infrastrukturen.

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