Stromausfall legt Karlsruhe und Teile des 1und1 Rechenzentrums lahm

Karlsruhe_StromausfallEin Stromausfall hat am vergangenen Mittwoch die Karlsruher Innenstadt fĂŒr eineinhalb Stunden lahmgelegt. Der totale Stromausfall begann um 17:35. Das Licht fiel in der gesamten Innenstadt aus, die Straßenbahnen blieben stehen, Ampeln fielen aus. GlĂŒcklich, wer fĂŒr StromausfĂ€lle vorgesorgt hat und ĂŒber Notstromaggregate verfĂŒgt, wie dies im stĂ€dtischen Klinikum selbstverstĂ€ndlich der Fall ist. 140.000 Haushalte, viele GeschĂ€fte und Unternehmen sowie Industrieanlagen waren allerdings ohne Strom.

Hinzu kam, daß die Mobilfunknetze zeitweise zusammenbrachen und die Telefonleitungen bis in den spĂ€ten Abend nicht verfĂŒgbar oder ĂŒberlastet waren.

Kurz nach 19:00 Uhr war der Großteil der Karlsruher Innenstadt wieder mit Strom versorgt.

Betroffen von dem Stromausfall war auch der Internetprovider 1&1, der seinen Hauptsitz und mehrere Rechenzentren in Karlsruhe hat. Wie heise berichtet, waren mindestens zwei Rechenzentren von 1&1 betroffen. Ein Rechenzentrum mit rund 25.000 Servern ist mit einer USV und vier Diesel zum Nachladen der Akkus ausgestattet. Dieses RZ meisterte den Stromausfall unterbrechungsfrei. Ein weiteres Rechenzentrum mit rund 1.000 Servern ist jedoch nicht mit Notstromdieseln ausgestattet, so daß die USV leerlief und die Server wegen Strommangel fĂŒr ca. 30 Minuten heruntergefahren werden mussten.

Auswertungen der Zugriffe auf diesen Blog haben ergeben, daß dieser offensichtlich auf abgesicherten Servern lĂ€uft, da keine Zugriffsunterbrechungen festgestellt werden konnten. Nur wie kann man dies als 1&1-Kunde wissen oder gar beeinflussen? SLAs sind in diesem B2C-Gewerbe ja ein Fremdwort.

Wichtig ist auch die Erkenntnis, dass bei einem Stromausfall weder auf Festnetztelefonie noch auf Mobiltelefonie Verlass ist. Mobilfunkmasten sind entweder selbst vom Stromausfall betroffen, wenn sie vom Telko nicht entsprechend abgesichert wurden, der die Funkzellen sind einfach ĂŒberlastet. Und dies geschieht viel schneller als man sich vorstellen kann. Lassen Sie bei einer RĂ€umungsĂŒbung doch einfach einmal die Mitarbeiter mit Handy vom Sammelplatz telefonieren! Nur die alten WĂ€hlscheibentelefone der Bundespost (mit oder ohne HĂ€kelĂŒberzug) funktionierten noch stromlos. Werfen Sie doch einfach einmal einen Blick auf Ihr Telefon! FĂŒr die Notfallvorsorge greift die alleinige USV fĂŒr den Telefonserver daher zu kurz. Gut vorbereitete Unternehmen haben daher Telefonapparate im Depot, die stromlos funktionieren.

Ursache des Stromausfalls war laut Angaben der Stadtwerke ein Brand in einem zentralen Schaltwerk. Der Brand wurde durch einen Lichtbogen verursacht. Durch einen Kurzschluss auf der Hochspannungsebene wurden alle Schutzeinrichtungen des Karlsruher Hochspannungsnetzes ausgelöst. Die Notversorgung der Stadt wurde mit Hilfe von fĂŒnf großen Notaggregaten und provisorischen Kabeln hergestellt. Die Stadtwerke sind mehrere Tage beschĂ€ftigt, die Brandfolgen zu beseitigen und die Kabelprovisorien wieder zurĂŒckzubauen, um die stabile Stromversorgung wiederherzustellen.

GrĂ¶ĂŸeren Zulauf dĂŒrfte aus diesem Vorfall das spezielle Versicherungsangebot der Stadtwerke Karlsruhe fĂŒr SchĂ€den durch StromausfĂ€llen genießen. Die Versicherung ersetzt beschĂ€digte Computer und FernsehgerĂ€te sowie verdorbene Lebensmittel aus warmen KĂŒhlschrĂ€nken.

Bild: dpa