Industriekonzerne prĂŒfen, ob Sie Manager fĂŒr LieferausfĂ€lle nach Japan haftbar machen können

Laut einem Bericht in der ftd fürchten die Managerhaftpflichtversicherungen D&O (Directors and Officers Liability) neue Schäden aus den Lieferunterbrechungen nach der Katastrophe in Japan. Die Versicherer erwarten, dass Industrieunternehmen ihre Vorstände für die Lieferausfälle haftbar machen können. Wenn Manager keine angemessene Notfallvorsorge für den Ausfall von Lieferanten getroffen haben und dem Unternehmen hierdurch Schäden entstehen, können diese für diese Schäden haftbar gemacht werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass dem Manager Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann. Eine D&O-Versicherung schützt den Manager, nicht das Unternehmen, gegen diese Schadenersatzansprüche.

Vorstände und GmbH-Geschäftsführer haften bei Vorsatz und Fahrlässigkeit. Die Beweislast liegt beim Vorstand / Geschäftsführer!

Dieser hat nachzuweisen, dass

  • er seinen Sorgfaltspflichten nachgekommen ist,
  • dass der von ihm verursachte Schaden unvermeidlich war.

Wenn durch eine Notfallvorsorge der Schaden vermeidbar gewesen wäre, kommt der Vorstand / Geschäftsführer in die Situation, dass er persönlich für den eingetretenen Schaden haftbar gemacht werden kann. Hier greift dann die D&O Versicherung, sofern diese mit einer entsprechenden Deckung abgeschlossen wurde.

Finanzkrise schlÀgt auf Managerhaftpflicht durch

Laut einem Bericht in der heutigen Financial Times Deutschland schlägt die Finanzkrise auf die Beiträge für die D&O-Versicherungen in der Finanzbranche durch. Die Directors´ and Officers´Liability sichert Führungskräfte gegen Ansprüche aus beruflichen Fehlern ab, für die sie sonst mit ihrem Privatvermögen haften müssen.

Hierzu gehören zum Beispiel auch Pflichten aus dem KonTraG zum Risikomanagement und zur Risikovorsorge.

Laut ftd müssen Unternehmen aus der Finanzbranche derzeit 80 Prozent mehr für die Policen bezahlen als im vergangenen Jahr. Die Ursache hierfür ist, dass durch die Finanzmarktkrise die Risiken und die Deckungssummen der Versicherungen weit auseinanderklaffen.

Größter Anbieter für D&O-Versicherungen ist der deutsche Ableger der amerikanischen AIG, die mit Staatshilfen vor dem Zusammenbruch gerettet werden musste. Ein weiteres Risiko ist demzufolge das Versicherungs-unternehmen selbst.

Quelle: ftd Deutschland vom 26.01.2009