Allianz Risk Barometer 2017: Betriebsunterbrechungen sind das größte Risiko

Betriebsunterbrechung ist zum im fünften Jahr in Folge das größte Risiko für Unternehmen. Neue Auslöser sind auf dem Vormarsch. Gefahren wie Naturkatastrophen und Brände sind weiterhin die Ursachen, die Unternehmen am meisten fürchten, aber die Art des Risikos verschiebt sich zunehmend auf Nicht-Schaden-Ereignisse. Ein Cybervorfall oder die indirekten Auswirkungen eines terroristischen Gewaltakts sind Ereignisse, die zu großen Verlusten führen können, ohne physische Schäden zu verursachen. Eine Zunahme solcher Ereignisse wird erwartet.“, so das Ergebnis des Allianz Risk Barometer 2017. Gute Gründe also, Notfallvorsorge in Form von Business Continuity Management (BCM), IT-Service Continuity Management (ITSCM) und Krisenmanagement zu betreiben. Ein gutes Business Continuity Management in Form eines “all hazard approach” wirkt sowohl für Schaden, als auch Nicht-Schaden-Ereignisse gleichermaßen. Nicht-Schaden-Ereignisse wie Cyber-Attacken erfordern neben den klassischen BCM-Konzepten und -plänen eine enge und sorgfältige Abstimmung aller Disziplinen von den Notfallplänen über eine abgestimmte IT-Notfallvorsorge bis hin zu einem funktionierenden Krisenmanagement mit der internen und externen Krisenkommunikation. Notfallpläne in der Schublade alleine reichen für die aktuellen Anforderungen komplexer und dynamischer Szenarien nicht mehr aus. BCM, ITSCM und Krisenmanagement müssen fester Bestandteil der Unternehmensführung und -steuerung sein. Nicht umsonst steckt in jeder dieser Disziplinen das Wörtchen “…management”. Die Implementierung mag ein langer, steiniger Weg sein, doch erkennen viele Unternehmen inzwischen den Nutzen dieser Investition über die reine Notfallvorsorge hinaus. Gibt eine Versicherung nur ein etwas beruhigerendes Gefühl für das ausgegebene Geld, schaffen BCM und ITSCM demgenüber ein hohes Maß an Transparenz der komplexen Zusammenhänge von Wertschöpfungsketten und Ressourcen des Unternehmens – quasi als Nebenprodukt einer Business Impact Analyse.  Das Krisenmanagement unterstützt in Form von Krisenstabstrainings und -übungen die übergreifende Zusammenarbeit und das Verständnis für die Inhalte des “Silos” der jeweiligen Anderen. Damit zu starten, ist ein guter Vorsatz für 2017. Viele Vorsätze für das neue Jahr scheitern, weil die Ziele für das Leistungsvermögen, Zeit und Budget weit zu hoch gesteckt sind. Ich empfehle daher eine stufenweise Implementierung in überschaubaren Schritten  mit einer abgestimmten Vision, damit die Organisation in das Thema “wachsen” kann und keine Investitionsruine entsteht.

Der Allianz Risk Barometer 2017 ist auf der Webseite der AGCS verfügbar.

Be prepared

Matthias Hämmerle MBCI

Gestalten Sie die BCM-News im zehnten Jahr!

Das neue Jahr ist gestartet und die Tage vergehen schon wieder wie im Flug. Die BCM-News werden dieses Jahr schon zehn Jahre alt- unglaublich aber wahr. Auch im zehnten Jahr wird es hier wieder tagesaktuelle News und Beiträge rund um die Themen BCM, Informationssicherheit, Krisenmanagement und physische Sicherheit geben.

Bestimmen Sie mit, welche Themen in den redaktionellen Beiträgen behandelt werden sollen. Bitte geben Sie hierzu möglichst konkrete Themen und Fragestellungen in den Kommentaren zu diesem Beitrag an.Nutzen Sie die Gelegenheit und treiben Sie die BCM-News auch im zehnten Jahr als führendes Informationsportal für BCM in Deutschland weiter voran. Auch Gastbeiträge sind selbstverständlich wieder herzlich willkommen.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen.

„Tear down the wall“ – integrierte Umsetzung des Sicherheitsmanagements

Ein Mitarbeiter erhält eine an ihn persönlich adressierte Mail in der ihm ein befreundeter Geschäftspartner das Profil eines interessanten Kandidaten für eine offene Stelle im Anhang zusendet. Der Mitarbeiter öffnet den Anhang der Mail und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Schrittweise verschlüsselt die im Anhang enthaltene Ransomware alle Dateien in den Laufwerken. Weiterlesen…

Business Continuity Institute veröffentlicht aktuelle Supply Chain Continuity Studie

Das Business Continuity Institute BCI hat heute im Rahmen der BCI World Conference in Zusammenarbeit mit Zurich die aktuelle Supply Chain Continuity Studie veröffentlicht:

“One in three organizations has experienced cumulative losses of over €1 million during the last year as a result of supply chain disruptions. That is according to the Supply Chain Resilience Report published by the Business Continuity Institute and supported by Zurich Insurance Group.

The report showed that, despite a decrease in the percentage of organizations that experienced at least one disruption (70% from 74%), those organizations suffered more of them, with the percentage of organizations that experienced at least eleven disruptions during the year increasing from 7% to 22%.”

Auf gehts zur BCI World Conference & Exhibition

Heute geht es nach London zur BCI World Conference & Exhibition. Ich bin gespannt auf zwei Tage mit interessanten Vorträgen, Treffen mit Kollegen und Ausstellern. Die Disziplin Business Continuity Management befindet sich aus meiner Sicht in einem starken Wandel. Cyber Attacken lenken den Fokus weg von den klassischen BCM-Risiken stärker auf die Informationssicherheit. Die Disziplin BCM selbst hat sich mit einem Wust an Standards, Begriffswirrwar und unnötiger Komplexität vergaloppiert und den Fokus verloren. Die Schnittstellen zu wichtigen anderen Disziplinen des Resilience Engineering sind noch nicht ausgestaltet, stattdessen herrscht Wettbewerb um die Bedeutungshoheit. Es gibt viel zu tun. Ich freue mich auf neue Inspirationen und die Sicht der BCM-Kollegen auf die Dinge. Ich werde berichten.

BCM-Wiki

Sie haben Fragen bei der Umsetzung von BCM, Krisenmanagement oder Informationssicherheit?

Sie haben sich an die Umsetzung von Business Continuity Management, Krisenmanagement oder informationssicherheit gewagt und stecken jetzt bei einer Frage fest? Im neuen Menüpunkt “BCM-Hilfe” haben Sie jetzt die Möglichkeit, Ihre Frage loszuwerden und eine Hilfestellung zu bekommen. Für Ihre Frage erstellen Sie einfach unter “BCM-Hilfe” im Ticketsystem ein Ticket. Dieses Ticket können nur Sie und ich lesen. Ich werde versuchen, ihr Ticket so schnell als möglich zu beantworten. Da ich jeden Tag unterwegs bei meinen Kunden bin, kann die Rückantwort etwas Zeit benötigen. Bitte haben Sie hierfür Verständnis.

Das neue Zivilschutzkonzept und meine persönliche Vorsorge

Das “neue” Zivilschutzkonzept hat die Medien in den vergangenen Wochen sehr bewegt. Leider ist die Kommunikation des Konzepts völlig verunglückt, weil Auszüge über die Presse vorab veröffentlicht wurden. Gerade diese vorab veröffentlichten Auszüge über die private Vorsorge, die unseren Hamster ins Rampenlicht rückten, sind der mit Abstand harmlose Teil des Konzepts. Die Empfehlungen für die persönliche Vorsorge liegen seit vielen Jahren vom BBK vor. Vielleicht ist es ein positiver Aspekt des Medien-Hype, dass diese Notfallvorsorge wieder in das Bewusstsein rückt. Einige Anbieter von Prepper-Artikeln freuen sich gerade über einen temporären Nachfrageboom. Ich gehe davon aus, dass die Konzeption Zivile Verteidigung von den Medienvertretern überwiegend gar nicht gelesen oder in der Tragweite nicht verstanden wurde. Der Wehrdienst ist rechtlich nur ausgesetzt, im Verteidigungsfall kann der Staat sehr weitreichend in die Abläufe der kritischen Infrastrukturen eingreifen und Transport- sowie Produktionsmittel beschlagnahmen genau so wie Lebensmittel und deren Herstellung sowie Distribution (Notstandsverfassung 115a bis 115l GG). Interessant ist eher der Schwenk von rein militärischen Angriffsszenarien, die die zivile Verteidigung bislang beherrschten zu “hybriden Bedrohungen” für die kritischen Infrastrukturen. Damit gemeint sind unter anderem auch Cyber-Attacken und der Ausfall oder die Störung von kritischen Infrastrukturen. Beim Studium des Konzepts wird man feststellen, dass sich die Bundesregierung vielen Aufgaben stellt, die in der Zukunft noch konzipiert und umsetzt werden müssen. Viele Sätze beginnen mit “Der Bund entwickelt ein Konzept …”. Der Handlungsbedarf des Bundes ist in diesem Konzept zumindest erkannt und benannt, auch wenn noch vieles zu  konkretisieren und umzusetzen ist. Auch die Betreiber kritischer Infrastrukturen werden deutlich adressiert:

“Jeder Betreiber soll in seinem Zuständigkeitsbereich freiwillig und eigeninitiativ Verantwortung für ein angemessenes Sicherheitsniveau übernehmen. Der Staat erteilt den Betreibern nach Einschätzung der Erforderlichkeit konkrete Auflagen zur Verbesserung der Resilienz und Sicherheit der Kritischen Infrastrukturen. Eine „Nationale Strategie zum Schutz Kritischer Infrastrukturen“ fasst die Zielvorstellungen und den politisch-strategischen Ansatz des Bundes auf diesem Politikfeld zusammen. In einem „Rahmenkonzept Risiko- und Krisenmanagement Betreiber Kritischer Infrastrukturen“ werden Anforderungen an das Erstellen betrieblicher Risikoanalysen und die Ableitung von Sicherheitsmaßnahmen sowie zum Auf- bzw. Ausbau betrieblicher Krisenmanagementstrukturen formuliert”. Neben dem IT-Sicherheitsgesetz können auf die Betreiber also weitere Anforderungen im Risiko- und Krisenmanagement zukommen.

Neben dieser Initiative des Bundes ist die Überwindung der “Friedensdividende” auch bei Ländern und Gemeinden spürbar. Wurden vor Jahren flächendeckend die Sirenen zur Warnung der Bevölkerung demontiert, da auf elektronische Wege gesetzt wurde, verkünden Gemeinden jetzt stolz den Bau von Hochleistungssirenen. Daneben finden die elektronischen Warnsysteme “Katwarn” und “Nina“, gerade nach dem Attentat in München, zunehmend Verbreitung bei Gemeinden und in der Bevölkerung.

Die persönliche Vorsorge, in anderen Ländern eine Selbstverständlichkeit, wird hier noch mit Unverständnis und Belustigung (“Hamster”) aufgenommen. Zu sehr fehlt hier noch das Risikobewusstein bei den Bürgern und zu ausgeprägt ist das Verlassen auf Bund und Betreiber kritischer Infrastrukturen. Dabei ist die Anschaffung von Kerzen / Teelichte, einem batteriebetriebenen Radio, Batterien und Konserven keine große Sache. Alle Kollegen, die sich mit diesen Themen intensiver beschäftigen, betreiben die Vorsorge nach meiner Erfahrung berufsbedingt etwas intensiver – ohne gleich zur Gruppe der Prepper zu gehören. So findet sich in meiner Garage ein Notstromaggregat und in einem Karton schnell griffbereit Taschenlampe, Batterien, Kerzen, Zündhölzer, ein Kurbelradio, Battery-Packs mit Solarpanel zum Laden sowie Micropur-Tabletten für die Wasserentkeimung. Alles Dinge, die auch mal in den Camping-Urlaub oder die Motorradtour mitgehen. Vorsorge ist kein großer Aufwand und bei einem Stromausfall ist romantisches Kerzenlicht ganz angenehm und nützlich.

Bei Kerzenlicht empfehle ich dann die folgende Lektüre:

http://amzn.to/2cj2iqU

Praxistag Business Continuity und Krisenmanagement am 21. September 2016

Praxistag Business Continuity und Krisenmanagement am 21. September 2016 in Karlsruhe

Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen
(Max Frisch, schweizerischer Schriftsteller).

Störungen, Ausfälle, Notfälle und Krisen sind Ereignisse, die jedes Unternehmen jederzeit treffen können. Sei es beispielsweise durch Extremwetterereignisse, Personal- und IT-Ausfälle, Cyber-Attacken oder Unterbrechungen der Lieferkette.
Als Folge von Unterbrechungen geschäfts- und zeitkritischer Prozesse können finanzielle Verluste, Image- und Reputationsschäden sowie Verstöße gegen rechtliche und regulatorische Anforderungen entstehen.

Durch eine geeignete Prävention durch die Implementierung eines Business Continuity Management (BCM) und Krisenmanagement werden Schäden durch Geschäftsunterbrechungen vermindert.

In diesem Praxis-Seminar lernen Sie:

  • Was ist eine Krise und welches sind die wichtigen Schritte, um die Krise frühzeitig zu beherrschen?
  • Wichtige Regeln der Krisenkommunikation
  • Wie kann Notfällen durch ein Business Continuity Management vorgebeugt werden?
  • Umgang mit Risiken beim Outsourcing (Supply Chain Continuity Management)
  • Einhaltung gesetzlicher und regulatorischer Anforderungen (Bsp. IT-Sicherheitsgesetz).

In unserem Special “Umgang mit Medienkrisen – “die Geister, die ich nicht rief” lernen Sie von einem ausgewiesenen Experten, wie einem Shitstorm zu begegnen ist.

Ihre Referenten:
Matthias Hämmerle MBCI (haemmerle-consulting) und Uwe Höring (new&able Management- und Organisationsberatung GmbH) sind zwei erfahrene Experten in den Themen Business Continuity und Krisenmanagement.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und die Anmeldung finden Sie auf der Webseite der Veranstaltung www.praxistag-bcm.de

Wenn der Notfall nicht in Urlaub geht

Die Urlaubszeit steht an und für viele Mitarbeiter beginnt die schönste Zeit des Jahres zu Hause im Garten, in nahen oder in fernen Ländern. Nur einer macht leider keinen Urlaub und wartet nur darauf zuschlagen zu können: der Notfall.

Deswegen: denken Sie an die Zweit- und Drittbesetzung Ihres Notfall- und Krisenmanagements.

  • Kennen die Mitarbeiter ihre Rolle?
  • Sind die Mitarbeiter geschult?
  • Ist die Erreichbarkeit der Schlüsselpersonen für das Notfall- und Krisenmanagement sichergestellt?
  • Die ruhigere Zeit ist auch eine gute Gelegenheit, Krisenstabsräume (“war room”), Krisenmanagementausrüstung (“battle case”) und Kommunikationstechnik zu überprüfen und bei Bedarf aufzufrischen.

Wenn ja, dann genießen Sie die Sommer- und Urlaubszeit!

Ich wünsche Ihnen, dass auch für Sie Störungen, Ausfälle, Notfälle und Krisen durch Abwesenheit glänzen, wie so mancher Kollege und manche Kollegin.

Auch in der Ferienzeit für Sie da

Matthias Hämmerle