Stromausfall in einem Rechenzentrum legt populäre Webseiten lahm

“Liebe Leserinnen und Leser,SPIEGEL ONLINE ist seit heute Vormittag nicht erreichbar. Der Grund ist ein technisches Problem, das auch andere Websites betrifft.
Wir arbeiten intensiv an einer Lösung.
Wir bitten um Verständnis und danken Ihnen herzlich für Ihre Geduld.Ihre SPIEGEL-ONLINE-Redaktion”

Diesen Text sehen derzeit die Internet-Nutzer beim Aufruf von Spiegel online. Auch betroffen sind Focus Online, TV-Spielfilm, Fussball.de und Zalando.

Grund der Störung ist der Stromausfall in einem Rechenzentrum eines großen Providers in Gütersloh. Bei dem Stromausfall wurden technische Anlagen so stark beschädigt, dass sie ausgetauscht werden müssen.

Handbuch Notstromversorgung in Unternehmen und Behörden des BBK

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe BBK hat das Handbuch Notstromversorgung in Unternehmen und Behörden herausgegeben.  Ein sehr hilfreicher Ratgeber für das Aufsetzen und die Überprüfung der Notstromversorgung von Unternehmen mit USV und Netzersatzanlagen.
Ergänzend hierzu gibt es – schon etwas ältere – Bausteine hierzu in den derzeit in Überarbeitung befindlichen Maßnahmenkatalogen der IT-Grundschutz-Kataloge (Baustein NEA, Baustein USV).

Was gerne vergessen wird, ist dass gerade bei dieselbetriebenen Netzersatzanlagen der Kraftstoff der Alterung unterliegt. Handelsüblicher Diesel nach DIN EN 590 hat eine Lagerstabilität von nur 90 Tagen! Für die Betankung von Netzersatzanlagen sollte ausschließlich speziell additiviertes, schwefelarmes Heizöl nach DIN 51603-1 verwendet werden, so das BSI in seiner Empfehlung als Ergebnis der Studie zur Brennstoffqualität in Netzersatzanlagen.

Für Haushalte stellt das BBK die Broschüre “Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe” zur Verfügung. Kerzen, ein batteriebetriebenes oder Handkurbel-Radio, Taschenlampen, Ersatzbatterien gehören griffbereit in jeden Haushalt. Bei mir gibt es hierfür eine kleine “Stromausfall-Box” mit den wichtigsten Utensilien.

 

 

Stresstest für das Stromnetz durch die Sonnenfinsternis am 20. März 2015

Am 20. März 2015 wird die Sonne für zwei Stunden bei einer totalen Sonnenfinsternis nicht sichtbar sein. Der Mond schiebt sich zwischen Erde und Sonne. An einem Ort kommt dies im Schnitt nur alle 360 Jahre vor, weltweit zwischen zwei und vier mal. Das Besondere an dieser totalen Sonnenfinsternis ist der mittlerweile hohe Anteil an Solarstrom. 35.000 Megawatt an Stromleitung wird für zwei Stunden verschwinden und dann wiederkommen. Seit Monaten bereiten sich die europäischen Netzbetreiber in Form von Impact Analysen auf diese Herausforderung vor. Eine enge Zusammenarbeit der Netzbetreiber lange vor dem Ereignis und während der Sonnenfinsternis ist ein kritischer Erfolgsfaktor, dass uns nicht die totale Finsternis ereilt, wenn die Mond die Sonne wieder freigegeben hat weil das Stromnetz kollabiert ist.

Informationen über die Vorbereitungen und die Impact Analysen stellt die entseo (european network of transmission system operators for electricity) zur Verfügung.

Bundenetzagentur: Zuverlässigkeit der Stromversorgung auf konstant hohem Niveau

Die Bundesnetzagentur hat die aktuellen Statistiken zur Verfügbarkeit von Strom für das Jahr 2013 veröffentlicht. Demnach lag der SAIDI-Wert (System Average Interruption Duration Index), der die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung je angeschlossenen Letztverbraucher innerhalb eines Kalenderjahres wiederspiegel2013 bei 15,32 Minuten und damit geringer als im Vorjahr mit 15,91 Minuten.
Diese Verbesserung der Versorgungsqualität ist vor allem darauf zurück zu führen, dass es im vergangenen Jahr weniger Störungen durch Einwirkung Dritter gab”, so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur in der Presseveröffentlichung. Die Entwicklung der Versorgungsqualität auf Basis des SAIDI-Wert ab 2006 ist auf der Seite der Bundesnetzagentur dargestellt.
Zu beachten bei dieser Statisitik ist jedoch, dass nur Unterbrechungen gezählt werden, die länger als drei Minuten dauern. Gerade die kurzen Unterbrechungen und Spannungsschwankungen im Millisekundenbereich “Netz-Wischer” sind für Unternehmen sehr kritisch – und teuer. Bereits der Stromausfall im Millisekundenbereich führt zum Stillstand eines Hochofens oder einer Raffenerie und kann zu massiven Schäden an elektrischen und elektronischen Geräten führen.

Bei einem Stromausfall in Berlin gäbe es nach sechs Stunden erste Tote

Ein Stromausfall in Berlin würde die Feuerwehr schnell an ihre Leistungsgrenze bringen, so das Ergebnis einer Studie, die vom Tagesspiegel zitiert wird. Lebensgefährlich wird ein Stromausfall nach wenigen Stunden für Dialyse- und Beatmungspatienten zu Hause. Gerade drei Tankstellen haben in Berlin einen Anschluss für eine Notstromversorgung, jedoch kein Aggregat. So kommt es schnell zu Engpässen bei der Versorgung von öffentlichen und privaten Einrichtungen mit Notstromaggregaten, gefolgt von der Problematik der Versorgung der Aggregate mit Treibstoff. In einer Befragung von 800 Personen hat sich gezeigt, dass ein Großteil der Bevölkerung rund drei bis vier Tage mit bevorrateten Lebensmitteln überbrücken kann. Feuerwehr, Polizei und Krankenhäuser wären die ersten bevorzugten Anlaufpunkte für die Bevölkerung. Die Bevölkerung Berlins zeigt sich in der Befragung sehr hilfsbereit. Allen voran Ältere, Berliner nichtdeutscher Herkunft und Familien mit Kindern. Auch Nachbarschaftshilfe wird in der Befragung groß geschrieben.

Patient stirbt nach Stromausfall in Klinik

Im Helios-Klinikum Schwerin ist ein Patient am Dienstag 29.10.13 nach einem Stromausfall verstorben. Wie der NDR berichtet, ist in dem Klinikum und der umliegenden Wohngegend gegen 13:52 der Strom ausgefallen. Im Klinikum lief die Netzersatzanlage an. Dennoch wurden nicht alle Teile der Klinik mit Strom versorgt, sondern nur die mit USV-versorgten Bereiche. Hierzu zählen die Operationssäle. Bei dem Patienten fielen die Beatmungsgeräte aus. Wiederbelebungsversuche waren erfolglos.

Die Klinik äußerte sich zu dem tragischen Zwischenfall:

“Aufgrund der Faktenlage müssen wir davon ausgehen, dass jedoch externe Netzeinflüsse das Zuschalten dieser Notstromversorgung in das Leitungsnetz der Klinik verhindert haben.”

Wie kann es hierzu kommen?

Eine mögliche Ursache sind Netzschwankungen, sogenannte “Netzwischer”. Die Netzspannung fällt im Millisekundenbereich kurz ab. Eine Ursache können Schwankungen bei anderen großen Stromverbrauchern im Netz sein oder zum Beispiel der Ausfall einer Trafostation. Die Netzersatzanlage “der Notstromdiesel” darf aber niemals gegen die normale Stromversorgung laufen. Netzschwankungen können dazu führen, dass die Netzersatzanlage zwar planmäßig anläuft, aber den Strom nicht in das Netz einspeist, da vermeintlich Strom aus der regulären Stromversorgung fließt. Die Netzschaltungen müssen so sensibel sein, dass sie diese Schwankungen erkennen und darauf korrekt reagieren. Dies ist für diesen konkreten Fall nur eine Vermutung, zeigt aber, dass das Testen der Notstromversorgen durch “Laufenlassen des Diesel” zu kurz greift. Korrekte Schaltungen bei Netzwischern werden so nicht getestet. Netzwischer nehmen allerdings nach Aussagen vieler großer Stromverbraucher ständig zu und werden in der Statistik der Bundesnetzagentur auch nicht erfasst.

Stromausfall legt Bad Nauheim über viele Stunden lahm

Um 11:45 Uhr am vergangenen Freitag mussten die Läden im hessischen Bad Nauheim unvermittelt ihren Betrieb einstellen. Es gab kein Geld mehr an den Geldautomaten und der Verkehr musste von der Polizei geregelt werden, da alle Ampelanlagen ausfielen. Eine Unterbrechung der Hauptversorgungsleitung hatte zu einem kompletten Stromausfall für die 24.000 Einwohner von Bad Nauheim und dem Stadtteil Nieder-Mörlen geführt. Das Festnetz war von dem Stromausfall ebenfalls unterbrochen sowie weite Teile des Mobilfunknetzes. Die Krankenhäuser schalteten auf Notbetrieb um. Die Notstromaggregate versorgten nur die notwendigsten Einrichtungen. Unternehmen und Behörden mussten das Wochenende früher einläuten. Dafür war die Feuerwehr mit in Fahrstühlen eingeschlossenen Personen und Fehlalarmen beschäftigt. Bevor die Läden schließen mussten, da die elektronischen  Kassenanlagen und Sicherungseinrichtungen nicht mehr funktionierten, verschenkte der eine oder andere Ladenbesitzer noch Eis aus der Gefriertruhe, bevor es selbständig ohne Kühlung den Aggregatzustand wechselt und auch noch größere Reinigungsarbeiten nach sich zieht. Krisenstäbe in den Krankenhäusern, Behörden und Unternehmen wurden aktiviert, um die Lage zu steuern. Patienten wurden aus den betroffenen Krankenhäuser in umliegende Krankenhäuser verlegt. Am Nachmittag konnte dann die Stromversorgung durch den Versorger OVAG zunächst wiederhergestellt werden. Doch die Notlösung hielt der Nachfrage nicht stand, so dass dem ersten Stromausfall ein zweiter folgte. Erst in den frühen Morgenstunden des Samstag konnten die Bewohner Bad Nauheims wieder aufatmen und langsam kehrte Normalbetrieb ein. Sonderschichten mussten allerdings die Bäcker fahren, denn Kuchen und Torten hatten den Stromausfall nicht überstanden, wie auch so mancher Inhalt von Kühlschränken und Gefriertruhen in den Haushalten. Der Rundfunksender FFH forderte die Bewohner Bad Nauheims auf, sich per Handy zu melden, soweit sie noch über Restladung im Handy verfügten. Doch es ist fraglich, wie viele Bad Nauheimer den Aufruf überhaupt mitbekamen, denn wer hat heute denn noch ein batteriebetriebenes Radio und ein Handy, das länger als einen Tag hält. So hatten die Bad Nauheimer am Freitag und Samstag einen kleinen Vorgeschmack auf einen längeren Stromausfall bekommen. Vielleicht deckst sich jetzt auf Grund der gemachten Erfahrungen doch der eine oder andere mit Kerzen, Batterien und einem kurbelbetriebenem Not-Radio ein. Dinge, die eigentlich in jeden Haushalt gehören. Auch wenn unsere Stromversorgung in Deutschland sehr sicher ist, … be prepared!

Die genaue Ursache des zweifachen Stromausfalls in Bad Nauheim wird noch ermittelt.

Sammelklage gegen Betreiber des havarierten Kreuzfahrtschiffes “Triumph”

Gegen den Betreiber des Kreuzfahrtschiffs “Triumph” Carnival Cruises wurde in den USA eine Sammelklage erhoben. Die Carnival Triumph trieb, mit mehr als 3.000 Passagieren an Bord, nach einem Brand durch ein Leck in einer Treibstoffleitung fünf Tage ohne Antrieb und Strom im Golf von Mexiko und musste zur Reparatur in einen Hafen geschleppt werden. Die Passagiere beklagten sich über sehr schlechte hygienische Bedingungen und Verpflegung an Bord des Schiffes während der fünf Tage langen Odysee. Durch den Stromausfall war auch ein Teil der Toilettenanlagen ausgefallen. Die Not-Verpflegung musste mittels Hubschrauber  eingeflogen werden. Auch die Notfallsysteme an Bord waren ausgefallen. Viele Passagiere übernachteten an Deck unter provisorisch aus Bettlaken gefertigten Zelten, um der Hitze im Schiffsinneren zu entgehen. Carnival bezifferte den eigenen Schaden auf bis zu 80 Milllionen Dollar. Den Passagieren wurde eine Entschädigung der Auslagen an Bord sowie 500 Dollar Kompensation und ein Voucher für eine erneute Reise auf einem Kreuzfahrtschiff angeboten. Die Sammelklage führt an, dass das Kreuzfahrtschiff nicht seetüchtig war  und das Schiff nach der Havarie nicht zum nächstgelegenen Hafen, sondern 560 Kilometer weiter nach Mobile, Alabama, in eine Schiffswerft geschleppt wurde. Warum auch die Notfallsysteme an Bord ausgefallen waren, ist Teil einer laufenden Untersuchung des Hergangs der Havarie.

Save the date: Blackout – geht uns das Licht aus? ZDF Di 19.2. 22:45

In der  Reihe Abenteuer Forschung gibt es am kommenden Dienstag 19.2. 22:45 im ZDF eine Reportage zur Sicherheit der Stromversorgung:

“In “Abenteuer Forschung” beleuchtet Harald Lesch, wie real die Gefahr eines Blackouts heute tatsächlich ist. Kommt es durch die Energiewende zu mehr Stromausfällen? Wie kann man das Netz sicherer und stabiler machen? Ist dezentral erzeugter Strom eine Lösung, oder ein neues Risiko für die Sicherheit der Stromversorgung? Harald Lesch stellt die Argumente von Befürwortern und Gegnern auf den Prüfstand.”

Rätselraten um den Stromausfall beim Super Bowl

Der über 35-minütige Stromausfall beim Super Bowl am Sonntag abend gibt weiter Rätsel auf. Der Energieversorger Entergy soll jetzt Licht ins Dunkle bringen. Die Stadt New Orleans macht sich Sorgen, keine weiteren Großveranstaltungen mehr in die krisengeplagte Stadt zu bekommen. Gleichzeitig ergießt sich Hohn und Spott über den “Mercedes Benz Super Dome”. Bürgermeister Mitch Landrieu hat jetzt kurzfristig Aufklärung über die Ursachen versprochen. Wir sind alle gespannt.

36 Minuten Stromausfall mitten im im Super Bowl

Ein 36- minütiger Stromausfall hätte beinahe das größte Sportereignis der USA entschieden. Kurz nach Mitternacht deutscher Zeit startete in New Orleans im Superdome das Finale des 47. Super Bowl. Baltimore Ravens gegen San Francisco hießen die Finalgegner. Alicia Keys eröffnete das Finale mit der amerikanischen Nationalhymne. Doch nach rund zwei Stunden unterbricht totale Finsternis ein hochgradig spannendes Spiel. 36 Minuten kam es zu einem totalen Stromausfall im erst 2011 umgebauten Super Dome. Der Stromgenerator sei ausgefallen, und der Ersatzgenerator gleich mit, waren die ersten Informationen. Beinahe hätte dieser Stromausfall das gesamte Spiel gedreht. Denn nach der Spielunterbrechung gelang San Francisco ein Comeback. Als Sieger gingen dann doch die Baltimore Ravens vom Platz.

Nachtrag:

Die Ursache des Stromausfalls ist mittlerweile offensichtlich geklärt:

Sensoren hatten eine Auffälligkeit im Arena-System festgestellt, so dass die Stromzufuhr seitens des Zulieferers “Entergy” abgeschaltet wurde.

Ergebnisse des Forschungsprojekts zur Blackout-Prävention in der Stromversorgung vorgestellt

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe BBK hat die Ergebnisse des Verbundprojekts GRASB „Szenarienorientierte Grundlagen und innovative Methoden zur Reduzierung des Ausfallrisikos der Stromversorgung unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Bevölkerung“. “Vorrangiges Ziel von GRASB ist es, aktuelle und zukünftige Risiken eines länger anhaltenden, großflächigen Stromausfalls zu reduzieren. Dafür wurden insbesondere die sich verändernden Gefahren sowie wirtschaftliche, politische und technologische Rahmenbedingungen betrachtet.” Über drei Jahre wurde von den Kernpartnern des Projekts in Zusammenarbeit mit Stromversorgern ein Risikomanagementkonzept für die Stromversorgung erstellt. Kernpartner des Verbundprojektes sind das BBK, der TRC (Koordination),die FH Köln und WBI sowie die assoziierten Partner RheinEnergie AG, Stadtwerke Duisburg Netz AG, E.ON Energie AG und weitere.

Die Ursachen eines lang anhaltenden und zugleich großflächigen Stromausfalls werden in einer Verkettung von Ereignissen gesehen. Beispielhaft wird der großflächige Stromausfall im Münsterland 2005 gesehen, als die Kombination von Schnee und Eis in Verbindung mit starken Winden die Strommasten einknicken ließen.

„Die Systemexperten sehen bislang kein nennenswert erhöhtes Risiko einer Kombination von lang anhaltenden und zugleich großflächigen Ausfällen der Stromversorgung. Dies gilt aber nur dann, wenn auch weiterhin die Umstrukturierung der Erzeugung – wie in der Vergangenheit – durch das Tempo der dringend erforderlichen Anpassungen der Netzinfrastrukturen bestimmt wird“, sagt Hubert Schwingshandl, Leiter des Bereiches „Energiewirtschaftliche Steuerung“ bei E.ON Energie.

Trotz der als gering eingeschätzten Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses haben sich die Experten mit diesem Szenario beschäftigt und kritische Prozesse der Stromversorgung identifiziert. Im Rahmen dieses Projekts wurde auch ein Kommunikationskonzept für diese Ereignisse von der FH Köln entwickelt.

GRASB Abschlussveranstaltung des BBK