Überraschender Warnstreik an Berliner Flughäfen

Das Bodenpersonal der Berliner Flughäfen hat im Tarifstreit wieder seine Arbeit eingestellt. Der Warnstreik soll von 16:00 bis 19:00 Uhr dauern.

Der Tarifkonflikt um die Entlohnung des Bodenpersonals an den Berliner Flughäfen hat sich erneut zugespitzt. Die Beschäftigten traten am Donnerstagnachmittag in Tegel und Schönefeld ab 16:00 in einen dreistündigen Warnstreik, wie ein Verdi-Sprecher mitteilte. Es sei mit Beeinträchtigungen des Flugverkehrs zu rechnen. Hintergrund sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen bei den drei großen Bodenverkehrsdienstleistern auf den Berliner Flughäfen.

An der befristeten Arbeitsniederlegung nehmen Beschäftigte der Firmen GlobeGround (GGB), Ground Service International (GSI) und Acciona teil. Die Aktion war im Unterschied zum ersten Warnstreik Ende Mai diesmal erst kurz vor Beginn angekündigt worden. Damit reagiere die Gewerkschaft auf die damalige „massive Einschüchterung“ von Streikenden und den Einsatz von Streikbrechern. Ende Mai hatten sich rund 400 Mitarbeiter beteiligt. Damals fielen 32 von rund 180 Flügen aus.

Die Arbeitgeber von GGB/GSI hätten sich seit der Verhandlungsrunde am 9. Juni „stur“ gestellt und geweigert, „trotz erheblicher Gewinne“ in den Vorjahren „ihr mageres bisheriges Angebot zu verbessern“, kritisierte Verdi-Verhandlungsführer Michael Walter. Bei GGB und deren Tochterunternehmen GSI sind insgesamt knapp 1800 Menschen tätig.

Auch bei den Verhandlungen für die rund 300 Beschäftigten der Firma Acciona gebe es keine Signale der Arbeitgeberseite, die geplanten 20-prozentigen Einkommenskürzungen zurückzunehmen und die alten Tarifverträge wieder unverändert in Kraft zu setzen, sagte der Verdi-Sprecher. Die Qualität und die Sicherheit der Flugzeugabfertigung an den Berliner Flughäfen dürften jedoch „keinem ruinösen Lohndumping geopfert werden“. Die Beschäftigten aller drei Unternehmen kämpften um gleiche und gute Arbeitsbedingungen.

Zur kurzen Vorankündigungsfrist des Warnstreiks sagte Verdi: „Wir bedauern dies, diese Taktik ist allerdings wegen des Verhaltens der Arbeitgeberseite unabdingbar.“ Walter betonte, es könne zu Verzögerungen bei der Flugabfertigung kommen, die Sicherheit der Fluggäste sei aber „nicht gefährdet“. Derzeit läuft der Flugbetrieb weiter normal. Flugausfälle oder längere Verzögerungen sind nicht bekannt. (ddp)

17. Juni 2010 · Author:
Luftfahrt, Streik, Transport ·

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